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Benny Bindewald hat den FSV Dorheim als Vorsitzender wieder auf Kurs gebracht - und überregional in die Schlagzeilen.

Aufbruchstimmung

Nach richtungsweisender Weihnachtsfeier: So bringt Benny Bindewald den FSV Dorheim auf Kurs

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Ausgerechnet die Weihnachtsfeier des FSV Dorheim war der Wendepunkt. Seither ist viel passiert. Verantwortlich dafür ist Benny Bindewald, der seit April dem Verein vorsteht - Knalleffekte inklusive.

Selten hat ein Wetterauer Fußballverein überregional so in den Schlagzeilen gestanden, wie der FSV Dorheim in den vergangenen Wochen. Mit einem Sponsorendeal sorgte der B-Ligist mit dem Vorsitzenden Benny Bindewald an der Spitze für Aufsehen und beschritt in den Niederungen des Amateurfußballs Wege, die im Profifußball bei traditionsbewussten Fans endlose Debatten ausgelöst hätten. Auch sportlich läuft es zu Saisonbeginn beim Friedberger Stadtteilverein. Dabei war die Stimmung beim FSV vor wenigen Monaten alles andere als gut.

Benny Bindewald, mit dem Sponsorendeal hat es der FSV Dorheim weit über Hessen hinaus in die Schlagzeilen geschafft. Wie war die Resonanz der anderen Vereine?

Benny Bindewald:Durchweg positiv, viele Vereine sind auf mich zugekommen, und haben uns beglückwünscht.

Und nun versuchen sie, Ihre Idee für sich zu nutzen.

Bindewald:Das wird sich zeigen. Vielen ist schon bewusst, dass sie nicht mehr die Reichweite erzielen werden, wie es bei uns der Fall war. Wir waren eben in dieser Form die ersten, der Überraschungseffekt ist also verpufft.

Trotzdem muss der Magistrat der Stadt Friedberg noch seine Zustimmung geben, damit der FSV den Sportplatz künftig "Teko Kältetechnik Arena" nennen darf. Wie ist da der Stand der Dinge?

Bindewald:Wir befinden uns noch in Gesprächen mit der Stadt. Diese hat uns einen Vorschlag gemacht, mit dem wir allerdings nicht zufrieden waren. Deshalb haben wir einen Gegenvorschlag unterbreitet. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung kommen werden.

Auch sportlich läuft es beim FSV. Bislang ist die Männermannschaft in der Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1, noch ungeschlagen.

Bindewald:Wir sind sehr froh über den Saisonstart. Wir bleiben aber auf dem Boden und nehmen jeden Punkt mit, den wir kriegen können. Es ist nicht lange her, da sah es noch ganz anders aus.

Sie sprechen die vergangene Saison an, als Sie im Tabellenkeller feststeckten und die Position des Ersten Vorsitzenden vakant war.

Bindewald:Auf der vergangenen Weihnachtsfeier gab es eine Ansage vom Spielausschussvorsitzenden. Die hat den Nerv von allen getroffen und ging mir persönlich nah, denn ich bin praktisch im Verein groß geworden, war selbst Spieler und Trainer. Da war auch von einer möglichen Spielgemeinschaft bei den Männern die Rede. Als es um den Vorstandsposten ging, gab es ein paar Kandidaten, die aber alle irgendwie unsicher waren, ob sie es nun machen sollen. Da habe ich dann gesagt: Okay, dann mache ich es.

Im April wurden Sie dann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Haben Sie es bereut?

Bindewald:Auf keinen Fall. Natürlich muss man sagen, dass der Sponsorendeal mich und Marc Witzenberger als Zweiter Vorsitzender motiviert hat. Das ist, als würdest zu drei Spiele am Stück gewinnen. Da gehst du auch motivierter an die nächsten Aufgaben.

Wie hat die Mannschaft auf den Marketing-Gag reagiert?

Bindewald:Das hat natürlich eine gewisse Euphorie geweckt. Man hat gespürt, dass die Spieler gemerkt haben, dass mit dem Verein etwas passiert. Mit Trainer Ronny Wadewitz stehen wir ständig in Kontakt, er hat mit seinen Maßnahmen eine Einheit geformt.

Welche Maßnahmen?

Bindewald:Die Jungs waren zum Beispiel gemeinsam beim Fußballgolf oder verlegen auch mal das Training, um sich den kommenden Gegner anzuschauen, wenn dieser unter der Woche spielt. Vergangene Woche waren wir zum Beispiel beim Spiel von unserem Kerb-Heimspielgegener SV Ober-Mörlen in Wölfersheim.

Das Heimatgefühl scheint wieder eine größere Rolle zu spielen.

Bindewald:Das sieht man allein daran, dass wir nach Training und Spiel wieder zusammensitzen. Da sind wir sehr froh drüber. Es ist nicht lange her, dass die Gemeinschaft gefehlt hat. Das sieht man auch daran, dass sich die Dorheimer A-Jugendlichen sofort in der Männermannschaft integriert haben.

Aktuell hat der FSV die Mannschaften von der D- bis zur G-Jugend mit eigenen Nachwuchsspielern besetzt. Welche Ziele verfolgen Sie im Nachwuchsbereich?

Bindewald:Das langfristige Ziel ist es, in allen Altersklassen eine Mannschaft aus eigener Kraft zu stellen. Überhaupt wollen wir die Jugendarbeit intensivieren.

Was heißt das konkret?

Bindewald:Wir wollen uns demnächst mit dem Wetteraukreis zusammensetzen, denn zwischen der Grimm-Schule und unserem Sportplatz gibt es einen Ascheplatz. Wenn man dort ein kleines Kunstrasenfeld bauen würde, könnte da sowohl der Sportunterricht stattfinden als auch unser Nachwuchs spielen. Wir wollen mit der Schule zusammenarbeiten und fußballbegeisterte Kinder in unsere Jugendmannschaften holen.

Die erste Männermannschaft bleibt dennoch das Aushängeschild des FSV. Hört man Ihnen zu, soll die B-Liga nicht die sportliche Obergrenze bedeuten.

Bindewald:Irgendwann wollen wir mal in der Kreisoberliga spielen. Jetzt ist es natürlich noch zu früh, darüber zu sprechen, das ist klar. Wir werden auch trotz des guten Starts nicht davon reden, dass wir diese Saison aufsteigen wollen. Wenn wir im Dezember immer noch in der Spitzengruppe dabei sind, fangen wir vielleicht an, darüber nachzudenken.

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