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Verwaist: Auch die Rodheimer Beachvolleyball-Anlage ist aktuell wegen der Coronavirus-Pandemie gesperrt - die Sportler der SG hoffen aber darauf, zumindest im Freien ihrem Hobby wieder frönen zu können. FOTO: NICI MERZ

Volleyball

Aufstiege und besondere Aufträge

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Zwei Volleyball-Mannschaften der SG Rodheim können eine Klasse höher spielen. Und ein Akteur hat eine ganz besondere Aufgabe.

(phk). Die Volleyball-Saison fand aufgrund der Coronavirus-Pandemie ein ebenso jähes Ende wie die Spielzeiten in Handball oder Tischtennis. Auch wenn es zwischen Bundes- und Landesverbänden kleinere Unterschiede gibt, so gilt die Regel: Wer bereits auf- oder abgestiegen war, bleibt es, wer zudem auf einem Platz steht, der zum Aufstieg berechtigt, darf es ebenfalls - solange die Spielklassen danach nicht mehr als 14 Mannschaften umfassen. Besonders davon betroffen ist im Wetteraukreis die SG Rodheim, den gleich zwei Teams standen zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf dem ersten Rang. Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten bei den Freuden der Rückschlagsportart:

Frage der Umsetzbarkeit:Die erste Mannschaft der Rodheimer Volleyballer liegt auf dem zweiten Platz der Regionalliga - darf daher aller Voraussicht nach nicht aufsteigen. Eine offizielle Entscheidung steht aber noch aus. Sollte es doch dazu kommen, wäre der Gang in die 3. Liga einer, den keiner so richtig antreten möchte. "Die Anforderungen in der 3. Liga sind für uns schon immer eine große Hürde gewesen", erklärt Peter Stößinger, Mitglied im Vorstand der Volleyball-Abteilung bei der SGR. Dies fange bei Ballrollern an und Hallensprecher an und setze sich über weite Auswärtsfahrten und natürlich auch spielerische Herausforderungen fort. Zudem sei das Rodheimer Team im Durchschnitt auch schon etwas zu alt für diesen Schritt, talentierter Nachwuchs gehe lieber woanders hin, um höherklassig zu spielen.

Eine Klasse höher geht es derweil aber höchstwahrscheinlich für die dritte Herrenmannschaft, denn die ist Erster der Bezirksoberliga geworden, könnte also - gemeinsam mit der "Zweiten" - in der Landesliga an den Start gehen. Einziges Problem: Die Praxis des gegenseitigen Aushelfens sowie der Einsatz von Jugendspielern in beiden Teams würde wegfallen. "Da laufen intern gerade die Abfragen, ob wir das im Team wollen oder nicht", sagt Stößinger, die Tendenz gehe aber Richtung Aufstieg. Damit hätten die Rodheimer wie bereits vor zwei Jahren zwei Teams in einer Spielklasse am Start.

Das könnte auch den Damen passieren, denn während die "Erste" im Mittelfeld der Landesliga gelandet ist, steht auf die "Zweite", die vollständig aus Seniorenspielerinnen besteht, ebenfalls auf Rang eins in der Bezirksoberliga. Hier sei allerdings noch unklar, wie die Teams mit der Situation umgehen wollen.

Besonderer Auftrag:Unterdessen hat Peter Stößinger eine ganz persönliche Mission zu erfüllen. Er ist vom Verband gefragt worden, ob er eine deutsche Ü 50-Nationalmannschaft zusammenstellen kann, die bei den World Senior Games vom 12. bis 15. Oktober in St. George/Utah in den USA antreten soll. Auch wenn er "eher nicht davon ausgeht, dass das stattfindet", ist allein die Anfrage eine Ehre für die Rodheimer Volleyballer, die sich in den vergangenen Jahren mit diversen Titel auf nationaler Ebene einen Namen im deutschen Seniorenvolleyball gemacht haben. "Wir sagen immer im Scherz, dass Rodheim das deutsche Leistungszentrum im Seniorenvolleyball ist", sagt Stößinger und lacht, fügt dann aber an: "Im Ernst: Ich habe schon einen Stamm aus Rodheimern zusammen, die dabei wären und ich selbst wäre auf alle Fälle auch dabei." Ergänzt werden soll das Team mit Spielern aus der gesamten Bundesrepublik. Stößinger, der seit Jahren den Seniorenbereich in der Halle und im Beach-Bereich in Rodheim betreut, war auch deshalb sofort angetan, wollte er doch sowieso ein Sabbatjahr einlegen um etwas zu reisen. So könnte er bei einem Turnier in den USA gleich einen Verwandtschaftsbesuch mit abdecken, "aber natürlich stehen da aufgrund der aktuellen Lage noch viele Fragezeichen dahinter", sagt er.

Überhaupt sei die Lage mit dem kompletten Stillstand von Trainings- und Spielbetrieb vor allem insofern schade, als dass die Rodheimer gleich mit vier Seniorenmannschaften (Ü 47, Ü 53, Ü 59 bei den Männern und Ü 49 bei den Damen) die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften eingeplant hatten, doch die Ende März stattfindenden südwestdeutschen Titelkämpfe sind bereits der Pandemie zum Opfer gefallen.

Ähnlich könnte es auch der Beachvolleyball-Saison ergehen, wo sechs bis acht Rodheimer Paare sich ebenfalls Hoffnungen auf nationale Titel gemacht hatten. Doch Turniere wie die deutsche Meisterschaft sind bereits abgesagt, Unklarheit herrscht beispielsweise noch für die hessischen Titelkämpfe. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass Beachvolleyball-Felder eine der ersten Sportstätten sein werden, die wieder geöffnet sind, weil hier ja rein theoretisch nur vier Leute auf 64 Quadratmeter unterwegs sind", sagt Stößinger, dem aktuell nicht viel anderes übrig bleibt, als sich mit seiner Frau den Ball im Garten oder auf der Straße zuzupritschen oder auf andere Sportarten auszuweichen.

Immerhin: Finanziell sei die knapp 300 Mann starke Abteilung inicht gefährdet. "Natürlich fehlt uns durch abgesagte Veranstaltungen etwas Geld, aber das ist nicht existenzbedrohend", sagt Stößinger.

Ziel erreicht:Bei all den Neuigkeiten rund um die SG Rodheim soll nicht vergessen werden, dass auch der TV Bruchenbrücken etwas zu feiern hat. Die Herren haben den ersten Platz in der Bezirksliga belegt und dürfen somit in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga antreten. Zwar ist der Aufstieg von der Mannschaft noch nicht endgültig abgesegnet, aber "ich gehe stark davon aus, dass wir auch aufsteigen werden, schließlich war das unser großes Ziel", sagt Abteilungsleiter Sebastian Seckler. Die einzige Volleyballmannschaft des TVB hatte den ersten Platz bereits vor Saisonabbruch sicher, nur die Meisterfeier fiel den Kontaktbeschränkungen zum Opfer. "Die sollte ausgerechnet an dem Wochenende sein, an dem es die ersten Maßnahmen gab, aber wir sehnen sie herbei", sagt Seckler. Das Team war im Jahr zuvor abgestiegen und könnte nun in die Klasse zurück, in der es einen Großteil der vergangenen Jahre verbracht hat.

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