Biehls Last-Minute-Knaller rettet Nieder-Weisel im Derby

(mw) Nieder-Weisels Pressesprecher Gunthard Krausgrill gab nach der Gruppenliga-Partie seines SV gegen den SV Gronau zu: »Die Gäste hätten den Sieg verdient gehabt«. Dass es am Ende 3:3 (1:2) stand, dafür hatte er eine Erklärung.

»Durch ihre taktischen Auswechslungen ab der 86. Minute haben sie sich vielleicht selbst aus dem Tritt gebracht. Wir sind dadurch jedenfalls wach geworden«. Treffer von Patrick Berschick (88.) und Andreas Biehl (91.) brachten den Gastgebern jedenfalls in diesem Kellerduell einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn, der für beide Teams im Abstiegskampf zu wenig ist.

Die ersten Aufreger gab es schon vor der Partie, denn diese sollte auf dem Hartplatz über die Bühne gehen. Die Schiedsrichter entschieden dann, dass nur auf der Rasenplatzseite Zuschauer stehen dürfen. Die Vertreter des Heimvereins konnten beiden Tatsachen nichts Positives abgewinnen. »Ein Gruppenliga-Spiel auf diesem Platz – ein Witz. Ebenso wie die Sache mit den Zuschauern«, sagte Krausgrill, der ansonsten über die Linienrichter ähnlich urteilte wie in der Bundesliga zuletzt der Mainzer Trainer Thomas Tuchel über den vierten Offiziellen. »Sie sind mehr damit beschäftigt, sich um Belangloses an der Trainerbank zu kümmern, als sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren«, schimpfte Krausgrill.

Die Partie auf dem schmalen Hartplatz, der mit Ach und Krach die Mindestgröße erfüllt, entwickelte sich zum Kampfspiel mit vielen langen Bällen, wobei die Gäste besser in den Rhythmus fanden. In der achten Minute bediente Teich Alexander Traut, der aus fünf Metern nur einzuschieben brauchte – 0:1. Polotzek traf wenig später nur das Außennetz (25.), ehe auf der Gegenseite Patrick Berschick einen langen Ball aus der Luft nahm und ins lange Eck zum 1:1 traf (35.). Ein Fernschuss des Nieder-Weiseler Stürmers strich kurz darauf knapp am Gronauer Gehäuse vorbei (42.). Die Mannschaft von Trainer Jochen Kostiris ging jedoch vor der Halbzeit erneut in Führung. Matkovics langen Ball nahm Marco Teich per Kopf aus 15 Metern, das Leder segelte ins Tor (1:2/45.) – sehr zum Unverständnis von Krausgrill. »Das darf nicht passieren«.

Routinier Zvonimir Matkovic erhöhte in der 58. Minute nach schöner Kombination mit Polotzek aus 16 Metern auf 3:1 für die Gäste, deren Torhüter Manuel Jonas sich danach zweimal auszeichnete. Zunächst bremste er den alleine aufs Tor zulaufenden Berschick (65.), Antmanskys Kopfball nach dem darauffolgenden Eckball lenkte er ebenso gekonnt über die Latte (66.). In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Gronau wechselte zunächst Sascha Hewig für Alexander Traut ein. Nur zwei Minuten danach bediente der eingewechselte Zarifoglu per Lupfer Patrick Berschick, der zum 2:3 vollendete. Gronau wechselte das zweite Mal, hatte bei einem Konter noch die Chance zur Entscheidung (89.) – vergab diese jedoch, und musste in der Nachspielzeit noch den Ausgleich hinnehmen. Andreas Biehl knallte das Leder aus 17 Metern in den Winkel, das 3:3 bedeutete den Endstand.

Nieder-Weisel wechselte bereits in der ersten Halbzeit zweimal. A-Junior Frederic Nocke-mann wurde nach 21 Minuten von Zarifoglu abgelöst, nach zwei vollen Partien am Donnerstag und Samstag kam er auf dem Hartplatz nicht gut ins Spiel. Bei Stefan Moritz brach die eigentlich auskurierte Zerrung wieder auf, Antmansky kam (30.).

Gronaus Spielausschussmitglied Stefan Firla hatte »eine Partie auf Augenhöhe« gesehen. »Wir hatten mehr vom Spiel, die Schlussphase ist dann bezeichnend für die vergangenen Wochen bei uns«.

SV Nieder-Weisel: Maas – Wanzke, Winter, Nockemann (21. Zarifoglu), Krimmel – Schwarz, Biehl, Moritz (30. Antmansky), Kette (70. Werner) – Volp, Berschick.

SV Gronau: Jonas – Tement, Zahradnik, Chehab, Basanisi – Güven (88. Pereira), Polotzek, Matkovic, Teich, Traut (86. Hewig) – Vancura.

Tore: 0:1 (8.) Traut, 1:1 (35.) Berschick, 1:2 (45.) Teich, 1:3 (58.) Matkovic, 2:3 (88.) Berschick, 3:3 (91.) Biehl.

Schiedsrichter: Krauß (Frankfurt).

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