Aufstieg bis 2022 geplant

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(cd). Das Jahr ist noch jung, aber Sreto Ristic hat bei Kickers Offenbach bereits einige Premieren hinter sich: Sein erstes Training, das erste Testspiel und nun auch seine erste Pressekonferenz. Am Montag stellte der Fußball-Regionalligist den am 30. Dezember verpflichteten Coach offiziell vor - quasi mit einem Jahr Anlauf. Als er im November 2019 beim OFC einstieg, habe er schon mal bei Ristic angefragt, gab Geschäftsführer Thomas Sobotzik zu. "Damals kamen wir jedoch überein, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war." Die Wahl fiel auf Angelo Barletta, der nun abgelöst wurde.

"Ich hatte damals die Ausbildung zum Fußballlehrer begonnen und war mir nicht sicher, ob das alles zu viel Belastung gewesen wäre", sagt der neue Kickers-Trainer. Der Lehrgang in Serbien ist noch nicht abgeschlossen. Coronabedingt musste einiges verschoben werden. Vermutlich zweimal wird der 44 Jahre alte Ex-Profi (u. a. VfB Stuttgart) noch in sein Geburtsland reisen müssen, unter anderem für die Abschlussprüfung.

Für die Aufgabe beim OFC fühlt er sich jedoch bereit, auch wenn er vor ihr gewaltigen Respekt hat. "Es ist nach wie vor schwer. Das ist ein Riesenclub", meint Ristic. "Wenn man hier vorfährt, sieht man sofort, dass das mit Regionalliga nichts zu tun hat. Das kann einem Angst machen. Mir aber nicht. Ich bin hier, um Spiele zu gewinnen."

Wenn das mit Regionalliga nichts zu tun hat und Barletta als Tabellenvierter freigestellt wurde, kann das Ziel für diese Saison eigentlich nur der Sprung in die 3. Liga sein. Doch Ristic stellt klar: "Das Wort Aufstieg ist für mich weit weg. Ich kann nur für alles, was innerhalb der vier Linien passiert, Verantwortung übernehmen."

Und auch Sobotzik ist spürbar darum bemüht, Druck vom Kessel zu nehmen. Während Präsident Joachim Wagner erst kürzlich betont hatte, dass es diese Saison keine Übermannschaft gebe, der eigene Kader auf allen Positionen topbesetzt sei und man "unbedingt die sich bietende Chance ergreifen" wolle, drückt es der Geschäftsführer etwas defensiver aus. Fußball sei schwer planbar. Man könne nur ein Fundament bauen und versuchen, alles rauszuholen. "Wenn am Ende der Fall der Fälle eintritt, sind wir glücklich", so Sobotzik.

Letzten Prozente herauskitzeln

Und Ristic soll die dafür erforderlichen letzten Prozentpunkte aus dem Team herauskitzeln. "Das ist fast wie bei einer Zitrone, aus der man alles herausquetscht", sagt der Geschäftsführer. Vorgänger Barletta traute man das nicht mehr zu. Der neue bringe eine "natürliche Autorität" sowie "Leidenschaft und Emotionalität mit, was in Offenbach sehr wichtig ist".

Eine Sache fehlt ihm aber: Erfahrung als Chefcoach. Bislang war Ristic lediglich Co-Trainer in der Regionalliga sowie der 3. Liga, zuletzt sogar nur Scout. Seit rund einem halben Jahr habe er kein Training mehr geleitet, betont er. Sobotzik stellt dennoch klar: "Wir sind zu 100 Prozent überzeugt, dass wir so das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausholen." Man setzte aber keineswegs alles auf eine Karte. Der Dreijahresplan, der den Aufstieg spätestens 2022 vorsieht, habe weiter Bestand.

Sobotzik weiß, dass sein Wirken auch daran gemessen wird, ob Ristic mehr Erfolg hat als Barletta. "Ich bin dafür eingesetzt worden, das Bestmögliche herauszuholen", stellt der 46-Jährige klar. "Ein Trainerwechsel in der Saison ist stets ein großes Risiko. Wenn der Sportchef losrennt und sich nach Kandidaten umsieht, ist das nie förderlich, weil es in der Regel auch nie lange geheim bleibt." Man habe mit zwei Kandidaten gesprochen und mit Barletta. Es sei alles offen gewesen. Nach der gemeinsamen Analyse sei dann die Entscheidung contra Barletta und pro Ristic gefallen.

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