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Ausgeraubt – Trio lässt sich EM-Freude nicht nehmen

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Marc Fröhlich, Marco Kaestle und Markus Rasch (von links) haben sich ihre EM-Laune vom Raub nicht nehmen lassen und sind am Dienstag auch zum letzten deutschen Gruppenspiel nach Paris gefahren.	(Foto: pv)
Marc Fröhlich, Marco Kaestle und Markus Rasch (von links) haben sich ihre EM-Laune vom Raub nicht nehmen lassen und sind am Dienstag auch zum letzten deutschen Gruppenspiel nach Paris gefahren. (Foto: pv) © Red

(mn) Das Finale der Fußball-Champions-League, die Spiele der Basketball-EM oder auch die WM-Kämpfe von Wladimir Klitschko – Marco Kaestle, Marc Fröhlich und Markus Rasch sind bei Großereignissen gerne live dabei. Der Trip zur Fußball-EM nach Frankreich mit fünf Spielen und 4500 Kilometern in sieben Tagen entwickelte sich für die drei Freunde aus der Wetterau aber ganz anders als geplant.

Sie wurden ausgeraubt. Taschen, Tickets, Laptop wurden, kaum einen Steinwurf vom Stadion entfernt, aus ihrem Wohnmobil gestohlen.

Marco Kaestle, der 27-jährige Bad Nauheimer, hat den Schreck nach dem Spiel gegen Polen inzwischen verdaut. »Man bucht die Tickets aus der Emotion und Vorfreude heraus – und dann passiert so etwas. Das ist ärgerlich«, sagt der Betreiber einer Tennisschule. »Wir hatten eben nicht bedacht, uns auch in Paris im Vorfeld um einen sicheren Stellplatz zu kümmern.«

Rund 1000 Euro hatten die Freunde aus der Schulzeit in ein altes Fiat-Wohnmobil und die Tickets investiert; in der Hoffnung auf einen unbeschwerten Männertrip mit Fußball, Dosenbier, Chips und guter Laune. »Noch sind wir unabhängig. Wer weiß, was in zwei Jahren ist? Und eine Fahrt nach Frankreich ist eben etwas anderes als eine Reise zu nächsten WM nach Russland«, sagt Kaestle.

In einem Studentenviertel unweit des Stadions (»An einer Hauptverkehrsstraße. Da sah es auch gar nicht schlimm aus.«) hatten die drei eine Parklücke für ihren geliehenen Camper gefunden. Über Marseille und Nizza sollte die Tour in den nächsten Tagen noch führen, doch schon am nächsten Morgen waren die drei zurück in der Wetterau. Diebe hatten die Scheiben des Campers eingeschlagen und die jungen Männer ausgeraubt, während diese im Stadion vergeblich auf einen Torerfolg der deutschen Mannschaft gegen Polen gehofft hatten. Mit dem Taxi (»20 Euro für eineinhalb Kilometer«) ging’s zur Polizei. Dort trafen die beiden Bad Nauheimer und der Ostheimer auf andere deutsche Fans; ihnen war gleich das gesamte Wohnmobil gestohlen worden.

Man habe noch überlegt, neue Kleidung zu kaufen und den Trip fortzusetzen, sich dann aber für die Heimreise entschieden; ganz traditionell im Übrigen mit Straßenkarte und Orientierungssinn, denn Navigationsgerät und Handy-Ladekabel hatten die Diebe ebenfalls mitgehen lassen. Der Pannendienst hatte die zerborstenen Fenster notdürftig geschlossen. Die Wartezeit im Pariser Norden war den Mittelhessen längst nicht mehr geheuer. »Am Stadion war alles sicher und überwacht. Wenige Meter weiter liefen dann schon einige finstere Typen herum.«

Hinter der Stadtgrenze hatte das Trio noch einen Hinweis der Polizei erhalten, dass die Kriminellen gefasst und das Gepäck gefunden worden sei. Die Hoffnungen wurden aber enttäuscht. Die gefundenen Koffer und Taschen gehörten anderen bestohlenen Fans. Das EM-Erlebnis wollten sich der Unternehmer, der Fachinformatiker und der Industriekaufmann aber nicht nehmen lassen. Drei der insgesamt fünf Spiele mussten nun aufgrund der Logistik gestrichen werden, doch am Dienstag, zum Spiel der DFB-Mannschaft gegen Nordirland, saßen Kaestle, Fröhlich und Rasch dann wieder im Auto Richtung Paris.

Geparkt wurde diesmal im »offiziellen Parkhaus«, wie Kaestle mit einem Schmunzeln sagt. 20 Stunden nach der Abfahrt waren die Wetterauer wieder zu Hause. »Alles in allem war die EM die Reisen wert. Fußball kann auch verbinden. Die Nordiren waren sympathisch, genauso haben wir zuvor mit den Polen zusammen gefeiert.« Wohin die nächste Reise führt, ist noch offen.

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