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Auge in Auge mit der Weltmeisterin - Sarah Bormann trainiert mit Wetterauer Jugendlichen

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Ein Gewinnspiel, ein Sieg - und ein Training mit Box-Weltmeisterin Sarah Bormann. Rund zwölf Jugendliche hatten dazu am Wochenende Gelegenheit. Wir waren mit dabei.

Auge in Auge mit einer Weltmeisterin im Boxen – Nahversorger Ovag hat’s möglich gemacht. Rund ein Dutzend Teenager hatten bei einem Gewinnspiel des Friedberger Unternehmens gewonnen und durften nun mit Sarah Bormann trainieren. Die 27-Jährige aus Nidderau ist Weltmeisterin im Halbfliegengewicht (bis 49 Kilogramm) und leitete gemeinsam mit Personaltrainer Ralph Filp eine zweieinhalbstündige Einheit in der Eventhalle am Goldstein in Bad Nauheim.

Sarah Bormann erkennt durchaus Talente in der Gruppe von Teenagern

"Boxen gibt viel Selbstvertrauen. Der gesamte Körper wird trainiert, man kann sich auspowern. Das sollte jeder – unabhängig vom Wettkampfgedanken – einmal probiert haben. Und ich find’s toll, den Jugendlichen gerade diesen Sport zu vermitteln", sagt Bormann, die die Jugendlichen ordentlich in Schwitzen brachte. Andreas Matlé hatte vor einigen Jahren selbst seine Liebe zum Boxsport entdeckt und zog ebenfalls die Handschuhe an. "Boxen steht für Kraft, Kondition und Koordination – für Vielfalt eben", sagt der Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Ovag.

Einem kurzen Aufwärmprogramm folgte die Einweisung in Schlag- und Schrittfolgen, an Kombinationen aus Führ- und Schlaghand. Nach Partnerübungen ging’s für die 14- bis 19-Jährigen schließlich noch an die Boxsäcke, bevor die Smartphones für das eine oder andere Selfie gezückt wurden. "Bei ein, zwei Teilnehmern hat man durchaus Talent erkannt", sagt Bormann, die bei den Ausführung der Übungen immer wieder korrigierend eingriff. "Stand, Schrittfolge und Schläge müssen eine Einheit bilden", erklärt Filp, Trainer des Sanshi-Club. In Bad Nauheim bietet er neben Functional-Cross-Kurs (Training mit dem eigenen Körpergewicht), Krav Maga (Selbstverteidigung) eben auch Boxtraining an. "Zum Auspowern, nicht mit dem Ziel, Wettkämpfe zu bestreiten", wie er sagt. In seinem Training für Kinder und Jugendlichen seien die Grenzen zwischen den Sportarten fließend. "Die Kids sollen von allem etwas mitnehmen."

Sarah Bormann ist selbst erst mit 17 Jahren zum Boxsport gekommen

Sarah Bormann, die offen und sympathisch ihr Leidenschaft am Boxsport vermitteln konnte, selbst trainiert aktuell sechsmal wöchentlich. Die gelernte chemisch-technische Assistentin, die zurzeit hinter dem Tresen der Bäckerei und Konditorei Ohl aus Bruchköbel in verschiedenen Filialen, unter anderem in der Wetterau, arbeitet, hatte nach rund zehn Jahren als Amateurboxerin mit vier deutschen Meistertiteln und Top-Ten-Platzierungen bei Europa- und Weltmeisterschaft erst im vergangenen Jahr den Sprung in die Profikarriere gewagt. Seitdem ist "Babyface", so ihr Kampfname, auf den Spuren der deutschen Frauenboxlegende Regina Halmich unterwegs, die seinerzeit in derselben Gewichtsklasse kämpfte.

Dabei war Bormann erst im Alter von 17 Jahren überhaupt zum Boxen gekommen, arbeitet seitdem mit Trainer Benjamin Romero von der TG Hanau zusammen. In Karlsruhe hatte sie Ende Januar im zehnten Profikampf ihren zehnten Sieg gefeiert (sieben durch k.o.). Ihren nächsten Kampf bereitet die TG Fight Sportmanagement GmbH von Thomas Schwarz (Geschäfts- führer) und Rainer Gottwald (Sport- direktor) derzeit vor. Geplant ist ein Fight im Mai in der Fraport-Arena in Frankfurt-Höchst.

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