Beierle: "Haben teilweise kläglich versagt"

Halbzeit in der Fußball-Verbandsliga Süd, und aus "Friedberger" Sicht fällt das Fazit insgesamt nicht gerade erfreulich aus. Der langjährige Hessenligist FV Bad Vilbel und Aufsteiger SC Dortelweil stehen am Tabellenende, und auch beim KSV Klein-Karben hatten sich die Verantwortlichen sicher etwas mehr erhofft. Zudem gibt es für die Kenner der Szene zum Jahreswechsel überhaupt keinen Zweifel: Auch in der Verbandsliga Süd bewegt sich das spielerische Niveau gegenüber früheren Jahren auf Talfahrt.

Spieler-Persönlichkeiten, denen man herausragende Qualitäten bescheinigen könnte, mögen in der Vergangenheit zumindest punktuell vorhanden gewesen sein, doch mittlerweile sind sie völlig von der Bildfläche verschwunden. Getreu der Devise: Es lebe das Kollektiv. Höchst durchschnittliche Leistungen waren von August bis Dezember allenthalben Trumpf, wobei Spitzenreiter SF Seligenstadt (37 Zähler), den man vorab ohnehin als Titelfavorit Nummer eins auserkoren hatte, mit den real herrschenden Begleitumständen noch am effektivsten umzugehen verstand und das durch geringe Punkteabstände im Auf- und Abstiegskampf gekennzeichnete Verbandsliga-Klassement mit einem dünnen Drei-Punkte-Polster vor der Spvgg. 05 Oberrad und dem FC Bensheim anführt. Andere Klubs, die auf der Meisterschaftsrechnung ganz oben zu finden waren, tauchten hingegen ab. Neben dem FC Alsbach (12./23) sei diesbezüglich der finanziell schwer angeschlagene und vom Personal-Ausverkauf bedrohte Rangelfte Kickers Obertshausen (24) an erster Stelle genannt.

Bezogen auf das "Friedberger" Verbandsliga-Trio KSV Klein-Karben, FV Bad Vilbel und SC Dortelweil lässt sich ganz lapidar konstatieren: Klein-Karbens Trainer Thomas Biehrer und seine Leute boten nahezu durchgehend technisch guten Fußball und standen dennoch des Öfteren mit leeren Händen da, zählen jedoch als Rangsechster zusammen mit vier weiteren Mannschaften (Oberrad, Bensheim, Ober-Roden Usingen) zum erweiterten Kreis der potenziellen Seligenstadt-Verfolger.

Dagegen müssen sich Amir Mustafic und Markus Beierle, die Spielertrainer aus Bad Vilbel und Dortelweil, angesichts der Abstiegsplätze 17 und 18 ausschließlich aufs sportliche Überleben konzentrieren. In beiden Lagern waren Wunsch und Wirklichkeit seit Anfang August nur selten in Einklang zu bringen. Kleiner Trost: Mindestens sechs weitere Mannschaften – Fürth, Anspach, Neu-Isenburg, Jügesheim, Alsbach, Obertshausen – hatten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und bewegen sich auf Augenhöhe oder in unmittelbarer Reichweite. Daraus ergibt sich: Für beide heimischen Teams ist in Sachen Klassenerhalt noch lange nichts verloren. – Nachfolgend die Zwischenbilanz der Wetterauer Verbandsligisten im Stenogramm:

KSV Klein-Karben

Rang 6: 32 Punkte aus 20 Spielen (9 Siege/5 Remis/6 Niederlagen), 33:29 Tore.

Siege: Dortelweil (2:1/Auswärts), Obertshausen (3:2/A), Fürth (3:1/Heim), Wald-Michelbach (2:1/H), Alsbach (4:3/A), Jügesheim (2:0/H), Anspach (1:0/H), Dortelweil (3:0/H), Obertshausen (2:1/H). – Unentschieden: Bad Vilbel (1:1/H), Usingen (0:0/H), Darmstadt 98 II (1:1/A), Bensheim (1:1/A), Bruchköbel (2:2/A). – Niederlagen: Ober-Roden (1:2/A), Bruchköbel (1:3/H), Seligenstadt (1:2/A), Oberrad (1:3/H), Rot-Weiß Frankfurt (0:1/A), Neu-Isenburg (2:4/A).

Interne Torjägerliste (12 Spieler): Selim Aljusevic (5), Kaan Köksal, Kadir Fil, Sven Kunisch (alle 4), Lukas Gärtner (3), Melih Gültekin, Fabio Corso, Christopher Wilz, Willy Eifler, Alexander Wolf (alle 2), Adrian Bitiq, Florian Müller (beide 1).

Kommentar Harald Wilke (Fußball-Abteilungsleiter): "Tabellenplatz und Leistung sind sicher noch steigerungsfähig. Aufgrund unseres stark besetzten Kaders und der geringen Punkteabstände sollte es möglich sein, nach oben anzugreifen".

