Der Sportkreis-Vorstand.
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Der Sportkreis-Vorstand.

Brückenschlag zwischen Sport und Politik

(fra) Seit zehn Jahren existiert der Sportkreis Wetterau. Die Vorstandsriege um Jörg K. Wulf (Karben) versteht ihre Rolle darin, für die Vereine ein unverzichtbarer Partner zu sein und auf der anderen Seite die Brücke vom Sport zur Politik zu schlagen.

Beim Sportkreistag im gut besuchten Bürgerhaus in Ortenberg stellte Landrat Joachim Arnold unter anderem die finanziellen Zusammenhänge dar.

Der Kreis fördere den Sport, wenngleich inhaltlich ein Paradigmenwechsel stattgefunden habe. Der Fördermittel des Sportkreises werden jetzt überwiegend projektbezogen eingesetzt. Kombinationen aus Schul- und Vereinssport sowie der Gesundheitssport und Projekte, die der Migration und Inklusion dienen, stehen auf der Förderliste weit oben. Der Sportkreis habe mit dem Wetter- aukreis eine Zielvereinbarung geschlossen. Bis zum 31. Dezember 2016 erhält der Sportkreis, der in Echzell eine eigenständige Geschäftsstelle betreibt, eine jährliche Vergütung von 30 000 Euro. Der jährliche Obolus des Kreises für die Sportprojektförderung betrage 50 000 Euro. Dieser Betrag war in den vergangenen Jahren schon einmal höher. Der Landrat sieht dennoch eine solide Basis und verwies auf die schwierige Finanzlage des Kreises.

Dass die Geschäftsstelle des Sportkreises von den Vereinen als Beratungs-Anlaufstelle gut angenommen und frequentiert wird, freut den Landrat. »Sie ist das A und O einen funktionierenden Sportkreises«, so Arnold.

Der Landessportbund, so unterstrich der stellvertretende Sportkreis-Vorsitzende Mark Kannieß, habe im vergangenen Jahr gut in den Sport investiert. Knapp 230 000 Euro betrug die Summe an Zuschüssen für lizenzierte Übungsleiter. Für Baumaßnahmen und zur Anschaffung und langlebigen Sportgeräten schöpften die Vereine 131 768 Euro ab.

Dass der Sport in der Gesellschaft eine hohe Bedeutung habe, unterstrichen Landrat Arnold wie auch Sportkreis-Chef Wulf in ihren Reden. Die Schar an Ehrengästen aus Sport und Politik bestätigte dies. Ulrich Manthei, der Vorsitzende des Beirates der Sportkreise, sprach von einer gesicherten Finanzierung des Sportes durch das Land Hessen und darüber, dass es ein Hauptziel sei, die zu verteilenden Gelder möglichst flächendeckend an die Basis zu bringen. Dort, in den Vereinen, klemme es schließlich auch an sehr vielen Ecken und Enden. »Es wird immer schwieriger, junge Leute für ein Ehrenamt zu gewinnen«, sagte Manthei.

Vorstandswahlen standen beim Sportkreistag turnusmäßig keine an. Lediglich die Position des Bildungsbeauftragten musste neu besetzt werden. Die einzige Kandidatin, die Butzbacherin Dr. Heidi Braunewell, konnte nicht anwesend sein und stellte sich per Videobotschaft den insgesamt 118 Delegierten vor. Sie wurde gewählt und komplettiert die Vorstandsriege.

Zur Unterhaltung trug der Alternative Tanzclub Bad Nauheim unter der Leitung der Sportehrenpreisträgerin Naami Ifraimova mit einer Vorführung bei. Weniger unterhaltsam, sondern eher von der Materie her staubtrocken, kamen die Ausführungen von Dr. Frank Weller vom Landessportbund Hessen rüber. Er informierte über Satzungsänderungen. Kein unwichtiger – aber dafür ein sehr langatmiger Themenblock. Über eine Stunde dauerte seine Redezeit. Zu viel für manchen Sportkreisbesucher. Die gut besetzten Reihen lichteten sich.

Dreieinhalb Stunden dauerte der Sportkreistag insgesamt. Jörg K. Wulf war von der Resonanz positiv überrascht. Ihm gefällt, dass die Vereine Interesse an der Sportpolitik zeigen. »Es ist für alle Beteiligte ein müßiges Geschäft, doch wir haben die Bestätigung für unsere Arbeit bekommen«, resümierte der Karbener.

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