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Blockiert Corona die Finanzspritze?

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Die deutliche Erhöhung der Meldegebühren für die hessischen Volleyballer war schon vor der Pandemie ein kontrovers diskutiertes Thema. Vor allem sollen damit die Ausgaben der Verbände gedeckelt werden. Doch durch das Coronavirus hat sich die Lage verändert und der Zusammenhalt zwischen Verbänden und Vereinen wird abermals vor eine harte Probe gestellt.

In rund vier Monaten soll es eigentlich (wieder) losgehen. Der Rahmenterminplan steht, doch ob die Volleyball-Saison tatsächlich wie geplant starten kann, ist derzeit aufgrund der Einschränkungen rund um das Coronavirus logischerweise fraglich. Bislang hat die hessische Landesregierung lediglich die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs erlaubt, und auch hier nur unter strengen Auflagen.

Doch die neue Saison bringt noch eine weitere Neuerung mit sich, die nun ebenso wie der Terminplan wankt. Die Gebühren für die Mannschafts- und Spielermeldung werden in den nächsten beiden Spielzeiten um das Sechsfache angehoben. Das hatte der Hessische Volleyball-Verband (HVV) bereits auf dem Verbandstag 2019 beschlossen.

Die Kette beginnt beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV), der zur Umsetzung seines Leistungskonzepts künftig vom HVV 143 000 Euro als Beitrag überwiesen bekommt - mehr als doppelt so viel wie bisher. Der HVV legt die Erhöhung nach Absprache mit den Vereinen auf die Meldegebühren um. So sollen die Mehrausgaben ab 2022 gedeckelt werden und dem HVV zusätzlich jährlich 15 000 Euro für Investitionen zur Verfügung stehen. Daran hat sich - Stand jetzt - nichts geändert.

Unter Kostendruck

Doch durch die Coronavirus-Krise hat sich die finanzielle Situation bei Verbänden und Vereinen alles andere als verbessert. "Wir als Verband versuchen derzeit, unsere Liquidität über verschiedene Maßnahmen stabil zu halten. So gibt es beispielsweise ein Ausgabenstopp sowie Kurzarbeit für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle", sagt Dirk Wortmann, als HVV-Vizepräsident für die Finanzen zuständig. Dabei war der Verband schon vor der Krise gezwungen, Kosten zu senken.

Die Vereine hatten größtenteils Verständnis für die Erhöhung - wohlgemerkt vor der Krise. Die SG Rodheim allerdings ist von der Regelung stark betroffen. Vier Herren- und drei Damen-Teams sind im Spielbetrieb aktiv. Bei einer angenommenen Zahl von zwölf Spielern pro Team steigen die Gebühren von 336 Euro zur kommenden Saison auf 1008 Euro. Ab 2022 sind es sogar 2016 Euro - sofern kein Spieler unter die U 20-Regelung fällt, denn Nachwuchsakteure sind von der Regel ausgenommen.

Das, was vor der Krise für die Vereine noch verkraftbar war, könnte nun ein deutlich schwererer Kraftakt werden. Dessen ist man sich auch beim HVV bewusst und hat das Thema auf der Agenda. "Wir werden in den nächsten Tagen darüber entscheiden, ob wir mit Hinblick auf die Entlastung der Vereine die Gebühren für die Spielerpässe geringer ansetzen als ursprünglich geplant. Die Entscheidung wird stark davon abhängen, ob wir die nächste Hallensaison wie geplant Ende August starten können", erklärt Wortmann.

Ungewisse Zukunft

Dabei sei man logischerweise auch abhängig von den Entscheidungen der Politik. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass in den kommenden Tagen eine politische Entscheidung über einen Sachverhalt getroffen wird, der ein Vierteljahr in der Zukunft liegt - zu ungewiss ist die Situation schon mit Blick auf den nächsten Monat, zumal sich erst zeigen muss, wie sich die Öffnung des Freiluftsports auf die Infektionszahlen mit SARS--CoV-2 auswirken.

Immerhin hat sich der HVV offensichtlich schon Gedanken gemacht. Anders als der DVV. Der habe sich gegenüber dem HVV bislang noch nicht dazu geäußert, wie er mit der Erhöhung der Meldegebühr verfahren will, sagt Wortmann. Auch eine Anfrage unserer Redaktion blieb unbeantwortet. FOTO: DPA

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