Aber bitte mit Maske: Wer wie 46ers-Pressesprecher Daniel Rohm (hier beim BBL-Pokal) nicht aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, muss in der Halle einen Mund-Nase-Schutz tragen. FOTO: CHRISTIAN BECKER
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Aber bitte mit Maske: Wer wie 46ers-Pressesprecher Daniel Rohm (hier beim BBL-Pokal) nicht aktiv am Spielgeschehen teilnimmt, muss in der Halle einen Mund-Nase-Schutz tragen. FOTO: CHRISTIAN BECKER

"Der Aufwand ist immens"

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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Heimspiel - aber leider ohne Zuschauer. In Zeiten der Corona-Pandemie haben die Verantwort- lichen des Basketball- Bundesligisten Gießen 46ers vor der Partie heute Abend gegen ratiopharm Ulm einige Herausfor- derungen zu meistern

Im Grunde ist es ein Geisterspiel, wenn heute Abend (20.30 Uhr/MagntaSport live) die Gießen 46ers zu ihrem Saisondebüt ratioharm Ulm empfangen. Zwar findet die Begegnung wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt, aber die TV-Crew, das Sicherheitspersonal oder Journalisten dürfen in der Osthalle arbeiten. Das ausgeklügelte Hygienekonzept stellt die Verantwortlichen vor einige Herausforderungen - über die spricht im Interview 46ers-Pressesprecher Daniel Rohm, der bei den Gießenern eng in die Spieltagsorganisation eingebunden ist.

Wie sehr unterscheidet sich der Aufwand, ein Heimspiel ohne Zuschauer im Vergleich zu einem normalen Heimspiel zu organisieren?

Die gesamten bewährten Abläufe verändern sich natürlich. Die Prozesse müssen angepasst werden und hygienekonform geregelt werden. Man würde denken, dass es weniger Arbeit bedeutet, aber insbesondere zeitliche Abstände und Laufwege und Zonen müssen beachtet werden. Man nimmt seine Erfahrungswerte aus den vergangenen Spielzeiten mit, kann sie aber nur bedingt einsetzen. Alle Beteiligten müssen sich am Spieltag nun an neue Vorgaben halten und ihre Arbeit entsprechend anpassen. Zwar sind Zuschauer in diesem Moment noch nicht involviert, aber der Aufwand vor, während und nach dem Spiel ist dennoch immens.

Was sind die wichtigsten Punkte des Hygienekonzepts, die umgesetzt werden müssen, bzw. gibt es weitere Auflagen des Gesundheitsamtes?

Die erste Prämisse ist es, dass die Gesundheit jedes Einzelnen nicht gefährdet wird. Dabei sind sogenannte Einlassbögen auszufüllen und auch die Personalien festzuhalten. Dies dient natürlich zunächst der Nachverfolgung und nicht der Prävention. Ansonsten gilt in der gesamten Halle Mund- Nase-Schutz, und die Abstandsregel muss eingehalten werden. Desinfektionsspender sind überall aufgebaut und man muss Laufwege beachten. Zudem gibt es ein Zeitkonzept, wann welche Personengruppe, wie etwa Dienstleister, Spieler, TV-Produktion oder interne Mitarbeiter, die Halle betreten können. Einfach, um das Ganze etwas zu entzerren.

Gibt es außerdem noch spezielle Anforderungen der BBL und von MagentaSport an die Klubs?

Besondere Anforderungen würde ich so nicht sagen, aber manche Vorgaben wurden miteinander besprochen. Die BBL teilt die Halle in Aktiv- und Passiv-Zone ein. Das bedeutet, alle Personen, die auf dem Parkett zugange sind, gehören zur Aktiv-Zone. Seien es Trainer, Spieler, Physio oder Schiedsrichter. Zudem müssen alle Arbeiten am Parkett zwei Stunden vor Spielbeginn erledigt sein, da sich ab diesem Zeitraum keine Person der Passiv-Zone mehr dort aufhalten darf. MagentaSport hat eine ganz besondere Herausforderung zu meistern, da die Mitarbeiter der Passiv-Zone angehören und somit auf dem Spielfeld zum Beispiel keine Interviews führen können. So muss entsprechend alles etwas umgestellt werden und die detaillierten Absprachen vorab müssen funktionieren.

Wird die Halle genauso hergerichtet wie an normalen Heimspieltagen?

Nein, die Stehplatztribünen werden nicht aufgebaut. Das wird auch im TV sichtbar sein. Ansonsten sind natürlich der VIP-Bereich sowie das Foyer nicht hergerichtet.

Wann werden die letzten Corona-Tests bei den Spielern und dem Trainerteam vor dem Spiel durchgeführt?

Das gesamte Team und die Verantwortlichen, die zu der Aktiv-Zone gehören, wurden am Donnerstag getestet.

Ändert sich für die Mannschaft etwas am regulären Ablauf vor dem Spiel?

An sich ändert sich nichts, nur der routinierte Ablauf wird ein anderer werden. Die Spieler haben entsprechend einen Zeitkorridor, an dem sie in der Halle sein müssen. Zudem wird vorab Fieber bei ihnen gemessen werden. Ansonsten gilt es auch für sie, die Aktiv- und Passiv-Zone zu beachten. Außerhalb der Aktiv-Zone gilt es, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen und Abstand zu halten. Ich denke, für die Spieler wird es trotzdem zunächst erst einmal ungewohnt sein.

Wie viele Personen bzw. welche Gruppen dürfen neben den beteiligten Mannschaften überhaupt in die Halle?

Die Anzahl zu beziffern, ist schwierig. Wir von der Geschäftsstelle haben nur das nötigste Personal für den Spieltag aufgeboten. Ansonsten kommt die TV-Crew mit rund 20 Personen sowie Scouting und Kampfgericht. Natürlich wird der Presse auch Eintritt gewährt, wobei die Presseplätze auch nur begrenzt sind. Zudem unsere Dienstleister, die einen reibungslosen Spielbetrieb gewähren. Das Minimalprinzip wird dabei angewandt.

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