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Mit der Erfahrung von rund 600 DEL- und 100 Länderspielen: Nicolai Goc hält die Defensive der Bietigheim Steelers zusammen.

Bietigheim Steelers

Bietigheim Steelers: Große Qualität im kleinen Kader

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Ende der Ära Weller/McNeeyl bei den Bietigheim Steelers: Der Top-Klub verstärkt dafür die Defensive mit Tim Schüle und Erik Stephan.

Der Umbau des Kaders mit Verjüngung und Aufbau einer Mannschaft, die zur Saison 2020/21 nur punktuell verstärkt werden muss, um dann um den DEL-Aufstieg mitzuspielen, geht in Bietigheim voran. Nach dem ungewohnt frühen Playoff-Aus soll es in der neuen Spielzeit in der Hauptrunde ein Platz zwischen eins und vier und in den Playoffs mindestens das Halbfinale sein. Ungewöhnlich: Die Steelers gehen mit lediglich drei Kontingentspielern in die neue Runde.

Zugänge/Abgänge:Vier der acht Zugänge sind Defensivspieler, zwei bilden das neue Torhüterduo und zwei sollen dem Sturm neue Impulse, Schnelligkeit und Torgefahr verleihen. Fünf Spieler bringen jede Menge Erfahrung mit und kennen die DEL 2 aus vorherigen Stationen. Als Meister mit Banska Bystrica in der slowakischen Extraliga kommt Torhüter Stephan Williams zu den Steelers. Der Mann mit Gardemaß ist die klare Nummer eins. Als Backup ist Cody Brenner vorgesehen. Die ohnehin gut bestückte Verteidigung mit den erfahrenen Nikolai Goc, Max Prommersberger und Benjamin Hüfner erhielt enorme Qualität zugeführt. Tim Schüle kehrt in seine Geburtsstadt zurück. Er galt in den beiden letzten Spielzeiten als einer der besten Verteidiger der Liga. Eric Stephan absolvierte in der vorigen Saison acht Spiele für die Steelers und wurde nun fest aus Nürnberg verpflichtet. Der Kanadier Chris Owen bewies seine Qualitäten in 94 Spielen für die Lausitzer Füchse. Als entwicklungsfähiges Talent gilt Fabian Rinitzky, der in Bietigheim seine erste Station im Profibereich antritt. Mit seiner enormen Schnelligkeit und seinem abgezockten Abschluss soll Lukas Laub eine Waffe im Sturm der Bietigheimer werden. Mit ihm, Max Lukes und Benjamin Zientek verfügt das Team über extrem schnelle und flinke Angreifer. Als Mentalitätsspieler aus seiner langen Zeit bei den Löwen Frankfurt - dort spielte er auch schon mit Laub zusammen - eingeplant ist Brett Breitkreuz, der die Rolle des aggressiven Shawn Weller übernehmen soll.

Der Abgang von Torwart Sinisa Martinovic, dessen Vertrag nicht mehr verlängert wurde, und die Trennung von Weller und dessen kongenialen Sturmpartners Tyler McNeely bedeutet im Steelers-Kader eine gravierende Zäsur. Das Trio spielt künftig unter dem ehemaligen Steelers-Coach Kevin Gaudet für die Tölzer Löwen. Willie Corrin konnte in seiner Premierensaison nur bedingt überzeugen, auch sein Vertrag wurde nicht verlängert. Für die DEL empfohlen hat sich Torwart Ilya Sharipov.

Stärken/Schwächen:In der Verteidigung sind die Steelers sehr gut besetzt und weisen eine höhere Qualität als in der Vorsaison auf. Schüle sorgt offensiv für Impulse und ist ein Plus im Powerplay, Nikolai Goc hat seine Stärken vor allem in der reinen Defensivarbeit. Die Sturmreihen sind eingespielt und haben zwei Qualitätsspieler dazubekommen. Der Kader ist allerdings etwas dünn besetzt. Das Toreschießen muss auf mehrere Schultern verteilt werden, um Toregarant Matt McKnight zu entlasten.

Trainer/Umfeld:Hugo Boisvert bekommt die Chance, die verstärkte Mannschaft weiterzuentwickeln und zu beweisen, dass er der richtige Mann ist, um ab 2020 den Aufstieg in die DEL anzugehen. Unterstützung erhält er von Co-Trainer Marc St. Jean, der auch als Sportlicher Leíter fungiert und sich stets im Hintergrund hält. Der umtriebige Geschäftsführer Volker Schoch ist der starke Mann im Verein und unantastbar.

Fazit/Progose:Der Kader ist zwar klein, aber durch kluge Einkaufspolitik erheblich stärker als in der Vorsaison. Trainer Boisvert muss nun liefern und mindestens das Halbfinale erreichen. Claus Pfitzer

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