Aufsteiger ist viel zu brav

(lab). Zu brav, zu verschlafen, zu abschlussschwach: Am zweiten Spieltag der U 17-Bundesliga Süd hat der VfL Sindelfingen den Juniorinnen des SC Dortelweil in mehrerer Hinsicht die Richtung aufgezeigt. Und das nicht zwingend mit spielerischen, sondern mit körperlichen Mitteln. Da wurde gehalten, wenn es passte, wurde mit den Regeln gespielt, wurden die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen. "Wir waren zu lieb, haben die taktischen Fouls nicht gezogen", konstatierte Rüdiger Köhler, Sportlicher Leiter der Wetterauerinnen. Es ist eine ungeahnte Härte, die die Mädchen des SCD nach dem Aufstieg umgibt und gegen die man auf dem Platz nicht die Mittel fand. Zumindest nicht in der ersten Halbzeit und schon gar nicht in den ersten zehn Minuten.

Denn die Gastgeber waren sofort hellwach, wussten mit langen Bällen die Abwehr auszuhebeln und nach nicht einmal zwölf Minuten auch zu treffen: Ein verlorener Zweikampf von Kyra Koulouris, ein 20-Meter-Schuss in den Winkel durch VfL-Kapitänin Annika Hagemann - Tor. Der Rückstand wie ein Weckruf für die SC-Spielerinnen: "Wir haben uns dann nach und nach reingekämpft und die hohen Bälle abgewehrt", sagt Köhler. Judith Gerigk (15.) und Antonia Wittich (21.) zeigten mit Abschlüssen in der Offensive Präsenz, Heim-Zehnerin Samira Sahraoui hielt die Elf von Trainer Richard Pohlner allerdings auf Trapp.

Das änderte sich nach der Pause: Dortelweil dirigierte nun, Antonia Wittich, Marie Kleinschmidt und Emilia Steppan kamen zu Chancen, nur der Ball wollte nicht ins Netz. Stattdessen folgte dem Powerplay ein Konter der Gastgeber, das besagte taktische Foul fehlte, und Sahraoui (71.) schob entscheidend zum "Neckbreaker" ein. So sprach Köhler nach dem Spiel von einer "vermeidbaren Niederlage", einer fehlenden "Spielerin, die den Unterschied macht" und "mindestens einem verdientem Punkt".

Vor diesmal lediglich 50 Zuschauern waren die spielerischen Mittel vorhanden, für die ersten drei Punkte gilt es allerdings noch an einigen Stellschrauben zu drehen. Man weiß, woran man arbeiten muss und hat dafür jetzt sogar 14 Tage Zeit, bis am 21. September der SV Alberweiler anreist.

SC Dortelweil: Fassbender, Heruday, Assmann, Gerigk (66. Memovic), Steppan (75. Wieder), Link, Kleinschmidt, Koulouris (41. Groeb), Reifschneider, Frank (5. Bruns), Wittich.

Im Stenogramm / Zuschauer: 50. - Schiedsrichterin: Frede. - Tore: 1:0 (12.) Hagemann, 2:0 (71.) Sahraoui.

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