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Thomas Niewiadomy ist zurück als Trainer beim SV Blau-Gelb Friedberg. Er führte die »Buntigen« vor zwei Jahren von der C- in die B-Klasse.

Fußball-Kreisliga B Friedberg

Blau-Gelbe Aufbruchstimmung rund ums Friedberger Burgfeld

  • Christoph Sommerfeld
    VonChristoph Sommerfeld
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Mit einem Trainerwechsel auf den letzten Drücker machte der SV Blau-Gelb Friedberg auf sich aufmerksam. Dieser scheint aber kaum etwas mit enttäuschten Erwartungen bei den Beteiligten zu tun zu haben.

Erst im April meldete der SV Blau-Gelb Friedberg die Neubesetzung zweier wichtiger Posten. Michael Kinkel übernahm den Job des Fußball-Abteilungsleiters, und Andre Morgenstern wurde als Trainer installiert. Im August, rund vier Monate später, sind beide schon nicht mehr im Amt. Erst kurz vor dem Saisonauftakt am vergangenen Wochenende kehrte mit Thomas Niewiadomy der Aufstiegscoach der Saison 2018/19 zurück ans Burgfeld. Morgenstern zog sich aus privaten Gründen zurück (die WZ berichtete). Klingt nach Ärger

SV Blau-Gelb Friedberg: Neuer Abteilungsleiter und neuer Trainer

Mittlerweile hat Ronnie Kuhlmann den Hut in der Fußball-Abteilung auf. Er ist seit jeher ein »Buntiger«, trägt den Verein im Herzen. »Andre Morgenstern hat uns zu verstehen gegeben, dass er vorerst doch nicht mehr als Trainer tätig sein möchte, er aber Spaß daran hat, als Spieler zu bleiben«, erklärt Kuhlmann. »Das sollte ein klares Zeichen dafür sein, dass es keinen Stress im Hintergrund gab. Andernfalls hätte man sicher viel hinein interpretieren können.« Auch den Abgang seines Vorgängers Kinkel will der neue Abteilungsleiter nicht als eine Trennung im Bösen verstanden wissen. »Michael Kinkel kam quasi als Externer zum Verein, hatte vorher nichts mit Blau-Gelb zu tun. Seine Entscheidung dürfte ebenfalls aus privaten Gründen gefallen sein. Aber er hat von April bis heute - zusammen mit Morgenstern - erheblich dazu beigetragen, dass wir mit bislang 19 Zugängen aktuell Historisches erleben«, sagt Kuhlmann.

Morgenstern war übrigens im April auch recht kurzfristig als Trainer eingesprungen, weil der vorherige Coach Nachwuchs bekommen hatte und deswegen kürzertreten wollte: Ex-Übungsleiter Domenico Gasbarrone ist dem Verein ebenfalls erhalten geblieben. Er hat das Kapitänsamt in der ersten Mannschaft übernommen. Ein weiteres Indiz für den positiven Spirit rund ums Burgfeld.

SV Blau-Gelb Friedberg: Klassenerhalt ist das große Ziele

Kuhlmann, der mit 40 Jahren noch bei der Reserve kickt und stolze 90 Prozent der Vorbereitung absolviert hat, stand sofort zur Verfügung, als es brannte und ein personelles Vakuum auf den Schlüsselpositionen im Verein entstanden war. Seine erste Aufgabe war es freilich, einen neuen Coach zu suchen. »Es gab zwei konkrete Optionen, aber für mich war klar: Wir müssen Thomas zurückgewinnen. Mit ihm sind wir vor zwei Jahren aufgestiegen. Die Art, wie er Fußball spielen lässt, überzeugt mich.« Im Gesamtvorstand herrschte schnell Einigkeit, und so kehrte Niewiadomy an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Das 1:4 am Sonntag gegen die SG Wöllstadt II in der Kreisliga B (Reserve: 0:3 gegen KSG Bönstadt) musste der »alte Neue« coachen, ohne auch nur eine Trainingseinheit gesehen zu haben. »Deshalb spielt das Ergebnis für mich auch keine Rolle. Ich muss die Leute jetzt erst einmal kennenlernen und schauen, wer am besten in mein System passt«, blickt Niewiadomy voraus. »Nach der Aufstiegssaison wurde ja keine Spielzeit mehr richtig beendet. Somit sehe ich uns immer noch als Aufsteiger und möchte in erste Linie die Klasse halten. Von mir wird es keine Vorgabe geben, dass wir einen einstelligen Platz erreichen müssen«, sagt der Coach, der einst auch beim SV Ossenheim an der Seitenlinie stand.

