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»Auch Erwachsene brauchen systematisches Training«

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Von: Michael Stahnke

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Der Wetterauer Tischtennis-Kreiswart Diethelm Göbeler (Bad Nauheim) musste zuletzt aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten. Nun geht er mit neuem Elan wieder Projekte an.

Der Wetterauer Tischtennis-Kreiswart Diethelm Göbeler (Bad Nauheim) musste zuletzt aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten. Nun geht er mit neuem Elan wieder Projekte an.

Es war zu hören, dass es neben dem Kreisleitungszentrum für den Nachwuchs jetzt auch Trainingszentren für Erwachsene geben soll. Wie ist da der Stand der Dinge?

Diethelm Göbeler: Bisher gibt es im Tischtennis die kuriose Situation, dass nach der Jugendzeit kein gezieltes Training mehr stattfindet, sondern die Spieler einfach nur noch gegeneinander spielen. Das hat zur Folge, dass Spieler, die dem Jugendalter gerade entwachsen sind, keine echte Trainingsperspektive mehr im eigenen Verein haben. In diese Lücke ist der TTC Höchst/Nidder gestoßen, weshalb immer wieder so viele Talente dorthin wechseln. Wir brauchen aber viele verschiedene gut aufgestellte Vereine. Deshalb wollen wir drei bis vier Zentren über die gesamte Wetterau verteilt schaffen, in denen alle Spielerinnen und Spieler aller Vereine trainieren können.

Wo könnte das sein? Und wie könnte das aussehen?

Göbeler: In Höchst läuft dies bereits, auch in Butzbach, doch die Halle wäre für den gesamten Kreis wohl etwas zu klein. Somit denke ich neben Höchst an Dortelweil, Florstadt und Bad Nauheim. Rainer Neeser aus Dortelweil hat Interesse bekundet, und wir in Bad Nauheim können auch 16 Tische stellen. Das Training soll alle drei Wochen stattfinden. Als Trainer können diejenigen fungieren, die eine Lizenz haben. Ich denke an Peer Kohlstetter aus Höchst und Christian Löffler aus Butzbach. Aber es können auch andere sein, sodass ich bei den Trainern keine Probleme sehe. Wir werden eine Sitzung im Februar haben, in der Details geklärt werden sollen. Wichtig ist noch einmal hervorzuheben, dass niemand abgeworben werden soll, sondern ganz im Gegenteil Spieler auf diese Weise bei ihren Heimatvereinen gehalten werden sollen.

Schulsportoffensive krankt

All dies ist unabhängig von der Schul-sportoffensive. Wie sieht es da aus?

Göbeler: Da krankt es noch an vielem, vor allem am HTTV. Aber notfalls werden wir auch hier etwas in Eigenregie organisieren. Der HTTV möchte unter Mithilfe der Vereine nur Grundschulen ansprechen, um Talente wie Timo Boll hervorzubringen. Außerdem ist der zeitliche Umfang auf sechs Wochen begrenzt. Dies geht komplett an den Realitäten einer Schule vorbei.

Wo sehen Sie Probleme?

Göbeler: An Schulen braucht man Klarheit für ein halbes Jahr. Deshalb fordere ich nicht nur eine zeitliche Ausweitung, sondern auch eine Ausweitung auf alle Jugendlichen. Ich finde die Fixierung auf den Spitzensport nicht gut, wir brauchen auch Spieler in der 1. Kreisklasse, die dem Verein 30 Jahre zur Verfügung stehen. Deshalb möchte ich auch hier ein eigenes Konzept entwickeln. Als Trainer kommen hier wohl nur Studenten und Rentner in Frage, da der Kurs regelmäßig angeboten werden muss. Doch da hier eine normale Trainerausbildung und ein normales Spielniveau reichen, denke ich, dass wir Personen finden werden. Auch unser Kreisjugendwart Holger Thösen aus Gedern macht so etwas großartig, ohne extrem spielstark zu sein. Ideal wäre natürlich ein Lehrer selbst, der die Bedingungen vor Ort kennt.

Soll auch die neue Satzung Thema bei der Besprechung mit den Vereinsmitgliedern sein?

Göbeler: Ja, dadurch, dass jeder Spieler unbegrenzt oft als Ersatzspieler aushelfen kann, werden kleine Vereine benachteiligt, da sie mit nur wenigen Mannschaften von dieser Regelung kaum Gebrauch machen können. Auch die Tatsache, dass Damen nur einen Status als Ersatzspielerin haben, stößt auf Unmut. Allerdings sind dies Satzungsfragen, die wir nur für den Verbandstag einbringen können. Die Entscheidung liegt dann bei allen Kreisen in Hessen.

Wie steht’s um den eigenen Verein?

Göbeler: Markus Hellner aus der ersten Mannschaft, der aus beruflichen Gründen bisher noch gar nicht spielen konnte, wird in der Rückrunde zur Verfügung stehen und damit mit einem Antrag als Stammspieler aufgestellt werden. Bodo Michel aus der zweiten Mannschaft hat sich den Arm gebrochen, und er wird wohl nur als Stammersatzspieler aufgestellt werden. Wir haben in der dritten Mannschaft genügend Spieler, sodass einer in der Zweiten spielen wird. Mit der Dritten wollen wir den Klassenerhalt noch schaffen. (Foto: Archiv)

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