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Andreas Kattenberg ist nicht nur Referent für Vereinsentwicklung beim Hessischen Fußballverband, er ist auch der "Hansdampf in allen Gassen" beim SVP Fauerbach.

Fußball

Alles für den SVP: Er ist Spieler, Trainer, Vorstand und Verbandsfunktionär

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Spieler, Trainer, Vorsitzender - es gibt keine Position, die Andreas Kattenberg beim SVP Fauerbach noch nicht besetzt hat. Er verrät, warum ihm Verbands- und Vereinsarbeit so wichtig sind.

Spieler, Trainer, Vorsitzender: Andreas Kattenberg vom SVP Fauerbach ist ein echter Multifunktionär - und das seit kurzem sogar beruflich. Der 34-jährige betreut beim HFV die Vereinsentwicklung, das Ehrenamt, ist Ansprechpartner der Vereine und hat sich damit "den Traum für einen Verband zu arbeiten" erfüllt. Zusätzlich fließt sein Engagement als erster Vorsitzender in die Vereinsstrukturen des SVP. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam, was ihn motiviert und wieso es in der Kaderplanung in Fauerbach auch Mal kritisch wird.

Andreas Kattenberg, wie viele Stunden pro Woche investieren sie in den SVP Fauerbach?

Andreas Kattenberg:Durchschnittlich sind es, wenn man alles einbezieht, bis zu 15 Stunden in der Woche.

Was hat zu ihrem Engagement in der Vorstandsetage beim SVP geführt?

Kattenberg:Mit 17 Jahren wurde ich beim SV Echzell angesprochen, ob ich die Funktion des Jugendsprechers wahrnehmen möchte. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Interesse am Fußball wurde in dieser Zeit geweckt. Dann habe ich zwei Mal den Verein gewechselt, vom SV Echzell zum VfB Rodheim. Dort war ich ebenfalls im Vorstand aktiv. Fünf Jahre später bin ich dann zum SVP Fauerbach gewechselt, wo es zwei Jahre gedauert hat, bis ich im Vorstand war. 2013 wurde ich zum Vorsitzenden gewählt.

Wo liegt dabei ihre Motivation, was macht den Sport für Sie interessant?

Kattenberg:Fußball an sich ist meine Leidenschaft, mein Hobby. Ich sehe das so, dass jeder einen Teil zur Gemeinschaft einbringen kann. Und für mich ist das die Vereinsarbeit im Fußball. Ich verbinde etwas für mich soziales mit meinem Hobby und kann dadurch der Gesellschaft etwas Positives geben.

Warum haben nicht mehr junge Leute dieses Engagement?

Kattenberg:Das ist quasi die Königsfrage im Ehrenamt und nicht pauschal zu beantworten. Was wir in Fauerbach haben, ist eine tolle Gemeinschaft. Wir schaffen es immer wieder, durch persönliche Bindungen Leute auch dafür zu begeistern, etwas aktiv im Vorstand zu erreichen. Der Königsweg geht meines Erachtens nur über die Gemeinschaft. Das heißt, ein positives Vereinsleben gestalten, die Leute an die Hand nehmen, auch Aufgaben ohne direkten Vorstandsbezug geben, das Vertrauen schenken und wenn Signale kommen, natürlich auch zuhören.

Das heißt, eine gewisse Bindung zum Dorf ist notwendig?

Kattenberg:Meines Erachtens, ja. Wir stehen relativ geschlossen im Dorf zusammen, haben auch Freundschaften zu anderen Vereinen und unterstützen uns gegenseitig.

In Fauerbach wurde vor der Saison gemäkelt, es fehle an engagierten jungen Spielern. Wie holt man diese ins Boot?

Kattenberg:Es ist immer die Frage, welche Spieler man zur Verfügung hat. Ich denke, wir haben das Problem, dass nie ein Spieler aus dem Nachbarort sagen würde, ich komme nach Fauerbach. Dementsprechend ist es in der Spitze der sportlichen Motivation rar gesät. Topsportler, die hundert Prozent gaben und den Erfolg wollen, fehlen. Bei uns ist es dann eher die Gemeinschaft, die im Vordergrund steht. Es ist aber einfacher, mit Erfolg zu locken, als mit Gemeinschaft.

Und eine größere Motivation in der Spitze könnte zum SVP im Aufstiegskampf beitragen?

Kattenberg:Stärkere Motivation und ein paar Spieler, die das Niveau nochmal anheben. Wir bräuchten drei bis vier Spitzenspieler, auf die das Team bauen kann. Dann hätten wir auch Chancen, vorne mitzuspielen.

Wie könnte sich das in der aktuellen Saison bei den Männern entwickeln?

Kattenberg:Der Kader aktuell ist sehr dünn. Wir haben das Problem, dass wir zu wenige Spieler haben und dadurch von Spieltag zu Spieltag schauen müssen, ob wir überhaupt zwei Teams stellen können. Das ist uns bisher gelungen, aber nur, weil viele Spieler, die eigentlich schon aufgehört hatten, wieder die Fußballschuhe anziehen. Das zeigt wiederum die Gemeinschaft. Die Leute lassen den Verein nicht im Stich. Darauf kann man aber nicht über längere Zeit bauen. Das Ziel muss es jetzt sein, Spieler zu akquirieren, um auch weiter zwei Mannschaften aufrecht zu erhalten.

Ist die Situation bei den Frauen ähnlich?

Kattenberg:Es sieht insgesamt wesentlich besser aus, aber wir haben ja nur eine Mannschaft. Aktuell würde ich von einem Kader von 25 Frauen ausgehen. Wir haben einen breiten Kader, eine gute Stimmung und vor allem eine junge Truppe. Wir haben viele Spielerinnen wieder dazu bewegt, mit dem Fußball anzufangen. Darunter sind viele junge Spielerinnen, die ich vor drei Jahren noch in der U 16 trainiert habe. Das hilft uns aktuell, einen breiten Kader aufzustellen.

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