Handball

Aufstieg wäre »Harakiri« für Gedern/Nidda

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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(phk/pm). Der Vorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) hat eine Modusänderung für die 3. Liga Frauen und Männer beschlossen. In der aktuellen Saison wird es aufgrund des infolge der Coronavirus-Pandemie seit November ausgesetzten Spielbetriebs keine Absteiger geben. Im Umlaufverfahren beschloss der Bundesrat, die Mannschaftzahlen für die kommende Saison auf einen noch festzulegenden Wert zu erhöhen.

»Aufsteiger in die 2. Liga der Frauen und Männer sollen nach Möglichkeit unter interessierten Vereinen ermittelt werden. Zudem sollen alle anderen Vereine ein Spielangebot erhalten«, wird Benjamin Chatton, Vorstand Finanzen und Recht des DHB und zuständig für den Spielbetrieb, in einer DHB-Mitteilung zitiert. Die Vereine hätten durch den Bundesratsbeschluss Klarheit über ihre Ligazugehörigkeit und damit »bestmögliche Planungssicherheit« erhalten. Die Teilnahme an Aufstiegsrunden und alternativen Wettbewerben sei freiwillig.

Bei den Frauen sind drei Aufsteiger aus der 3. in die 2. Liga möglich (bei den Männern sind es zwei). Als Teilnahmevoraussetzung gilt die Einreichung eines Lizenzantrags und der Lizenzierungsunterlagen beim Ligaverband HBF spätestens zum 15. April. Als weiteres freiwilliges Wettkampfangebot wird eine Spielrunde geschaffen, deren Spielsystem abhängig von den Meldezahlen und möglichst nach regionalen Gesichtspunkten festgelegt werden soll. Dies betrifft auch die HSG Gedern/Nidda, die mit zwei Siegen in die dann ausgesetzte Runde der 3. Liga Mitte gestartet war.

Trotz des verheißungsvollen Starts und eines starken Kaders wollen die Handballerinnen aus dem Osten der Wetterau auf eine mögliche Rückkehr in die 2. Liga verzichten. »Bis zum Rundenstart im September wären wir dann fast eineinhalb Jahre ohne Pflichtspiel gewesen, während die 2. Liga eine ganz normale Saison hinter sich hat. Das wäre für uns als Aufsteiger Harakiri«, erklärte der HSG-Vorsitzende Martin Schindler auf Nachfrage. Sein Team wolle sich stattdessen um die Teilnahme an der freiwilligen Runde bemühen und dann in der neuen Saison sehen, inwiefern ein Angriff auf die Aufstiegsplätze realistisch ist.

Die Ausspielung der freiwilligen Runden ist für Männer- und Frauen-Teams ab April vorgesehen. Das Spielsystem hängt dabei von den Meldezahlen ab. Über die Verteilung der Qualifikationsplätze für den DHB-Pokal 2021/22 aus den jeweiligen Spielrunden wird zudem erst entschieden, wenn alle Meldezahlen bekannt sind. Unterdessen sind aus den Oberligen jeweils zwölf Aufsteiger in die 3. Ligen möglich, was vor allem im Männerbereich zu einer erneuten deutlichen Vergrößerung der Mannschaftszahlen und damit der Staffeln führen könnte.

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