1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Bernd Walter verlässt den TSV Södel zum Saisonende

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(jms) Hohe Wellen hat die Niederlage des TSV Södel gegen die SG Kleenheim II am vergangenen Wochenende geschlagen. Emotions- und lustlos präsentierte sich der Tabellenzweiten der Handball-Bezirksoberliga gegen den Abstiegskandidaten und konnte somit keine Werbung in eigener Sache betreiben. Die wäre allerdings dringend notwendig gewesen, um den eigenen Trainer zum Bleiben zu bewegen. Bernd Walter hatte sich bereits vor einigen Wochen mit dem Gedanken getragen, in Södel aufzuhören. Die Worte der Verantwortlichen, der Mannschaft und dem Vorstand hatten den Trainer noch einmal nachdenken lassen. Die zuletzt gezeigten Leistungen gaben dann aber doch den Ausschlag, das Engagement beim TSV zum Saisonende zu beenden. WZ-Mitarbeiter Jan Martin Strasheim hat mit Bernd Walter gesprochen.

Bernd Walter, die Niederlage gegen Kleenheim soll für reichlich Ärger in Södel gesorgt haben....

Walter: Wenn man die Presseberichte liest, könnte man das meinen. Aber so krass ist es dann doch nicht. Natürlich waren wir enttäuscht, und natürlich hatten wir uns das ganz anders vorgestellt. Klar ist auch, dass wir uns - nachdem der Meisterschaftskampf entschieden ist - auch einmal ein schlechtes Spiel leisten dürfen - aber nicht gleich zwei hintereinander.

Vor einigen Wochen haben sie bereits beim TSV angekündigt, für die kommende Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Wie ist der Stand der Dinge?

Walter: Ja, es ist richtig, dass ich in den vergangenen Wochen bereits meinen Abschied angekündigt hatte. Daraufhin ist die Mannschaft mit der Bitte an mich herangetreten zu bleiben. Das hat mich schon berührt und mich zum Nachdenken bewegt. Auch die tolle Zusammenarbeit mit Lothar Pirl war ein Grund, über diese Entscheidung nachzudenken. Doch die beiden Niederlagen und die Art und Weise des Zustandekommens haben mir dann doch gezeigt, dass es so nicht weitergeht. Die Mannschaft und ich haben verschiedene Vorstellungen.

Inwiefern differenzieren sich die Vorstellungen?

Walter: In Södel wird eine Menge dafür getan, oben mitzuspielen und auch aufzusteigen. Deswegen bin ich auch nach Södel gekommen. Doch der eine oder andere Spieler nimmt das alles etwas zu locker. Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass mir die Trainingsbeteiligung nicht passt. Das ist einfach zu wenig. Und zuletzt hat auch die Einstellung im Spiel nicht gestimmt. So etwas kann ich nicht tolerieren. Darauf habe ich auch keine Lust. Ich will, dass meine Mannschaft immer 100 Prozent gibt.

Zum Saisonende ist für Sie also definitiv Schluss in Södel?

Walter: Ja. Ich habe die Mannschaft am Dienstagabend informiert. Ich hatte zwei tolle Jahre in Södel, die einen Riesenspaß gemacht haben. So werde ich das in Erinnerung behalten. Die Zeit in Södel möchte ich nicht missen.

Die Gerüchteküche brodelt. Neben anderen Klubs soll auch die HSG Münzenberg/Gambach - ihr Heimatverein - bei ihnen angeklopft haben...

Walter: Auch das stimmt. Ich hatte ein Gespräch mit den HSG-Verantwortlichen geführt. Jeder weiß, dass als Münzenberger mein Herz an der HSG hängt. Allerdings gehe ich zu 99 Prozent davon aus, dass ich im nächsten Jahr gar nicht als Trainer tätig sein werde. Die Enttäuschung aus der abgelaufenen Saison ist doch zu groß. Ich brauche eigentlich ein bisschen Abstand. Die HSG benötigt sicher mal einen neuen Mann. Aber ich weiß schon jetzt, dass es in zwei bis drei Monaten wieder juckt. Ohne Handball geht es eben nicht.

Auch interessant

Kommentare