Hendrik Schreiber (Mitte) im letzten Heimspiel vor dem Corona-Abbruch im März gegen den HSV Hamburg. Die neue Saison soll weniger turbulent verlaufen. FOTOS: RAS/PM
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Hendrik Schreiber (Mitte) im letzten Heimspiel vor dem Corona-Abbruch im März gegen den HSV Hamburg. Die neue Saison soll weniger turbulent verlaufen. FOTOS: RAS/PM

TV 05/07 Hüttenberg

Alle wollen sich beweisen

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg hat die vergangene Saison abgehakt. Ein ehemaliges Wetzlarer Trio soll dem Traditionsteam 2020/21 zu mehr Stabilität verhelfen.

Die Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg sind seit gut zwei Wochen in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021. Mit dabei auch Torhüter Nikolai Weber, der in seine dritte Spielzeit mit den Blau-Roten geht. An seiner Seite sind in der kommenden Runde viele junge Spieler, die frischen Wind in den Kader bringen, aber auch von der Erfahrung des Münzenbergers profitieren wollen. Wie Hendrik Schreiber, der letztes Jahr zum TVH wechselte, und Ian Weber, der in diesem Sommer zum Kader stieß.

Niko, Sie sind der Routinier im Kader. Wie sehen Sie die Situation mit so vielen jungen Spielen?

Niko Weber:Ich habe mich in der Tat in den letzten Wochen öfter mit unserem Trainer Frederick Griesbach darüber ausgetauscht. Diese Saison wird sicherlich noch ein bisschen intensiver sein als im letzten Jahr, weil da sicher noch ein paar andere Spieler dabei waren, die eine gewisse Erfahrung hatten. Ehrlich gesagt freue ich mich darauf. Ich glaube nach den paar Tagen sagen zu können, dass wir eine Truppe haben, die richtig an einem Strang zieht. Die Jungs setzen um, ohne groß zu diskutieren. Ich bin guten Mutes, was die Zukunft angeht und habe richtig Bock darauf. Das wird eine feine Sache für uns werden dieses Jahr.

Hendrik, wie bewerten Sie Ihre erste Zweitligasaison?

Schreiber:Durchwachsen. Ich habe mir das ein bisschen anders vorgestellt. Noch dazu war ich zwischendurch verletzt, gerade in einer Phase, wo es besser für mich lief und ich das überhaupt nicht gebrauchen konnte. In der Vorbereitung habe ich auch ein paar Wochen durch die Nationalmannschaft gefehlt, was natürlich einen Einfluss darauf nimmt, wie man sich in die Mannschaft integriert. Der Start war dadurch schwierig, die Leistungen leider schwankend. Ich denke aber, dass mir diese Erfahrungen jetzt weiterhelfen und ich nächstes Jahr definitiv eine andere Rolle einnehmen werde.

Ian, Sie sind im Sommer von der HSG Wetzlar zum TV Hüttenberg gekommen. Mit Hendrik Schreiber haben Sie auf der Mittelposition einen alten Bekannten an Ihrer Seite. Hatte das einen Einfluss auf Ihre Entscheidung, haben Sie darüber gesprochen?

Ian Weber:Einen direkten Einfluss auf meine Entscheidung hatte es nicht. Ich bin aber auch froh, mit Hendrik und auch Merlin Fuß Jungs an meiner Seite zu haben, die ich schon seit Jahren kenne und mit denen ich im Verein und der Nationalmannschaft zusammengespielt habe. Es ist natürlich ein Vorteil, wenn du Leute hast, die dich an die Hand nehmen und dir sagen, wie es läuft. Ich verstehe mich super mit Hendrik und Merlin und wurde in der Mannschaft sehr gut aufgenommen, so wie man sich das wünscht. Es war auf keinen Fall ausschlaggebend, aber es ist natürlich ein sehr nettes Nebenbei.

Hendrik, inwieweit sind Sie froh, wieder einen alten Weggefährten an der Seite zu haben?

