(Kein) Zukunftsmodell: Eishockey-Spiele des EC Bad Nauheim im Colonel-Knight-Stadion ohne Zuschauer. FOTO: NICI MERZ
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(Kein) Zukunftsmodell: Eishockey-Spiele des EC Bad Nauheim im Colonel-Knight-Stadion ohne Zuschauer. FOTO: NICI MERZ

Die Angst vor leeren Hallen

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(sid/esa). "Es hätte nicht besser laufen können", sagte Geschäftsführer Stefan Holz von der Basketball-Bundesliga (BBL) erleichtert. Das Experiment "BBL-Finalturnier" ist zwar ohne größere Zwischenfälle geglückt - doch die Probleme kommen jetzt. "Wir brauchen ein Konzept 2.0 mit Zuschauern", betonte Holz, "daran führt kein Weg vorbei!" Leere Hallen würden zum schleichenden Tod führen und seien "keine Option", so der BBL-Boss.

Das trifft auch auf die Hallensportarten Eishockey und Handball zu, weshalb sich die drei großen Ligen beim Konzept abstimmen. Neue behördliche Beschränkungen und wieder gestiegene Infektionszahlen bereiten den Machern große Sorgen, hinter den anvisierten Saisonstarts im Herbst stehen deshalb Fragezeichen.

Dass tatsächlich wie geplant ab dem 18. September in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und bereits eine Woche zuvor in der DEL 2 mit dem EC Bad Nauheim der Puck fliegt, wird immer ungewisser. Die neueste Verordnung des Bundeslandes Baden-Württemberg untersagt bis zum 31. Oktober Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern. Diese Nachricht sei "ein Rückschritt für uns", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Zeitschrift "Eishockey-News". Doch auch andernorts gibt es weiter deutliche Beschränkungen der Zuschauerzahlen, in Hessen und Bayern sind bis auf Weiteres überhaupt keine Besucher bei Sportveranstaltungen zugelassen.

Innerhalb der DEL 2 arbeite man derzeit auch im Austausch mit den örtlichen Behörden der Standorte an einem Konzept, dass in der kommenden Woche an die politischen Gremien in Berlin übergeben werden soll, wie EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein verriet. Auch hier sei man im Austausch mit den zweiten Ligen der anderen Hallensportarten, "die ersten Ligen sind schließlich eine andere Dimension", sagt Ortwein. Über Details wolle sich die DEL 2, auch in Bezug auf das Lizenzierungsverfahren, in der kommende Woche äußern. "Wir hoffen dann auf eine Antwort aus Berlin bis Mitte Juli", sagt Ortwein. Auch hier gilt: Ohne Zuschauer wird es auf Dauer schwer.

Die Handball-Bundesliga will in der ersten Oktoberwoche in ihre neue Saison starten und hofft laut Geschäftsführers Frank Bohmann auf "eine 50-prozentige Zuschauerauslastung in allen Hallen". Ohne Zuschauer, das betonte er, "ist diese Sportart auf Dauer finanziell nicht durchführbar". Die Basketballer wollen Mitte Oktober wieder spielen. Sollte die Politik die Corona-Maßnahmen bis in den Herbst und vielleicht sogar bis in den Winter verlängern, dürfte der Pleitegeier über vielen Profiklubs kreisen. Der Ruf nach staatlichen Hilfen ist laut - und er wird wohl erhört. Die Profiklubs dürfen laut Spiegel zusätzlich auf 150 Millionen Euro aus dem milliardenschweren Rettungspaket der Bundesregierung hoffen. Das soll vor der Sommerpause von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

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