Ein Blick zurück

Als Handball noch »Kontaktsport« bedeutete

  • vonPeter Hett
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(hep). Vieles war anders im Handball in den 1970er und 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, so auch die Aufteilung und Einteilung der Spielkreise und Spielklassen, in denen die heimischen Teams aktiv waren.

Meist betrug die Staffelstärke der Ligen zehn Mannschaften. Der TSV Nieder-Mörlen gehörte dem Sportkreis Friedberg/Büdingen an, dessen höchste Spielklasse die Kreisklasse A war. Darunter gab es die Kreisklasse B sowie eine eigene Klassen für Reservemannschaften und Alte Herren.

Von der Kreisebene ging es nach oben weiter im Handballbezirk Gießen/Marburg, in dem sich neben den Lokalkonkurrenten die Vertreter der Sportkreise Gießen, Wetzlar und Marburg dazu gesellten. Spielklassen waren dort die 1. Bezirksliga, unter der sich die Kreisliga befand, die wiederum in eine Nord- und Südgruppe unterteilt war. Auf Landesebene folgten die Verbandsliga und die Oberliga. Auf Bundesebene ging es weiter mit den nach regionalen Gesichtspunkten eingeteilten Regionalligen, auf die die Bundesliga folgte. Erst im Jahr 1981 wurde schließlich die 2. Bundesliga als Bindeglied zwischen den Regionalligen und der Bundesliga ins Leben gerufen.

Aber auch der Hallenhandball, der zwar bereits in den 1950er Jahren gespielt wurde, aber erst nach den Olympischen Spielen 1972 in München so richtig Fahrt aufnahm und schließlich den Feldhandball (fast) komplett verdrängte, war in vielem anders als heute. Die Absicherung nach hinten war oberstes Gebot. »Wenn du nur zehn Gegentore bekommst, musst du nur elf werfen um zu gewinnen«, war eine der Devisen. Im Schnitt wurden in den Spielen zwischen 20 und 30 Tore erzielt. Die Angriffe wurden noch mit großer Geduld gespielt. Heutige Errungenschaften wie die »Schnelle Mitte«, Auszeiten oder die Feldspielergänzung für den Torhüter in Unterzahl oder in entscheidenden Situationen gab es noch nicht. Passives Spiel (Zeitspiel) und Stürmerfoul sah das Regelwerk zwar vor, wurde aber höchst selten gepfiffen. Es gab außerdem wesentlich weniger Siebenmeter als heute und auch das Siegel »Kontaktsport« hatte noch mehr seine Berechtigung, als es heutzutage der Fall ist.

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