Badminton

Anika Dörr hat Rückkehr im Hinterkopf

Anika Dörr war jahrelang Leistungsträgerin beim SV Fun-Ball Dortelweil, ehe sie sich im Sommer 2017 dem deutschen Meister TV Refrath anschloss. Eine Rückkehr ist aber nicht ausgeschlossen.

Nach sieben Jahren hatten Sie im Frühjahr den SV Fun-Ball Dortelweil verlassen und spielen mittlerweile beim Bundesliga-Konkurrenten TV Refrath. Wie gut haben Sie sich in Ihrem neuen Verein eingelebt?

Anika Dörr: Die Eingewöhnung war leicht, da ich viele Spieler von Turnieren oder meinem ehemaligen Trainingsstandort in Mühlheim (am Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr, Anm. d. Red.) bereits kannte. Mit meinen Mitspielern verstehe ich mich super, der Spaß steht im Vordergrund. Das ist mir in meiner jetzigen Situation sehr wichtig.

Was hatte Sie zum Wechsel bewogen?

Dörr: Ausschlaggebend war mein Wunsch, Badminton nicht mehr so leistungsbezogen zu betreiben wie ich es in den vorherigen fünf Jahren gemacht hatte. Dieses Bedürfnis hatte auch mit meiner langen Pause zu tun (Dörr musste aufgrund einer Herzmuskelentzündung über ein halbes Jahr auf Sport verzichten, Anm. d. Red.). Während diesem Lebensabschnitt hatte ich viel Zeit darüber nachzudenken, was man im Leben sonst noch so schönes machen kann. Mein Engagement in Refrath gibt mir bessere Möglichkeiten. Ich hatte in den letzten Jahren quasi kein "Studentenleben", das ich nun ein bisschen genießen darf. Beim SV Fun-Ball Dortelweil hätte ich nach dem Aufstieg mehr Konkurrenz gehabt, da man sich mit weiteren Damen verstärken wollte. In Refrath ist die Situation eine ganz andere, da man neben einer Erstliga- auch eine Zweitliga-Mannschaft hat, in der ich spielen kann.

Wie schwer war Ihnen der Abschied aus Dortelweil gefallen?

Dörr: Es war ein komisches Gefühl, als ich in der Bundesliga-Relegation (gegen den 1. BC Wipperfeld, Anm. d. Red.) mein letztes Match hatte. Zum Glück stand das Team vorher als Aufsteiger fest, so dass ich die Sache entspannter angehen konnte. Mit dem Großteil des Teams hatte ich sechs Jahre zusammengespielt, so dass ich natürlich traurig war. Heute bin ich froh, dass ich gewechselt bin.

Wie würden Sie Ihre Zeit in Dortelweil rückblickend beschreiben?

Dörr: Ich hatte eine super Zeit! Im Jahr 2010 war ich von meinem Heimatverein TSG Messel zum SV Fun-Ball Dortelweil gekommen, bei dem ich zunächst in der Jugend spielte und dann bei den Erwachsenen wertvolle Erfahrungen sammeln durfte und mich weiterentwickeln konnte. Die Abteilung wird mit viel Leidenschaft geführt, was mich beeindruckt hat. Nach sieben Jahren war es aber an der Zeit, etwas neues zu machen.

Zwei Wochen vor Weihnachten kehrten Sie mit Ihrem neuen Team nach Dortelweil zurück. Wie haben Sie die Rückkehr erlebt?

Dörr: Es war natürlich eine komische Situation, in anderer Funktion in die Sporthalle zu kommen. Denn erstmals musste ich nicht vor dem Spieltag bei der Organisation mithelfen, sondern bin einfach nur zum Spielen gekommen. Das Wiedersehen mit Zuschauern, Verantwortlichen und ehemaligen Spielern war sehr herzlich. Manche Zuschauer hatten mich gefragt, ob ich damit leben könnte, dass sie gegen mich klatschen. Aber das gehört natürlich dazu.

Pflegen Sie noch Kontakte zum SV Fun-Ball Dortelweil?

Dörr: Den Großteil des Teams sehe ich im Training in Frankfurt beim Landessportbund. Mit Peter Lang, Thomas Legleitner oder Daniel Benz habe ich weiterhin viel zu tun. Ich verfolge daher intensiv die Entwicklung der Mannschaft und freue mich, dass sie drauf und dran ist, die Klasse zu halten.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem TV Refrath in dieser Saison?

Dörr: Leider läuft es für uns bislang durchwachsen. Die Titelverteidigung ist nicht realistisch, weil vor der Saison Fabian Roth, der wohl beste deutsche Einzelspieler im Herrenbereich, das Team verließ. Unser Ziel ist es, möglichst früh die Playoffs zu erreichen.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder für den SV Fun-Ball Dortelweil aufzuschlagen?

Dörr: Möglicherweise ja! Denn derzeit spricht einiges dafür, dass der Verein bald sowohl in der ersten als auch in der zweiten Bundesliga vertreten sein wird (die zweite Mannschaft spielt in der Regionalliga um den Aufstieg mit, Anm. d. Red.), was mir in meiner Situation entgegenkommen würde. Ein Vorteil in Refrath ist allerdings, dass ich dort in der Nordstaffel der zweiten Bundesliga spielen kann und auf Gegner treffe, die ich noch nicht so gut kenne. In der Südstaffel (in dieser Staffel würde der SV Fun-Ball Dortelweil spielen, Anm. d. Red.) kenne ich quasi jeden Spieler auswendig.

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