+
Bad Vilbels Neuzugang Misaki Saso schirmt den Ball gegen Dreieichs Niko Opper ab.

Fußball

FV Bad Vilbel: 70-Meter-Tor leitet Niederlage gegen Dreieich ein

  • schließen

Der FV Bad Vilbel hat zum Auftakt der neuen Saison in der Fußball-Hessenliga mit 2:3 (1:1) gegen den Regionalliga-Absteiger Hessen Dreieich verloren. Ein Gegentor aus 70 Metern und viele vergebene Chancen leiteten die Niederlage ein.

Zwar war die schwüle Hitze brutal, aber damit mussten alle Spieler klarkommen: Beim ersten Pflichtspiel des Wetterauer Hessenligisten FV Bad Vilbel, der gestern Abend gegen den Regionalliga-Absteiger SC Hessen Dreieich mit 2:3 (1:1) unterlag, herrschte zumindest unter klimatischen Aspekten betrachtet eine Art Waffengleichheit. Dass beide Trainer - Bad Vilbels Amir Mustafic und Dreieichs Lars Schmidt - auf einen erfolgreichen Einstieg in die Saison spekulierten, lag in der Natur der Sache. Die Frage war jedoch: Mit welchen Mitteln?

Extreme Rahmenbedingungen ließen die Antwort eigentlich erahnen: Physische Fitness sollte absolute Priorität genießen. Diesbezüglich waren allerdings keine Unterschiede erkennbar. Weshalb die Platzherren nach 90 Minuten und zwei Trinkpausen den Kürzeren zogen, hatte eine andere Ursache: Dreieich entpuppte sich im Abschluss ausgesprochen clever, während aufseiten der Brunnenstädter die altbekannte Schwäche, gute Gelegenheiten viel zu oft nicht nutzen zu können, einmal mehr ein besseres Abschneiden verhinderte.

Was dieses Resultat für beide Teams tatsächlich wert war, werden freilich erst die kommenden Partien zeigen. "Ehrlich gesagt: Ich weiß noch nicht, wohin die Reise geht. Für mich war die Partie eine Achterbahn der Gefühle. Wäre Bad Vilbel als Sieger vom Platz gegangen, hätten wir uns auch nicht beschweren können", bilanzierte SC-Coach Schmidt. FV-Trainer Mustafic sah die Lage ganz ähnlich: "Wir sind zwar noch in einer Art Findungsprozess, doch mit der Leistung meiner Spieler bin ich zufrieden. Wir waren die bessere Mannschaft, sind aber dafür nicht belohnt worden", sagte er.

Beide Übungsleiter setzten auf ausreichend neues Personal: Bad Vilbel schickte zehn neue Spieler ins Rennen, von denen vier in der Startelf standen. Dreieich bot elf Neuzugänge auf, davon fünf ab der ersten Spielminute. Dreieich begann konzentriert und mit mehr Ballbesitz, Bad Vilbel vermied frühes Pressing, was angesichts der hohen Temperaturen auch wenig Sinn ergeben hätte.

Das erste Highlight durfte in der 13. Minute registriert werden und brachte den Gästen die Führung: SC-Innenverteidiger Denis Talijan überlistete den zu weit vor seinem Kasten stehenden FV-Keeper Sadra Sememy mit einem Schuss aus 70 (!) Metern. Farid Affo zeichnete in der 40. Minute per Schrägschuss, ermöglicht durch Ajdin Maksumics Steilvorlage, für den 1:1-Ausgleich verantwortlich, den Dominik Emmel kurz vor der Pause in eine Bad Vilbeler Führung hätte verwandeln müssen. Sein Kopfball strich jedoch knapp über den Gäste-Kasten.

Aus Sicht der Mustafic-Elf nahm das Verhängnis in der 51. Minute seinen Lauf, als Varol Akgöz einen von Sememy an Fabian Pfeifer versursachten Foulelfmeter sicher zum 1:2 verwandelte. Auf der Gegenseite versiebten Maximilian Brauburger (66.), Affo (71.) und Emmel (73./Außennetz) den möglichen Ausgleich. Versäumnisse, die postwendend bestraft wurden. Denis Streker bediente Domagoj Filipovic und Dreieich lag ab der 75. Minute mit 3:1 vorne. Bad Vilbeler Bemühungen, doch noch die Wende zu packen, blieben unbelohnt. Mehr als der 2:3-Anschlusstreffer, den der eingewechselte Alexandr Railean nach Affos energischem Einsatz erzielte, war für die Grün-Weißen nicht drin.

Aufstellungen:

FV Bad Vilbel: Sememy - Saso, Babic, Grüter, Alik - Maksumic (57. Knauer), Bauscher, Emmel, Farid Affo - Atzberger (67. Railean), Brauburger (70. Dananovic).

SC Hessen Dreieich: Czirbus - Opper, Talijan, Pitas, Filipovic (83. Burcu) - Mladenovic, Streker - Amiri (77. Kara), Pfeifer, Akgöz - Lagator (46. Alikhil).

Im Stenogramm: 

Schiedsrichter: Christoph Rübe (Kassel). - Zuschauer: 350. - Tore: 0:1 (13.) Talijan, 1:1 (40.) Farid Affo, 1:2 (51.) FE Akgöz, 1:3 (75.) Filipovic, 2:3 (86.) Railean.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare