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Dominik Nothnagel absolvierte 41 von 42 möglichen Saisonspielen beim Regionalligisten FSV Frankfurt.

Aufstiegsträume und Minimalismus

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(fri). Die Saison 2020/21 ist für alle Fußball-Regionalligisten im Südwesten eine außergewöhnliche gewesen. 22 Mannschaften, 42 Spieltage - so viele hatte es noch nie gegeben, bedingt durch die Auswirkungen der Pandemie. Die Aufgabe war für alle Beteiligten zusätzlich erschwerend, da die Meisterschaftsrunde erst Anfang September beginnen konnte und wegen des November-Lockdowns eine eineinhalbmonatige Spielpause eingelegt werden musste.

Englische Wochen waren die Folge. Der FSV Frankfurt musste besonders viele absolvieren, da er acht an Covid-19 infizierte Spieler hatte, eine weitere Auszeit über etwa einen Monat bis Ende Februar war die Konsequenz. Unter diesen erschwerenden Bedingungen ist Platz sechs eine ziemlich gute Leistung der Bornheimer. Eine Saisonbilanz:

Keine Gefahr: Erstmals seit dem Abstieg aus der 3. Liga gerieten die Frankfurter nicht in Gefahr, den Gang in die Hessenliga antreten zu müssen. 2018 wurden sie Tabellen-14., in den beiden folgenden Jahren jeweils Zwölfter.

Erfolgsbasis: Zu Beginn des Jahres standen die Schwarz-Blauen an der Spitze. Von Ende Oktober bis Mitte Januar gewann der FSV sechs Spiele in Serie, bis Anfang März blieb man gar ungeschlagen. Es war nicht nur die erfolgreichste Phase, das Team spielte auch meist unterhaltsamen Fußball.

Minimalismus: Zugleich verstand es kein anderes Team so gut, auf minimalistische Weise zu gewinnen. Insgesamt gelangen dem FSV acht 1:0-Erfolge - fast ausnahmslos gegen Klubs aus niederen Tabellengefilden.

Hinrunden-Zweiter: Nach dem Hinrundenabschluss lag der FSV mit 41 Punkten auf dem zweiten Rang - der spätere Meister SC Freiburg II hatte drei mehr. Zwischenzeitlich konnte gar vom Aufstieg geträumt werden. Im zweiten Saisonabschnitt kamen die Schwarz-Blauen indes nicht über eine durchschnittliche Bilanz hinaus - nicht zuletzt auch wegen der hohen Belastung in der Terminhatz.

Heimstärke: Lange war Frankfurt die heimstärkste Mannschaft - bis Anfang März hatte es nur eine Niederlage am Bornheimer Hang gegeben (1:5 gegen Elversberg). Anschließend fiel man in dieser Wertung noch zurück.

Tore-Geiz: Kein anderes Team, das bis zum Frühjahrsbeginn noch eine Aufstiegschance hatte, geizte auswärts so mit Toren: 22 Treffer brachten aber immerhin 32 Punkte - ehe beim TSV Steinbach drei Tore für einen Punkt nötig waren und das 3:3 für einen gelungenen Abschluss sorgte.

Top-5-Schwäche: Nicht nur Corona bremste den FSV aus. Gegen keinen Konkurrenten aus den »Top 5« gingen die Frankfurter siegreich vom Feld, aus zehn Partien holten sie lediglich sechs Zähler.

Torjäger: Arif Güclü avancierte mit 16 Treffern zum besten Schützen im Team und erreichte damit einen Platz in den »Top 10« der Südwest-Torjäger. Muhamed Alawie erzielte zehn Treffer.

Spielesammler: Am meisten auf dem Feld stand der Kapitän: Dominik Nothnagel bestritt 41 von 42 möglichen Spielen - nur am 34. Spieltag pausierte der Innenverteidiger notgedrungen wegen der fünften Gelben Karte.

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