Schreiber:Sehr froh muss ich sagen. Wir haben lange zusammengespielt, sind zusammen deutscher A-Jugend-Meister geworden und waren zusammen in der 3. Liga. Ich glaube, ich kann von uns beiden behaupten, dass wir uns auf dem Feld gut verstehen. Wir wissen, was der andere macht, auch wenn wir jetzt mal ein Jahr nicht zusammengespielt haben. Auch abseits des Feldes sind - dadurch dass sein Vater unser Trainer war - regelrecht Familienbande entstanden, was dann auch auf das Spielfeld Einfluss nimmt. Von daher ist es ein Vorteil für uns, dass wir schon eingespielt sind. Ich weiß, wie Ian tickt, was er auf dem Spielfeld braucht, wo ich ihm helfen kann. Das kann für uns nächste Saison ein Vorteil sein.

Ian, was haben Sie sich für die Saison vorgenommen?

Ian Weber:Ich will einfach ankommen. Ich weiß selbst, dass es ein großer Schritt ist. Ich habe in der Bundesliga wenig bis gar nicht gespielt. Dafür habe ich mich in der U 23 zeigen können, was mir gutgetan hat. Ich weiß, dass eine mächtige Welle auf mich zukommt, aber ich will so viel spielen, wie es geht. Ich will zeigen, was ich kann.

Sie haben ein bisschen in die 1. Liga reingeschnuppert, kennen sich in der 3. Liga gut aus. Wie schätzen Sie die 2. Liga ein? Was wird da auf sie persönlich zukommen?

Ian Weber:Ich glaube, das wird athletisch noch mal ein großer Sprung. Das ist auch meine größte Baustelle, wo ich noch was draufsatteln muss. Und von der Härte wird es auch ein großes Brett werden. Sonst bin ich mal gespannt, was auf mich zukommt, das ist schon ein großer Unterschied. Ich glaube, dass der Schritt von der 3. Liga in die 2. Liga der größere ist als von der 2. Liga in die 1. Liga ist, vor allem individuell. Da muss ich noch viel an mir arbeiten, um da Fuß fassen zu können.

Niko, wie fällt für Sie die Bilanz der letzten Spielzeit aus? Wie sehen Sie den Abbruch im Hinblick auf Tabellenplatz 15?

Niko Weber:Wir sind weit entfernt davon, mit irgendwas zufrieden zu sein. Ich habe mir das letzte Jahr auch anders vorgestellt. Ich glaube aber, dass zum Zeitpunkt des Abbruchs bei uns gerade dieser Switch stattgefunden hat, auch im Kopf. Sicherlich ist in der Hinserie so einiges schiefgelaufen, auch intern gab es Querelen oder Unstimmigkeiten. Mit der Winterpause und der Vorbereitung auf die Rückrunde wurde es immer mehr in die Köpfe eingepflastert, dass wir noch einen weiten Weg haben und das alles andere als ein Selbstläufer wird. Die letzten Spiele vor dem Corona-Abbruch hatten dann auch angedeutet, dass das so weitergegangen wäre. Es wäre natürlich bis zum Ende eine haarige Nummer im Kampf um den Klassenerhalt geworden. Aber klar, es wollte keiner aus der Mannschaft absteigen. Es wären noch sehr interessante Rückspiele geworden, aber ich denke schon, die Mentalität in der Mannschaft war schon so, dass wir auf jeden Fall das Ruder herumgerissen hätten.

Mit Blick auf die Zu- und Abgänge: Wie schauen Sie auf die neue Zweitliga-Saison?

Niko Weber:Es gibt auf jeden Fall ein paar Fragezeichen. Das ist ganz klar. Wir hatten letzte Saison namhaftere Spiele, die schon einen gewissen Erfahrungswert hatten. Aber wir hatten trotzdem diese Wellenbewegungen in unserer Leistungskurve, auch individuell. Jetzt haben wir eine junge Truppe am Start, die sich alle beweisen wollen, die alle zeigen wollen, was sie draufhaben. Die das vielleicht auch als Sprungbrett nehmen wollen, weil sie höhere Ziele haben, was auch alles in Ordnung für uns ist. Das kann nur gut sein für alle. Wir werden ein bisschen breiter aufgestellt sein, werden ein bisschen mehr über das gesamte Team kommen und nicht mehr von ein, zwei Spielern abhängig sein, was sehr wichtig ist. Deswegen sehe ich das jetzt nicht ganz so negativ, wie es im ersten Moment vielleicht aussieht.

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