Bormann verteidigt WM-Titel souverän

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Sarah Bormann hat es eindrucksvoll gezeigt: Sie ist und bleibt die deutsche Ausnahmeboxerin im Leichtfliegengewicht der Frauen. Die Nidderauerin besiegte am Samstagabend in der Fraport-Arena die Französin Anne Marie Da Costa einstimmig mit 100:90 nach Punkten – und kann trotz des verpassten K.o. nun auf den großen Sprung in ihrer Karriere hoffen.

Sarah Bormann hat es eindrucksvoll gezeigt: Sie ist und bleibt die deutsche Ausnahmeboxerin im Leichtfliegengewicht der Frauen. Die Nidderauerin besiegte am Samstagabend in der Fraport-Arena die Französin Anne Marie Da Costa einstimmig mit 100:90 nach Punkten – und kann trotz des verpassten K.o. nun auf den großen Sprung in ihrer Karriere hoffen.

"Ich war gut vorbereitet und habe genau das umgesetzt. Ich wusste, ein K.o. kommt immer von alleine, aber ich bin bei meiner Linie treu geblieben, zumal ich wusste, dass sie noch nie K.o. gegangen ist", sagte Bormann im Interview mit dem Spartensender Sport 1 direkt nach dem Kampf. Denn: Der Auftritt vor XXX Zuschauern in der ehemaligen Ballsporthalle war zugleich ihr erster TV-Kampf, nachdem sie diesen Ende Januar beim Fight gegen die Belgierin Sanae Jae aufgrund einer kurzfristigen Planänderung noch verpasst hatte. "Vielen Dank für die super Stimmung,. Es hat mich total gefreut, hier zu boxen", sagte sie mit Blick auf die Fans, von denen vor allem ein kleiner Block aus ihrem Heimatort und aus ihrem Verein, der TG Hanau, während des zehn Runden andauernden Kampfs ordentlich Stimmung gemacht hatte.

Nun winkt der große Wurf

Unter den Augen von Leichtfliegengewicht-Legende Regina Halmich, die als Co-Kommentatorin das Geschehen aus der ersten Reihe verfolgte, hatte Bormann nach verhaltenem Beginn den Ring gegen die erfahrene Französin (28 Siege in 32 Kämpfen, 11 durch K.o.) schnell im Griff. Aus der Ringmitte heraus trieb sie ihre sieben Zentimeter kleinere Gegnerin meist vor sich her, schlug viele Kombinationen, landete etliche Treffer, verpasste es aber den finalen Punch zu setzen, um den Kampf vorzeitig ein Ende zu machen. Runde um Runde wurde Bormann dabei selbstbewusster, ließ sich von den überfallartigen Kontern der Französin immer weniger beeindrucken, während sie ihre Konkurrentin sichtbar unter Druck setzte, die es allerdings ihrerseits schaffte, den Niederschlag oder auch nur eine den Kampf beenden Verletzung zu vermeiden.

Bormann zeigte dabei ihre konditionelle und technische Klasse aus ihrerer langjährigen und erfolgreichen Amateurboxer-Karriere, ließ aber die entsprechende Schlaghärte für einen Knock-out etwas vermissen. Nichtsdestotrotz verdiente sich die Kämpferin der TS Fight Sportmanagement GmbH von Thomas Schwarz (Geschäftsführer) und Rainer Gottwald (Sportdirektor) ihren Sieg ab der ersten Runde. Sie wirkte agiler, gedanklich schneller und vor allem bestens eingestellt. Mit dem Sieg im Rücken könnte ihr erstmals in ihrer noch jungen Profikarriere (11 Siege, 7 durch K.o.) der Sprung unter die besten zehn Kämpferinnen der Welt gelingen und damit auch der erhoffte Kampf gegen eine Weltmeisterin eines anderen Verbandes, den sie benötigt, um die Titel aller großen Verbände nach und nach auf sich zu vereinigen.

Ebenfalls nicht unwichtig: Nach ihrem Triumph vom Januar aus Karlsruhe boxte Bormann bereits zum zweiten Mal auf einem Event des prominenten Sauerland-Boxstalls, der bereits im Vorfeld angedeutet hatte, die 29-Jährige je nach Vorstellung unter Vertrag nehmen zu wollen. Dies wäre vor allem hinsichtlich Vermarktung sicher ein wichtiger Karriereschritt.

Für das entsprechende "Rundherum" eines gelungenen Abends sorgte auch die entsprechende Prominenz: Neben Halmich sorgten der ehemalige Fliegengewicht-Amateurweltmeister Zoltan Lunka im Bormanns Ecke, Sauerland-Trainer-Legende Ulrich "Ulli" Wegner samt des derzeit wohl prominentesten Sauerland-Kämpfer Vincent Feigenbutz, Eintracht-Legende und Ex-Fußball-Weltmeister Thomas Berthold, Eintracht-Vorstand Axel Hellmann sowie der Rapper Farid Bang für den entsprechenden Celebrity-Faktor und die Hürden für die Selfie-Jäger in der allerdings nur recht spärlich gefüllten Halle, die vor allem dem Hauptkampf zwischen dem Frankfurter Lokalmatadoren Leon Bunn und seinem Gegner Leon Harth um den IBF International Title im Halbschwergewicht entgegenfieberte.

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