+
Als einige von wenigen Jubiläums-Klubs in diesem Jahr hat der SV Ober-Mörlen immerhin mit seinem Wagen beim traditionellen Faschingsumzug das 100-jährige Bestehen schon etwas gefeiert. Der Rest der geplanten Veranstaltungen wird wohl ins Jahr 2021 verlegt. Dann hat auch der SV Nieder-Weisel seinen 100. Geburtstag.

100-jähriges Bestehen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: So gehen Wetterauer Klubs mit der Absage ihrer Jubiläumsfeste um

  • schließen

Gleich acht Vereine in der Wetterau wollten 2020 ihr 100-jähriges Bestehen feiern, ehe die Coronavirus-Pandemie sie ausgebremst hat. Jeder von ihnen hat einen Weg gefunden, damit umzugehen.

Proppenvoll sollte der Veranstaltungskalender der Fußballvereine in der Wetterau in diesem Jahr sein. Nicht weniger als acht Vereine haben die Jahreszahl 1920 als Gründungsdatum. Und so hatten die Geburtstagskinder einiges an Festivitäten geplant, Bands gebucht, Zusagen von Traditionsmannschaften eingeholt und andere kulturelle Highlights für die Region geplant. Doch durch die Coronavirus-Krise jagte eine Absage die nächste. Wie die Stimmungslage nun bei den betroffenen Vereinen ist, ob es Nachholtermine gibt und was die Absagen für die Vereinskasse bedeuten, haben uns Vertreter der Vereine nun berichtet:

FC Nieder-Florstadt:Am wenigsten betroffen zu sein scheinen die Florstädter. Spielausschussvorsitzender Armin Kling bringt es auf den Punkt. "Für dieses Jahr war nichts vorgesehen oder geplant. Eine Planung für das Jahr 2021 ist am Laufen, aber noch nicht spruchreif", lautet sein Kommentar. Für dieses Jahr sei lediglich für den 18. Oktober noch eine "Caribbean Night" in der Mache.

KSG Groß-Karben:Auch im Süden der Wetterau steht ein Jubiläum vor der Tür. "Wir haben bis jetzt, außer der Absage der Groß-Kärber Dorffestes am 4. und 5. Juni noch nichts absagen müssen. Bezüglich unseres Jubiläumswochenendes im September mit der Eintracht-Traditionself als Highlight laufen die Planungen wie gehabt. Hier haben wir uns als Deadline den Juni gesetzt. Wir haben Zusagen von allen Beteiligten, wonach uns keine Kosten entstehen, auch für die Traditionsmannschaft kommen keine Antrittsgelder auf uns zu. Hier kommt uns die SGE sehr entgegen", wagt Groß-Karbens Vorsitzender Werner Schmitt einen verhalten optimistischen Ausblick.

SV Germania Ockstadt:"Zweieinhalb Jahre an Vorbereitungszeit haben wir in unser Festwochenende am ersten Mai gesteckt", zeigt sich Mitorganisator Oliver Jung doch etwas enttäuscht. "Aber den Kopf in den Sand stecken gilt nicht, wir werden unser Jubiläum im nächsten Jahr nachholen. Das Programm wird sicher etwas anders gestaltet werden. Aber die Zusage der Eintracht-Traditionself haben wir." Und auch hier gilt wie in Groß-Karben - die Traditionsmannschaft zeigt sich hier großzügig und verzichtet auf eine Antrittsgage für 2020.

SV Ober-Mörlen:In der nördlichen Wetterau begann das Festjahr wie geplant. Der Motivwagen der Fußballer rollte beim Faschingsumzug durch das Dorf, der Rosenmontagsfrühschoppen fand regen Zuspruch. Danach mussten aber alle weiteren Veranstaltungen abgesagt werden. "Wir werden die entfallen Veranstaltungen im nächsten Jahr nachholen. Die Termine hierfür haben wir schon festgelegt, wollen aber bis zur Veröffentlichung noch etwas warten. Die bereits gebuchte Band hat spontan für das nächste Jahr zugesagt, Kosten sind hier glücklicherweise keine entstanden. Wir werden dieses Jahr zwischen Juni und Juli noch unsere Festzeitschrift verteilen und weiter an unseren geplanten Programmpunkten feilen", gibt Ober-Mörlens Vorstandsmitglied Stefan Schraub zu Protokoll.

SV Assenheim:Auch in Assenheim konnte das Jubiläumsjahr planmäßig beginnen. Ein gut besuchter Kommersabend wurde Anfang März gefeiert, die Festzeitschrift zu diesem Termin ausgegeben. "Danach mussten wir alle weiteren Veranstaltungen absagen, werden diese, wie die Maifeier und auch unser Jugendturnier, im nächsten Jahr aber ausrichten. Für dieses Jahr steht noch unser Weihnachtsbrunch auf der To-do-Liste", gewährt Assenheims Kassenwart Veith Reisch Einblicke in die weiteren Planungen. "Es ist zwar schade, dass uns hier die Einnahmen fehlen, aber dafür haben wir auf der Gegenseite auch keine Ausgaben gehabt."

SV Reichelsheim:Auch in Reichelsheim bedauert man den Einnahmeausfall, sollten hiermit doch so wichtige Projekte wie die Sportplatzsanierung, die Vereinshausrenovierung und ein neues Jugendkonzept unterstützt werden. "Wir haben für dieses Jahr alle Veranstaltungen abgesagt. Für das kommende Jahr haben wir uns noch nicht festgelegt, ob, was und wie wir ein neues Programm aufstellen werden. Auch ob das geplante Spiel der Traditionself von Mainz 05 nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Momentan beschäftigen wir uns eher mit unserer sportlichen Zukunft", bewertet Reichelsheims Vorsitzender Cenk Gönül die Situation.

SV Echzell:Zählt man das Hallenkreisligaturnier im Januar mit zum Jubiläumsjahr, begann dieses auch in Echzell planmäßig. "Leider mussten wir alle weiteren Veranstaltungen absagen, werden diese aber im nächsten Jahr nachholen. Die Termine stehen fest und können schon bei uns auf der Homepage eingesehen werden. Und auch eine Neuauflage des Kreisligaturniers ist in Zusammenarbeit mit der Schiedsrichtervereinigung wieder vorgesehen", wagt Echzells Bereichsleiter für allgemeine Geschäfte, Pascal Roos, einen ersten Ausblick. "Finanziell haben wir auch keinen Schiffbruch erlitten, lediglich 25 Prozent der Gebühren für den gemieteten Klowagen mussten wir entrichten."

VfR Ilbenstadt:Last but not least konnten auch an der Ilbenstädter Klostermauer die geplanten Feierlichkeiten nicht so umgesetzt werden, wie ursprünglich geplant. Konnte das Schlachtessen im Februar zum Auftakt noch stattfinden, mussten 13 weitere Programmpunkte gestrichen werden. Besonders schwer wiegt die Absage des für April geplanten Gala-Konzerts des Don-Kosaken-Chors. Dieses war ausverkauft und soll nun im November stattfinden. Ob weitere Veranstaltungen nachgeholt werden, ist derzeit noch offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare