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Sven Schnabl (Mitte) ist Teamchef und Gründer von Schnabl Engineering aus Butzbach.

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring - Butzbacher Teamchef Sven Schnabl: "Bin mit zwei Kaffee durchgekommen"

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Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist Kult. Seit Jahren mit dabei: Falken Motorsports und das Butzbacher Unternehmen Schnabl Engineering. Ein Interview mit Teamchef Sven Schnabl.

Das Falken-Team gehört so fest zum Inventar am Nürburgring wie die vermeintlich noch größeren Namen Manthey-Racing, Black Falcon oder auch der legendäre Opel Manta, der selbst beim 24-Stunden-Rennen am Wochenende (lesen Sie hier den Bericht von der Strecke) nicht fehlen durfte. Das Team hinter dem Team ist Schnabl Engineering aus Butzbach. Es hat in der vergangenen Saison zwei Siege in der VLN-Serie erzielt, darunter einen historischen Doppelerfolg. Nicht nur deshalb hatte sich die Truppe von Teamchef Sven Schnabl für das 20-jährige Falken-Jubiläum am Nürburgring Hoffnungen auf das Podest gemacht. Am Ende reichte es aber "nur" zu Platz sechs und 21. Ein Interview.

Herr Schnabl, wie ist Ihr Fazit einen Tag nach dem Rennen?

Sven Schnabl:Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden. Das Gesamtergebnis ist zwar klasse, aber ich wollte gewinnen. Dafür waren wir aber nicht gut genug. Mit dem BMW haben wir fast alles richtig gemacht, die Fahrer waren ebenso wie die Boxencrew fehlerfrei, wir sind ohne Feindkontakt durchgekommen und mit der entsprechenden Pace auch nach vorn gespült worden, nachdem Platz 31 in der Startaufstellung herausgekommen war. Mit dem Porsche hatten wir dagegen ein paar Probleme. Da war irgendwann die Platzierung einfach weg und es ging nur noch darum, das Auto sicher ins Ziel zu bringen.

Wie besonders ist für Sie das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring im Vergleich zu einer Veranstaltung der VLN-Serie?

Schnabl:Letztlich kriegen wir den ganzen Hype rund um das 24-Stunden-Rennen gar nicht so mit, viel ist Business as usual. Zudem war es längst nicht mein erstes Rennen dieser Art und zumindest die Wetterkapriolen sind uns diesmal erspart geblieben. Aber das brauche ich auch nicht jedes Mal. Wir hatten so schon genug zu tun. Natürlich ist außen der Mythos spürbar, für die Fans ist das Volksfeststimmung mit Motorsport der Spitzenklasse.

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring - Bilder

 © Kessler
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Wie hält man als Teammitglied diese Belastung ohne Schlaf aus?

Schnabl:Letztlich muss das jeder für sich selbst wissen (lesen Sie hier den Bericht über den Schnabl-Chefmechaniker). Freitagabend ging schon sehr lange, wir mussten Samstag mit beiden Autos das Warm-up fahren, obwohl das nicht geplant war. Dadurch waren am Ende mehr als 36 Stunden am Stück an der Strecke. Die Mechaniker haben zwar immer mal ein paar Minuten Ruhe, wenn die Autos auf der Nordschleife sind, aber die Ingenieure und ich als Teamchef müssen selbstverständlich alle Daten dauernd im Auge behalten. Letztlich bin ich mit zwei Kaffee durchgekommen, aber ich bin auch innerlich sehr aufgeputscht. Mit Rennende geht die Anspannung weg, und dann habe ich schon gemerkt, dass ich im Stehen einschlafen würde, wenn ich sonst nichts zu tun hätte.

Wie geht es jetzt mit Blick auf die restliche Saison weiter?

Schnabl:Wir müssen gucken, dass wir besser werden. Wir werden Auto und Reifen technisch weiterentwickeln müssen, um schneller zu werden. Stillstand bedeutet bei dieser Leistungsdichte immer Rückschritt. Ich bin optimistisch, dass es in fünf Wochen bei der VLN besser wird. Wir werden diese Woche Mittwoch und Donnerstag arbeiten und ab nächster Woche ganz normal weitermachen. (Foto: Falken/Gruppe C GmbH)

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