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Dominik Schlatter (M.) und Andrei Dogot (r.) liefern dem Regionalligisten einen packenden Kampf.

Fußball-Hessenpokal

Bitter: SC Dortelweil verliert in der Nachspielzeit

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Was für eine Dramatik: Der SC Dortelweil unterliegt in Runde eins des Hessenpokals dem Regionalligisten FC Bayern Alzenau mit 1:2. Die Fans sahen eine irre Schlussphase.

Die meisten der rund 330 Zuschauer dürften vor dem Besuch des Erstrundenspiels im Hessenpokal zwischen dem Gruppenligisten SC Dortelweil und Regionalliga-Aufsteiger FC Bayern Alzenau von einer klaren Angelegenheit zugunsten der drei Klassen höher angesiedelten Unterfranken ausgegangen sein. Doch dem war bei weitem nicht so, denn der Pokalsieger des Fußballkreises Friedberg verlangte dem Favoriten alles ab und stand nicht nur dicht vor dem Erreichen der Verlängerung, sondern hatte in der 89. Minute beim Stande von 1:1 durch Oliver Steffen sogar noch einen Pfostenschuss zu verzeichnen.

Die Dramaturgie der packenden Pokalpartie hatte aber am Ende einen bitteren Schlussakkord für die Dortelweiler im Drehbuch. Als sich schon jeder auf zusätzliche 30 Minuten eingestellt hatte, pfiff Schiedsrichter Patrick Glaser aus Wiesbaden in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einem Foul von Christopher Pross an Dominique Jourdan einen Strafstoß, den Gianluca Alessandro für die Mainfranken zum schmeichelhaften Siegtreffer versenkte (90./+5).

Bittere Entwicklung

Besonders bitter war für den Außenseiter, dass der Spielleiter zuvor nur drei Minuten dranhängen wollte. SCD-Trainer Frank Ziegler hob in seiner Analyse hervor: "Vor dem Spiel hätte ich ein 1:2 unterschrieben, aber jetzt fühlt es sich nach dieser respektablen Leistung bitter an. In zwei Stunden kann ich aber ganz viel Positives aus der Darbietung ziehen. Ich bin stolz auf die Leistung der Truppe und man hat gesehen was in dieser Mannschaft steckt."

In der Tat konnten die Hausherren dem mit einer besseren B-Elf angereisten Regionalligisten über die gesamte Distanz Paroli bieten. Gästecoach Angelo Barletta, selbst wohnhaft im Bad Vilbeler Stadtteil, hatte zunächst nur 13 Spieler auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt und nominierte später noch den Neuzugang von Kickers Offenbach, Serkan Firat, nach.

Bayern Alzenau fahrlässig

Das war auch bitter nötig, denn Alzenau ging mit seinen Tormöglichkeiten fahrlässig um und gestattete den Wetterauern schon im ersten Abschnitt Chancen. Das 0:0 zur Pause ließ Dortelweil weiter auf eine Überraschung hoffen, die sich nach Wiederbeginn immer wieder anbahnte. Zwar erhöhten die Gäste nun den Druck, spielten aber zu kompliziert. Der eingewechselte Elias Niesigk donnerte den Ball dann aus kurzer Distanz an die Unterkante der Latte, im Gegenzug hatte Dortelweils Steffen die Riesenchance, scheiterte aber an FCB-Schlussmann Marvin Gärtner.

Die motivierten Hausherren zwangen die Alzenauer mehr und mehr zu Verzweiflungsaktionen, erst mit Firats Hereinnahme kam Struktur ins Spiel der Gäste. Nach Zuspiel des Ex-Offenbachers brachte Kubilay Cetin die "kleinen Bayern" mit Hilfe des Innenpfostens in Führung (79.), doch der Underdog glich per Kopfball durch Dominik Schlatter tatsächlich aus (87.), bevor mit dem späten Elfmeterpfiff der Traum von der Pokalsensation ein jähes Ende fand.

SC Dortelweil: Rühl - Lampe, Brinkert, Eiwanger, Pröckl - Wiemann (65. Müller), Schlatter, Stahl (73. Pross) - Cholewa (83. Lee), Steffen, Dogot.

FC Bayern Alzenau: Gärtner - Kaiser (73. Firat), Jourdan, Auer, Calabrese (46. Okyere) - Köhler, Bergmann (46. Niesigk) - Alessandro, Kalata, Cetin - Bouthakrit.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden). - Zuschauer: 330. - Tore: 0:1 Cetin (79.), 1:1 Schlatter (87.), 1:2 Alessandro (90./+5, Foulelfmeter).

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