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Außenseiter mit Optimismus

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Von: Peter Hett

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Trainer Martin Peschke hat seinen TV Petterweil auf das Spiel in Melsungen eingestimmt. © Jürgen Keßler

(hep). »Wunder gibt es immer wieder«, hieß das Lied, mit dem Katja Ebstein 1970 am Eurovision Song Contest teilnahm. Die Oberliga-Handballer des TV Petterweil sollten sich dies am Sonntag zu eigen machen. Zur gewohnten Anwurfzeit um 18 Uhr steht für sie in der Stadtsporthalle Melsungen als letztes Spiel der Vorrunde die Partie gegen die Bundesliga Reserve der MT an;

allerdings mit dem für die Wetterauer Handballer ungewohnten Harz. Mit einem Sieg, der eben diesem Wunder gleichkommt, kann der TVP einen großen Schritt in Richtung Aufstiegsrunde machen.

»Im letzten Hauptrundenspiel wollen wir unseren Teil dazu beitragen, die Chance auf die Playoffs zu wahren. Wir wollen nicht abhängig von anderen Ergebnissen sein und fahren nach Melsungen, um zu gewinnen«, wirkt Petterweils Trainer Martin Peschke optimistisch.

Die Gastgeber belegen mit 20:6 Punkten hinter der HSG Pohlheim den zweiten Tabellenplatz und haben die Qualifikation für die Meisterschaftsrunde bereits sicher. Die nackten Zahlen weisen mit 12:0 Punkten und 196:141 Toren eine überragende Heimbilanz für die Handballer aus der Bartenwetzerstadt auf. Unverwundbar ist Melsungen zu Hause jedoch nicht. Im Spiel gegen Vellmar, in dem man bis zur 45. Minute mit drei Toren zurücklag, war es nur einem fulminanten Schlussspurt zu verdanken, dass mit einem 28:27-Erfolg noch beide Punkte eingefahren wurden.

Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft ist Spielmacher Paul Kompenhans, der bereits zweimal in der Bundesliga zum Einsatz kam. Ebenso wie seine Mannschaftskameraden Julian Fuchs und David Kuntscher, die es sogar auf acht beziehungsweise zwölf Einsätze in Deutschlands Eliteliga brachten, sollte ihm das Hauptaugenmerk der Petterweiler Abwehr gelten.

Zusammen haben diese drei bereits 193-Mal getroffen und damit annähernd die Hälfte der 400 Melsunger Tore erzielt.

Bei den Handballern aus dem Karbener Stadtteil hat der 27:25-Sieg in Wettenberg nach fünf Niederlagen in Folge nicht nur für einen gewaltigen Stimmungsaufheller gesorgt, sondern auch die Tür zur Aufstiegsrunde noch einmal aufgestoßen. Dass Melsungen gegen Ende der Hinrunde nicht mehr ganz so sattelfest ist, zeigte sich zuletzt bei der 31:34-Niederlage beim Tabellenletzten in Großenlüder. Als Mutmacher sollte sich die Mannschaft von Trainer Martin Peschke auf alle Fälle auch die 24:25-Heimspiel-Niederlage gegen die MT in Erinnerung rufen. Mit der wohl besten Saisonleistung hatte man den Favoriten bis wenige Minuten vor dem Abpfiff am Rande einer Niederlage.

Lennart Kusan wird den Weg nach Melsungen definitiv nicht antreten können, der Einsatz von Marcus Neuhalfen entscheidet sich kurzfristig. Für Petterweil muss die im Hinspiel gezeigte Leistung der Maßstab sein, um einem weiteren Lied aus den 70ern Folge zu leisten. »Do it again«, hieß seinerzeit der Song einer Jazz-Rockband.

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