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Die Bietigheim Steelers können feiern. Sie drehen die Serie gegen Kassel und qualifizieren sich als 15. Team für die DEL-Saison 2021/22.

Aufstieg - Steelers krönen sich zum Meister

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(bf/hna). Es war das Spiel der Spiele in den DEL 2-Playoffs. In der »Best-of-Five«-Serie zwischen den Kassel Huskies und den Bietigheim Steelers kam es am Samstag mit dem fünften Spiel zum Showdown. Die Meisterschaft und den sportlichen Aufstieg in die DEL sicherten sich schließlich die Schwaben, die somit nicht nur den Rückstand im letzten Match drehen konnten, sondern auch die 0:

2-Hypothek tilgten, die sie nach zwei Partien aufgebaut hatten. 5:2 hieß es am Ende für die Steelers.

Als die siebte Minute lief, kassierte Kassels Stephan Tramm wegen Stockschlags eine Strafe - und die Ellentaler nutzten das Powerplay durch den Treffer von Norman Hauner (8.). Es blieb weiter spannend und beide Teams schenkten sich nichts. Nachdem bei den Gästen zu viele Spieler auf dem Eis waren, spielten die Schlittenhunde mit einem Mann mehr und sie konnten das Überzahlspiel zum Ausgleich nutzen. Torschütze zum 1:1 war Tramm (15.).

Im zweiten Drittel gab es Chancen auf beiden Seiten, Vincent Saponari legte für Kassel zum 2:1 vor (27.). Im dritten Abschnitt nutzen die Steelers eine Überzahl zum Ausgleichstreffer von Hauner (46.). Kurz darauf war es Evan Jasper (49.), der die Gäste erstmals am Abend in Front brachte - 3:2. Erneut Hauner baute die Führung aus (55.). Tim Schüle traf ins leere Netz (59.) und setzte damit den Schlusspunkt. Dann startete die Steelers-Party.

Die Huskies unterdessen zeigten auch im entscheidenden Finalspiel zu wenig von dem, was sie in der Hauptrunde noch ausgezeichnet hatte. Das Selbstverständnis, mit dem die Nordhessen durch weite Strecken der Hauptrunde marschiert waren, fehlte in den Playoffs oft. Stattdessen schienen der Druck, jetzt wirklich siegen zu müssen, und die hohe Erwartungshaltung aufzusteigen, die meisten Spieler eher zu lähmen anstatt zu beflügeln. Wie Selbstvertrauen aussieht, zeigten stattdessen die Bietigheimer.

Auffällig war die Schwäche im Schlussdrittel: Eigentlich hatten sich die Huskies ja eine gute Ausgangssituation erarbeitet: In allen fünf Finalspielen gingen sie jeweils mit einer Führung ins Schlussdrittel - so auch in den letzten drei Partien. Zweimal mit 2:1, einmal mit 4:3 - doch am Ende schenkten sie diesen Vorteil dreimal wieder her.

Den Steelers fehlten gleich drei Leistungsträger. Doch angeführt von den überragenden Evan Jasper und Norman Hauner machten sie die Ausfälle vergessen. Bei den Huskies indes blieben einige, die während der famosen Hauptrunde noch auf dem Eis gewirbelt hatten, hinter ihren Möglichkeiten zurück. Gefühlt einzig Vinny Saponari spielte in den Playoffs auf einem höheren Level als in der Hauptrunde, steigerte sich vor allem im Finale. Typen wie Jasper, Hauner, Alexander Preibisch oder Benjamin Zientek, die bei nahezu jedem Angriff für Gefahr vor dem Tor von Jerry Kuhn sorgten, suchte man bei den Huskies vergebens. Im direkten Vergleich mit den Steelers war das zu wenig.

Eigentlich ist Michael Christ keiner, der groß um Worte ringen muss. Doch auch zwei Tage nach dem zerplatzten Traum vom Aufstieg war der Huskies-Stürmer noch ziemlich sprachlos. »Klar haben wir uns das alle anders vorgestellt. Es ist nicht schön, so zu verlieren. Es steht 2:2 in der Serie, du bist die beste Mannschaft, spielst zu Hause, eigentlich kannst du gestärkt in solch ein entscheidendes Spiel gehen. Aber am Ende des Tages war Bietigheim einfach besser. Denn wir haben es in den letzten drei Begegnungen einfach nicht geschafft, zu gewinnen«, haderte Christ.

Keine Ausreden bei den Huskies

Ähnlich äußerte sich Derek Dinger: »Ich bin noch ziemlich leer. Es war eine lange Saison, es ist viel passiert und wir haben nicht den Abschluss, den wir uns vorgestellt haben. Woran es lag? Ausreden zu finden, ist nicht gerechtfertigt. Der Druck war natürlich hoch, die fehlende Kraft war es nicht, wir haben sehr viel gearbeitet.«

Bei den Kassel Huskies laufen nun die Abschlussgespräche mit den Spielern, Personalentscheidungen werden in den nächsten Tagen erwartet. Sicher ist bereits, dass Philippe Cornet den Verein verlässt und zu HPK Hämeenlinna zurückkehrt. Das gab der finnische Klub am Wochenende bekannt. Dort spielte Cornet schon von 2018 bis 2020.

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