Personelle Situation: Marcel Faulstich wechselt zum SC Dortelweil. Die Abgänge von Florian Müller (Olympia Fauerbach) und Adrian Bitiq (FV Bad Vilbel) können seitens der Klubführung noch nicht bestätigt werden. Als Neuzugänge erwünscht: Torjäger Fatih Uslu (FV Bad Vilbel) und Steffen Janke (Kickers Offenbach II).

FV Bad Vilbel

Rang 17: 21 Punkte aus 19 Spielen (6 Siege/3 Remis/10 Niederlagen), 30:49 Tore.

Siege: Neu-Isenburg (5:3/H), Darmstadt 98 II (3:1/H), Wald-Michelbach (4:2/A), Alsbach (1:0/H), Rot-Weiß Frankfurt (4:2/H), Neu-Isenburg (2:1/A). – Unentschieden: Klein-Karben (1:1/A), Dortelweil (3:3/A), Fürth (2:2/A). – Niederlagen: Ober-Roden (0:4/H), Bruchköbel (0:3/A), Obertshausen (2:4/H), Seligenstadt (1:5/H), Usingen (0:6/A), Jügesheim (0:3/A), Bensheim (1:3/H), Oberrad (0:1/A), Anspach (1:2/A), Ober-Roden (0:3/A).

Interne Torjägerliste (7 Spieler): Fatih Uslu (14), Patrick Albert (6), Alexander Bauscher (4), Thorben Knauer, Lukas Knell (beide 2), Haris Sejdovic, Nuh Uslu (beide 1).

Kommentar Amir Mustafic (Spielertrainer): "Zwar haben einige Spieler klar erkennbare Fortschritte gemacht, leider jedoch ist von diesem positiven Trend punktemäßig noch nichts durchgedrungen. Das kommt noch, da bin ich mir ganz sicher. Den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen, ist natürlich unser Ziel. Bedenkt man, dass der Rückstand auf Platz elf gerade mal drei Punkte beträgt, haben wir dazu alle Chancen".

Personelle Situation: Fatih Uslu (eventuell KSV Klein-Karben) und Haben Tesfamicael (möglicherweise zurück zum FV Hausen) verlassen das Niddasportfeld. Adrian Bitiq (KSV Klein-Karben) soll – falls der Transfer klappt – die Offensive verstärken.

SC Dortelweil

Rang 18: 17 Punkte aus 19 Spielen (4 Siege/5 Remis/10 Niederlagen), 27:46 Tore.

Siege: Bruchköbel (2:1/H), Oberrad (2:0/A), Seligenstadt (2:0/H), Neu-Isenburg (2:1/H). – Unentschieden: Bad Vilbel (3:3/H), Ober-Roden (1:1/H), Obertshausen (3:3/H), Rot-Weiß Frankfurt (1:1/A), Usingen (2:2/H). – Niederlagen: Klein-Karben (1:2/H), Wald-Michelbach (2:4/A), Alsbach (1:3/A), Jügesheim (0:3/A), Bensheim (1:4/A), Fürth (1:3/H), Anspach (1:4/A), Darmstadt 98 II (1:4/A), Klein-Karben (0:3/A), Alsbach (1:4/H).

Interne Torjägerliste (10 Spieler): Nico Schad (7), André Stoss (5), Fidel Zegai, Dardan Krasniqi (beide 3), Marcel Bittner, Advan Cakiqi, Stefan Ljujic (alle 2), Sebastian Bunzel, Daniel Gutberlet, Markus Beierle (alle 1).

Kommentar Markus Beierle (Spielertrainer): "Von August bis Dezember gab’s zuweilen zwar Licht, aber viel zu oft Schatten. Für mich unbegreiflich: Vermeintlich starken Teams haben wir auf Augenhöhe Paroli geboten, aber gegen Mannschaften, die leistungsmäßig für uns eher in Reichweite lagen, teils kläglich versagt. Jetzt stehen wir natürlich unter Zugzwang, denn vier Punkte Rückstand auf den Rest der abstiegsgefährdeten Klubs müssen erst mal aufgeholt werden. Gut für meine Arbeit: Durch die Neuzugänge steigt teamintern der Konkurrenzkampf und, so meine ich, auch die Qualität".

Personelle Situation: Zweifellos werten vier neue Spieler den SCD-Kader qualitativ auf: Rückkehrer Robin Dobios (wechselte erst im Sommer zum FSV Frankfurt II), Marcel Faulstich (KSV Klein-Karben), Christian Männel (Kickers Obertshausen) und Marco Mouzoung (TSG Neu-Isenburg), . Abgänge haben die Bad Vilbeler Vorstädter nach dem aktuellen Stand der Dinge keine zu verzeichnen. Uwe Born

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