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Vor 200 Zuschauern in Belgrad gewinnt Sarah Bormann ihren ersten Kampf nach eineinhalb Jahren Wettkampfpause gegen Catalina Diaz (r.) aus Spanien.

Bormann dominiert in Belgrad

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(okr). Sarah Bormann kann es auch leichter: Die Boxerin aus Nidderau-Ostheim hat am Freitag ihren ersten Kampf im Minimumgewicht (bis 47,6 Kilogramm) für sich entschieden und sich dank des einstimmigen Punktsiegs im Belgrader Hotel Hyatt Regency gegen die Spanierin Catalina Diaz die vakanten WM-Gürtel der WIBF (Women’s International Boxing Federation) und GBU (Global Boxing Union) gesichert.

Dank ihres erfolgreich bestrittenen ersten Auftritts nach der erzwungenen Corona-Pause gilt die 1,63 Meter große Linksauslegerin, die darüber hinaus Halbfliegengewichtsweltmeisterin (bis 48,9 Kilogramm) der GBU, WIBF und WBF (World Boxing Federation) ist, automatisch als Pflichtherausforderin der kommenden Weltmeisterin des WBC (World Boxing Council), die zwischen ihrer Landsfrau Tina Rupprecht und der Mexikanerin Kata Guiterrez ermittelt wird.

»Ich freue mich sehr, dass ich wieder boxen durfte; und dass es siegreich war. Ich bin überglücklich«, erklärt die vierfache deutsche Meisterin nach ihrem 13. Profikampf, für den sie eigens einen Saunaanzug getragen hatte, um die notwendigen Pfunde zu verlieren, ehe es zum obligatorischen Wiegen ging.

Eineinhalb Jahre hatte »Babyface« Bormann warten müssen, bis sie endlich wieder in den Ring steigen durfte. Eineinhalb Jahre, in denen es schwer gewesen ist, die Motivation hochzuhalten, nachdem mehrfach Kämpfe angesetzt und wieder abgesagt worden waren.

Umso wichtiger war der Auftritt in Serbiens Hauptstadt, auf den sich die Nidderauerin mit ihrem Trainer Benjamin Romero gewohnt akribisch vorbereitet hat. Im April bereits von ihrem Arbeitgeber freigestellt, reihte sich Sparring an Sparring, Laufeinheit an Laufeinheit, ehe ein umfangreiches Videostudium die Zielgerade zum Showdown einleitete und der Matchplan schließlich Gestalt annahm.

Den setzte die ambitionierte Fighterin dann auch konsequent über die komplette Distanz um. Bormann marschierte gegen die ehemalige Europameisterin Diaz, von der man wusste, dass sie durch ihre Nehmerqualität bestechen würde, in der ihr unnachahmlichen Art nach vorne und gewann so ausnahmslos jede der zehn, über zwei Minuten laufenden Runden. »Ich war sehr gut vorbereitet, habe mich den ganzen Kampf über gut gefühlt und wenig Treffer bekommen«, so Bormann, die mit einem Augenzwinkern nachschiebt, dass »mir nichts wehtut. Ich habe nichts, sehe aus wie neu«.

Mit ihrem Auftritt begeisterte die 31-Jährige nicht nur ihren neuen Boxstall Petko’s Boxing, sondern auch die 200 vor Ort zugelassenen Zuschauer, die sie frenetisch bejubelten. »Es war eine super Stimmung. Sie haben mich alle angefeuert«, fasst Bormann zusammen, wohlwissend, dass sie mit dem beeindruckend deutlichen Triumph ihrem ehrgeizigen Ziel, amtierende Weltmeisterin in vier Gewichtsklassen zu werden, wieder ein gutes Stück näher gekommen ist.

Allerdings möchte Bormann zunächst in der Minimumklasse bleiben, da ein möglicher Vereinigungskampf mit der Augsburgerin Rupprecht sehr verlockend ist. »Die anderen Klassen«, blickt Bormann voraus, »kommen dann Stück für Stück. Mal sehen, was als Nächstes ansteht.«

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