SV Blau-Gelb Friedberg: 19 Neuzugänge müssen integriert werden

Seit dem Restart im Fußball sind bislang durchschnittlich 23 Spieler im Blau-Gelb-Training! Ganze 19 Zugänge hatten die »Buntigen« zu verzeichnen - bei nur wenigen Abgängen. Ein großer Zulauf, der vor allem der kurzen, aber intensiven Arbeit von Morgenstern und Kinkel zu verdanken ist. »Da haben die beiden viel bewirkt«, lässt Kuhlmann wissen. »Drei, vier Spieler sind aber auch zu uns gekommen, nachdem sie in die Wetterau gezogen sind und durch Social Media auf uns aufmerksam wurden. Man realisiert einfach, wie viel sich bewegt.«

Den Bereich der Sozialen Medien verantworten Marcel Alda und Marcel Neu, die beim SV Blau-Gelb eine Marketingoffensive einleiteten, viele Gespräche mit der Stadt Friedberg führten und dafür sorgen, dass mittlerweile das eine oder andere Werbebanner das Burgfeld ziert. Das eröffnet finanzielle Möglichkeiten. Vorhandenes Geld soll zurück in die Mannschaft fließen. Neue Trikotsätze sind schon da, Trainingsanzüge sollen folgen. »Wir haben nun erstmals eine eigene Umkleide am Burgfeld, die wir in Eigenregie hergerichtet haben«, erklärt Kuhlmann. An der Decke leuchten farbige LED-Lichter für kommende Kabinenpartys.

SV Blau-Gelb Friedberg: Besonderes Dreigestirn der Alda-Brüder

Marcel Alda ist dabei nicht nur Teil des neuen Vorstands, sondern darf sich zu einem ganz besonderen Dreigestirn zählen. Seine Brüder Nikolas und Marc-Andre kicken ebenfalls für den Verein. Alle drei sind Neuzugänge, wobei BG-Urgestein Marcel von einem Intermezzo in Dorheim zurückkehrte und Flügelspieler Marc-Andre Alda bereits zur Aufstiegstruppe 2018/19 gehörte. Bruder Nikolas fühlt sich im Mittelfeld zu Hause.

Zusammen mit ihren Teamkollegen bilden sie einen 40 Mann starken Kader, von dem etwa 30 Spieler am Wochenende für zwei Mannschaften zur Verfügung stehen. Das bedeutet im Moment noch, dass einige Akteure nicht zum Einsatz kommen können. »Aber warten wir mal die kalte Jahreszeit ab«, sagt Kuhlmann, der weiß, dass die Trainingsbeteiligung sich dann wieder leicht zurückentwickeln wird.

Dennoch: Zunächst hat man am Burgfeld erstmal Luxusprobleme. Um die ganze Organisation rund um die B- und C-Liga-Begegnungen zu bewältigen, wünscht sich der Abteilungsleiter sogenannte Spieltagskoordinatoren. »Wir würden uns über Leute freuen, die Lust aufs Vereinsleben in einem netten Umfeld haben und beispielsweise bei der Bewirtschaftung helfen wollen. Dabei geht es vor allem darum, die Mannschaft zu entlasten.« Mit viel Engagement und Akribie soll so die Flamme am Lodern gehalten werden, die die Blau-Gelben entfacht haben.

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