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Ausgleich teuer erkauft

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(mn) Der Preis war hoch. Mit der Knieverletzung von Tim May (ohne gegnerische Einwirkung) sowie den Strafen gegen Josiah Anderson (Spieldauer) und Patrick Strauch (Matchstrafe) hat der EC Bad Nauheim am Samstag in der Playoff-Halbfinal-Serie gegen den VER Selb den 1:1-Ausgleich teuer bezahlt.

Vor offiziell 3579 Zuschauern - gefühlt waren über 4000 Fans im Colonel-Knight-Stadion - waren die Roten Teufel drückend überlegen und gewannen eine einseitige Partie mit 5:0 (1:0, 3:0, 1:0). Überragend: die zuletzt kritisierte Top-Reihe mit Chris Stanley (1), Eddy Rinke (2) und Daniel Oppolzer (1), die vier der fünf Treffer erzielte. Obendrein war Jannik Striepeke erfolgreich – mit dem dritten Powerplay-Treffer in jenem Duell, das - und dies war nach den Schlusssequenzen der Partie nicht anders zu erwarten - auf der Pressekonferenz fortgeführt wurde. Als »Clowns« titulierte RT-Trainer Frank Carnevale den Unparteiischen Marian Rohatsch und dessen Assistenten.

»Wir sind aus der Vorrunde nicht gewohnt, dass die Gegenspieler bei jeder Berührung umfallen. Und wir werden nicht vergessen, dass gezielt einer unserer besten Spieler kurz vor Schluss aus dem Spiel genommen werden sollte«, missfiel dem Italo-Kanadier erneut das Verhalten der Wölfe. Den ersten Aufreger gab’s in der 26. Minute: VER-Verteidiger Dennis Schütt war nach einem Check von Patrick Strauch benommen liegen geblieben, wurde mit einer Trage vom Eis gebracht.

Referee Rohatsch ahndete diese Aktion erst auf Grund der Verletzung mit einer Matchstrafe für den RT-Stürmer (zuvor 44 Minuten in 42 Saisonspielen), der nun mit einer Sperre zwischen zwei bis vier Spielen rechnen muss. »Oh, es geht ihm besser? Er sah aus, als ob er tot sei«, reagierte Carnevale mit Sarkasmus, als sein Pendant Cory Holden über den Gesundheitszustand seines Abwehrspielers berichtete.

Thema Nummer zwei war der Versuch von VER-Stürmer Peter Hendrikson, RT-Abwehrspieler Brad Miller 100 Sekunden vor Schluss in eine Schlägerei zu verwickeln. Anderson zog den Selber schließlich von seinem Team- und Wohnungskollegen Miller herunter und erhielt für jenes Einmischen eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. »Er wollte seinen Mitspieler schützen, weil die Linienrichter ihren Job nicht erledigt haben«, erklärte Carnevale diese Szene. Schiedsrichter Rohatsch und RT-Angreifer Anderson waren im übrigen zwischen 2007 und 2010 Teamkollegen bei den Hannover Indians.

Das rein sportliche Duell ist schnell erzählt: Bad Nauheim war gegenüber dem ersten Vergleich nicht wiederzuerkennen. Die Roten Teufel spielten ihre Leidenschaft und Aggressivität von der ersten Minute an aus. Selb blieb selbst während zweier früher Powerplay-Situationen nur eine Statistenrolle. Konzentriert wurde in der Defensive gearbeitet, dahinter blieb Thomas Ower bei lediglich 16 Schüssen, die von den Statistikern notiert worden waren, fehlerfrei. In der 14. Minute konnte Eddy Rinke einen Schuss von Mike Schreiber zur Führung abfälschen, Chris Stanley erhöhte nach einem Querpass in der 23. Minute auf 2:0. Selb verpasste die Chance einer fünfminütigen Überzahl nach der Strauch-Hinausstellung (26.), leistete sich selbst Strafen, konnte auch während einer doppelten numerischen Überlegenheit die Partie nicht zum kippen bringen. Stattdessen erhöhte Rinke unmittelbar im Anschluss daran auf 3:0 (33.).

Der Rest: Schaulaufen. Vier Hinausstellungen in den verbleibenden sieben Minuten des zweiten Abschnitts ließen Selb kaum Zeit zum Luftholen. Daniel Oppolzer erhöhte nach einem blind gespielten Rückhandpass von Stanley auf 4:0. 68 Sekunden vor dem Ende erhöhte Striepeke zum 5:0-Endstand.

»Bad Nauheim hat druckvoll gespielt und uns mit hohem Einsatz und Laufbereitschaft zu Fehlern gezwungen. Vielleicht hätte uns ein Powerplay-Tor etwas Schwung gegeben«, meinte VER-Coach Cory Holden, während Frank Carnevale von einem »phantastischen zweiten Drittel« sprach. »Wir haben Selb genau das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten.«

EC Bad Nauheim : Ower - Baum, Schreiber, Miller, Ketter, Reckers, Pietsch - Rinke, Stanley, Oppolzer, Schlicht, Lange, Strauch, Huhn, May, Anderson, Kujala, Striepeke, Maaßen, Wex.

VER Selb: Suvelo - Schütt, Schadewaldt, Tim Schneider, Meier, Jeschke, Fischer, Roos - Geisberger, Mudryk, Piwowarczyk, Neumann, Schiener, Heilman, Hendrikson, Hördler, Lehmann.

Tore: 1:0 (14.) Rinke (Schreiber, Pietsch), 2:0 (24.) Stanley (Rinke, Oppolzer - 5-4), 3:0 (33.) Rinke (Stanley, Schreiber), 4:0 (38.) Oppolzer (Stanley, Schreiber - 5-4), 5:0 (59.) Striepeke (Schlicht - 5-4). - Strafminuten: Bad Nauheim 12 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Anderson) plus Matchstrafe (Strauch), Selb 24. - Zuschauer: 3579.

EC gewinnt 2:0 in Selb und hat Matchbälle

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