1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Beierle tobt nach Derby-1:2 beim SV Nieder-Wöllstadt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zwei Elfmeter nicht bekommen, Pfosten getroffen und die Gelb-Rote Karte erhalten: Stefan Ljujic kann es nicht fassen.	(Foto: Chuc)
Zwei Elfmeter nicht bekommen, Pfosten getroffen und die Gelb-Rote Karte erhalten: Stefan Ljujic kann es nicht fassen. (Foto: Chuc) © Andreas Chuc

Es war ein reines Kampfspiel, und am Ende siegte nicht etwa die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft: Beim Wetterauer Gruppenliga-Derby zwischen den abstiegsbedrohten Teams SV Nieder-Wöllstadt und SC Dortelweil traf exakt diese Beschreibung zu, denn die gastgebenden Nieder-Wöllstädter behielten nicht zuletzt dank strittiger Entscheidungen von Referee Abdulkadir Ova (Geisenheim) mit 2:1 (0:1) die Oberhand.

Ein von Aziz El Mojahid verwandelter Elfmeter, der nach Ansicht von Dortelweils Spielertrainer Markus Beierle nie und nimmer einer gewesen war, sowie ein abgefälschter Freistoßtreffer Philipp Mangolds sorgten dabei in der zweiten Hälfte noch für den Umschwung zugunsten der Platzherren, die nach den ersten 45 Minuten knapp hinten gelegen hatten.

»So macht Fußball keinen Spa?, war SCD-Coach Beierle dem entsprechend bedient, »auf der einen Seite pfeift der Unparteiische Strafstoß, auf der anderen Seite in zwei mindestens vergleichbaren Fällen jedoch nicht. Wir waren die bessere Mannschaft, sind jedoch dafür nicht belohnt worden«. Beierles Trainer-Kollege auf Nieder-Wöllstädter Seite, Gökhan Kocatürk, bewertete die 90 Minuten etwas anders: »In einer Partie auf Augenhöhe hatten wir zunächst die besseren Chancen, aber vorne kein Glück im Abschluss«. Der Elfmeter, der zum 1:1-Ausgleich führte, sei berechtigt gewesen: »Christian Scheel ist im Strafraum festgehalten worden. So was muss man pfeifen«.

Pechvogel des Nachmittags war zweifellos Dortelweils Stürmer Stefan Ljujic: Zweimal, in der 52. und in der 58. Minute, ging er nach wohl nicht ganz astreinen Zweikämpfen mit Philipp Mangold und Stephan Wladarz zu Boden – in beiden Fällen blieb Ovas Pfeife trotz lautstarker Proteste des vermeintlich Gefoulten stumm. Später hatte Ljujic die erneute Gäste-Führung auf dem Fuß, traf jedoch nach einer Stoss-Flanke aus sechs Metern nur den rechten Pfosten. Und in der 72. Minute musste der SCD-Angreifer den Platz vorzeitig verlassen: »Gelb-Rot« wegen Meckern – in numerischer Unterzahl erzeugte Dortelweil bis zum Abpfiff zwar permanenten Dauerdruck, kam jedoch nicht mehr zu erwähnenswerten Ausgleichs-Chancen.

Dass die Fußballer aus dem Bad Vilbeler Stadtteil zur Pause knapp führten und sich auf der Siegerstraße wähnten, hatten sie Mittelfeldspieler Christian Männel zu verdanken. Dessen Heber aus knapp 40 Metern landete in der 30. Minute im verwaisten Nieder-Wöllstädter Tor, nachdem kurz zuvor SVN-Keeper Leon Klüß seinen Kasten verlassen musste, um den durchgebrochenen Ljujic an der Strafraumkante auszubremsen. Vorher gab’s Gelegenheiten auf beiden Seiten: Gleich zu Beginn (6.

) wurde Leon Günthers Schuss aus kurzer Distanz von Nieder-Wöllstadts Kevin Herdt in höchster Not geblockt, während zwei Minuten später auf der Gegenseite SCD-Torwart René Gübler gegen Mario de Oliveira per Fußabwehr rettete. Auch Christian Scheels Flachschuss, abgefeuert aus halbrechter Position in der 17. Minute, war nicht von schlechten Eltern, landete jedoch neben Güblers Gehäuse.

Später änderten zwei Situationen die Verhältnisse grundlegend: Aziz El Mojahids sicher verwandelter Foulelfmeter, verursacht von SCD-Innenverteidiger Maximilian Bamberg an Scheel, bescherte den Gastgebern in der 57. Minute den 1:1-Ausgleich, während nach 63 Minuten ein abgefälschter Freistoß Philip Mangolds den »Roten« gar zur 2:1-Führung und letztlich auch zum so dringend benötigten fünften Saisonsieg verhalf.

SV Nieder-Wöllstadt: Klüß – Philipp Wagner, Nuber, Wladarz, Mangold – Herdt – El Mojahid, Czepa (65. Hasani), Hochgesand (69. Brand), De Oliveira – Scheel.

SC Dortelweil: Gübler – Pröckl, Beierle (38. Bamberg), Eiwanger, Eder (65. Bittner) – Assheuer (69. Cakiqi), Männel – Göktas, Günther, Stoss – Ljujic.

Steno: Tore: 0:1 (30.) Männel, 1:1 (57.) FE El Mojahid, 2:1 (63.) Mangold. – Schiedsrichter: Abdulkadir Ova (Geisenheim). – Gelb-Rote Karte: Ljujic (72./Meckern). – Zuschauer: 100. Uwe Born

Auch interessant

Kommentare