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Aufatmen nach positivem Test

  • vonred Redaktion
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(jk). Der erste Schock ist überstanden. Nach dem positiven Corona-Test bei einem Spieler versuchen die Offenbacher Kickers so schnell wie möglich zurück zur Normalität zu finden. Noch am Mittwochabend, 24 Stunden nach den bis auf die eine Ausnahme negativen Testergebnissen, hatte Trainer Angelo Barletta alle Spieler zu einem lockeren Training einbestellt.

"Die Jungs waren froh, dass damit nach diesen hektischen Stunden zuvor wieder etwas Normalität eingekehrt ist", berichtete der Trainer. "Wie der Verein das alles geregelt hat, das war schon höchst professionell", lobt Barletta die Verantwortlichen in Person von Geschäftsführer Thomas Sobotzik und Bernd Winter, die den sofortigen Corona-Test für alle Spieler, sämtliche Betreuer und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle binnen weniger Stunden organisiert hatten. "Das war schon ein komisches Bild, als wir am Dienstagabend alle mit Mund-Nase-Schutz vor der Arztpraxis auf unsere Tests gewartet haben." Glück im Unglück war sicher, dass der positiv getestete Spieler wegen seiner Verletzung schon seit Freitag nicht mehr beim Team war.

Positiver Test nach Routineeingriff

Wo sich der Spieler infiziert hat, war gestern noch unklar. Das zuständige Gesundheitsamt am Wohnort im Kreis Offenbach muss nun mit dem Spieler die Kontaktkette erstellen. Festgestellt wurde das positive Ergebnis nach einem Routineeingriff im Krankenhaus, wo ein Abszess entfernt wurde.

Die beiden einzigen Spieler, mit denen der Corona-Patient seit Freitag vergangener Woche privat Kontakt hatte, wurden ebenfalls negativ getestet, sollten aber gestern zur Sicherheit noch einen weiteren Test absolvieren.

Nach den ausschließlich negativen Testergebnissen geht Barletta fest davon aus, dass die Mannschaft heute wie geplant für die nächsten acht Tage ins Trainingslager nach Polen fliegen und dort auch Testspiele (unter anderem gegen den Zweitligisten Erzgebirge Aue und Lech Posen, den Tabellenvierten der ersten polnischen Liga) bestreiten darf.

"Stand jetzt", so Barletta am Donnerstagmittag, "spricht nichts dagegen, dass wir die Woche nach Opalenica reisen." Natürlich ohne den infizierten Spieler, der 14 Tage in Quarantäne verbringen muss. Die Kickers haben ihm bereits einen Fahrrad-Heimtrainer nach Hause geliefert, damit er sich einigermaßen fit halten kann.

Vorgestern haben die Kickers noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zwei Tage nach Florent Bojaj (24) vom bulgarischen Erstligisten FK Etar Veliko Tarnovo wurde mit Davud Tuma ein weiterer Offensivspieler verpflichtet. Der 24-jährige gebürtige Ostwestfale spielte die letzten drei Jahre in der 3. Liga. 2017/18 beim FC Carl Zeiss Jena, dann beim Halleschen FC und letzte Saison beim Chemnitzer FC. Von dort kennt ihn der ehemalige CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik und lobt Tuma. "Davud ist ein sehr dynamischer Außenbahnspieler, der auf beiden Flügeln richtig Alarm machen kann."

Der Offensivspieler ist der zwölfte Neuzugang in der Sommerpause. Rechnet man noch die sechs Verpflichtungen in der Winterpause 2019/20 dazu, sind das 18 neue Spieler, mit denen Sobotzik und Barletta den OFC-Kader fast komplett ausgewechselt haben. Insgesamt stehen nun 28 Profis (24 Feldspieler und vier Torhüter) für die Mammutsaison 2020/21 unter Vertrag "Wir brauchen einen großen Kader. Das wird auch von der Mannschaft so mitgetragen", sagt Barletta. "Denn kein Spieler wird alle 42 Spiele bestreiten."

Fünf Monate nach dem bisher einzigen Heimspiel des Jahres 2020 (3:0 gegen den Bahlinger SC, den ersten Heimspielgegner 2020/21 am 5. September) wird die Sehnsucht der Fans nach Spielen auf dem Bieberer Berg immer größer. Vier Wochen vor dem geplanten Saisonstart gibt es einen Run auf die Dauerkarten. Innerhalb von einer Woche hat der OFC schon fast 2800 Saisontickets verkauft. Tendenz steigend. FOTO: DPA

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