Andreas Baufeldt ist ein spektakulärer Neuzugang auf dem Elachfeld.	(Archiv)
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Andreas Baufeldt ist ein spektakulärer Neuzugang auf dem Elachfeld. (Archiv)

Baufeldt aufs Elachfeld

Der FC Olympia Fauerbach vermeldet nach dem Gruppenliga-Klassenerhalt hochkarätige Neuzugänge, um sich langfristig in diesem Umfeld etablieren zu können.

Für Fußball-Mannschaften, die im Laufe der Meisterschaftsrunde von 17 Heimspielen nur deren vier siegreich gestalten können, ist die Abstiegsgefahr normalerweise riesengroß. Und eben deshalb drohte auch dem Liga-Neuling FC Olympia Fauerbach, der vor Jahresfrist über die Relegationsrunde zu Aufstiegsehren gekommen war, auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt-West lange Zeit Ungemach. Dass es für FCO-Coach Matthias Tietz und seinen Kader in der Endabrechnung dennoch zum Klassenerhalt reichte, hatte in erster Linie eine Ursache: Ein phänomenaler »Team-Spirit« garantierte im letzten Saisondrittel trotz akuter Personal-Not, die durch schwere Verletzungen der Stammspieler Marcel Rösinger, Tolga Tosunoglu, Jannik Müller und Florian Richly entstanden war, die notwendigen Zähler.

Die Tatsache, dass die Friedberger Vorstädter die Meisterschaftsrunde als Remis-Könige (11) beendeten und darüber hinaus in der Fremde mehr Erfolge (5) als zu Hause feiern durften, ist der beste Beweis für diese durchgehend demonstrierte Eigenschaft. »Weil sich früh fünf Direktabsteiger abzeichneten, war es gerade für unsere Mannschaft, die sich auf sportlich neuem Terrain erst mal Respekt verschaffen musste, eine knüppelharte Runde«, resümierte Matthias Tietz.

So richtig durchatmen konnte der 30-jährige Sportwissenschaftler, der ab Ende September als Nachfolger des glücklosen Berthold Vetter (kein Sieg in den ersten neun Partien) eine fulminante Aufholjagd startete, erst nach Runde 33: 37 Punkte, die man eingespielt hatte, erbrachten schon vor dem abschließenden Spieltag die weitere Gruppenliga-Zugehörigkeit. Die Fauerbacher Fußball-Familie schwebte auf Wolke sieben, und Michael Richly, der Klubchef, sprach vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Wie aber geht’s weiter auf dem Sportgelände Elachfeld? Matthias Tietz hat da ziemlich klare Vorstellungen: »Ganz davon abgesehen, dass unser ramponierter Rasenplatz in nicht allzu ferner Zukunft wohl einer besseren Anlage weichen wird, muss es Ziel sein, uns in der Gruppenliga zu etablieren«. Dazu sei dringend erforderlich, einige Mängel tunlichst abzustellen: »Um zu verhindern, dass sich die Mannschaft quasi von selbst aufstellt, benötigen wir einen breiter aufgestellten und qualitativ besser ausgestatteten Kader«. Ferner gehe es nicht an, dass sich die Spieler durch eigene Treffer oder durch Gegentore in der Konzentration negativ beeinflussen ließen: »Diese Schwäche hat uns von August bis Juni etliche Punkte gekostet«.

In Sachen Personalausstattung haben sie beim ehrgeizigen Kreisstadt-Klub ganz schön hingelangt und die neben Jannik Müller (temporärer Finnland-Aufenthalt) wenigen zu registrierenden Abgänge (Nedim Berktas, Jerrit Kloster) mehr als ausgeglichen: Stürmer Andreas Baufeldt, mit 24 Treffern einer der besten Torschützen der vergangenen Gruppenliga-Saison, kommt vom Liga-Konkurrenten SG Ober-Erlenbach. Marc Witte – lauf- und dribbelstarke Allzweckwaffe im Offensivbereich – wechselte ebenso vom klassenhöheren Stadtrivalen Türk Gücü Friedberg zur Olympia wie der als Innenverteidiger vorgesehene und ebenfalls Verbandsliga-erprobte Taulant Balaj.

Zudem sollen mit Lars Pohl und Lenhart Retzloff (beide zuletzt A-Jugend Türk Gücü Friedberg) zwei Nachwuchstalente Gelegenheit erhalten, sich ans Gruppenliga-Klima zu gewöhnen.

»Summa summarum sind es 21 Mann, die dem vorläufigen Gruppenliga-Kader angehören. Und mit Dominik Mosler, der aus Staden zurückgekehrt und zunächst mal für unsere zweite Mannschaft vorgesehen ist, wären es sogar 22«, freut sich Matthias Tietz.

Ganz generell sei das Team sehr offensiv ausgerichtet, meint der FCO-Übungsleiter: »Im Defensivbereich werden wir aber noch einige Varianten testen«.

Rang 13 in der Gruppenliga Frankfurt-West: 37 Punkte (9 Siege/11 Remis/14 Niederlagen), 59:80 Tore. – Siege: Seckbach (3:1/Heim), Vatanspor Bad Homburg (1:0/Auswärts), Gronau (2:1/H), Westend Frankfurt (4:1/H), Nieder-Wöllstadt (2:1/A), Enkheim (2:1/A), Beienheim (3:1/H), Ober-Erlenbach (2:1/A), Gronau (4:2/A). – Unentschieden: Beienheim (3:3/H), Anspach (1:1/A), Viktoria/Preußen Frankfurt (1:1/H), Enkheim (2:2/H), Türkgücü Frankfurt (1:1/H), Kronberg (3:3/A), Griesheim (0:0/H), Kalbach (3:3/H), Türkgücü Frankfurt (0:0/A), Dortelweil (1:1/H), Griesheim (2:2/A). – Niederlagen: Nieder-Wöllstadt (2:3/H), Merzhausen (1:4/A), Ober-Erlenbach (1:2/H), Dortelweil (3:6/A), Kalbach (0:4/A), Bornheim/GW (3:5/A), Anspach (1:3/H), Viktoria/Preußen Frankfurt (1:5/A), Merzhausen (0:4/H), Kronberg (3:4/H), Seckbach (1:3/A), Vatanspor Bad Homburg (1:4/H), Bornheim/GW (0:3/H), Westend Frankfurt (2:4/A).

Interne Torjägerliste (12 Spieler): Florian Müller (15), Michael Walther (10), Paul Wischtak, Ferdijan Idic (beide 7), Maximilian Oberschelp (6), Tarik Tosunoglu, Jannik Müller (beide 3), Marco See (2), Tolga Tosunoglu, Jakob Hues, Jerrit Kloster, Nedim Berktas (alle 1).

Vorläufiger Gruppenliga-Kader Saison 2014/2015

Tor: Dominik Roos, Steve Johnigk. – Abwehr: Jakob Hues, Alexander Sarkisjan, Florian Richly, Florian Weber, Jamel Atkinson, Tolga Tosunoglu, Taulant Balaj, Sahin Nalbantoglu. – Mittelfeld und Angriff: Michael Walther, Tarik Tosunoglu, Maximilian Oberschelp, Marco See, Ferdijan Idic, Paul Wischtak, Marc Witte, Andreas Baufeldt, Florian Müller, Lars Pohl, Lenhart Retzloff. – Trainer: Matthias Tietz (im zweiten Jahr).

Vorbereitungsplan, Trainingsauftakt: 1. Juli. – Testspiele: Stadtpokal (14. bis 20 Juli auf dem Friedberger Burgfeld), beim SV Staden (25. Juli, 20.15 Uhr). Uwe Born

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