Gemeinsam für den Handball in Butzbach: (v. l.) Jürgen Ratz, Michael Rüspeler, Nils Wittig, Carsten Dannwolf. FOTO: HEP

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Zusammenschluss: So entstand die HSG Butzbach

Im Butzbacher Handball beginnt bald eine neue Zeitrechnung. Ab 1. Juli vereint die HSG Butzbach die HSG K/P/G/Butzbach. mit dem HSV Butzbach- Degerfeld. Die Macher erläutern ihre Beweggründe.

Am 1. Juli wird die neue HSG Butzbach amtlich. Unter dieser Bezeichnung bündeln der TSV Butzbach, der TV Pohl Göns, der TV Kirch Göns (bisher unter dem Namen HSG Kirch/Pohl/Göns/Butzbach) und der HSV Butzbach-Degerfeld ihre Kräfte. Wie kam es dazu, was sind die Ziele und was entsteht dort überhaupt? Michael Rüspeler (Erster Vorsitzender des TSV Butzbach), Carsten Dannwolf (Erster Vorsitzender der HSG K/P/G/Butzbach), Jürgen Ratz (Erster Vorsitzender des TV Pohl-Göns) und Nils Wittig (Erster Vorsitzender des HSV Butzbach-Degerfeld) haben der WZ ihren Zusammenschluss erklärt.

Historie:Geballte Tradition trifft aufeinander. Sowohl der TV Pohl-Göns als auch der TV Kirch-Göns waren lange Jahre Aushängeschilder des Bezirks, ehe sie sich 1973 zur HSG Kirch/Pohl/Göns zusammenschlossen. Der TSV Butzbach hat in den Spielzeiten 1973/74 und 1974/75 in der 1. Bundesliga gespielt und sich 2002 mit seiner Handballabteilung dieser HSG angeschlossen. Bereits 1976 hatten junge Spieler den TSV verlassen, den HSV Butzbach-Degerfeld gegründet und als autarkes Miniuniversum große Beliebtheit erlangt.

Situation 2020:Der HSV hat lediglich eine Männermannschaft, die in der Bezirksliga A spielt. Die HSG K/P/G/B spielt mit der 1. Frauenmannschaft in der BOL und der 1. Männermannschaft in der Bezirksliga C. Die Jugendarbeit besitzt Vorbildcharakter.

Der Weg zur Allianz:"In der Schwebe war es eigentlich seit etlichen Jahren. Es gab auf unterschiedlichsten Ebenen Gedankenaustausch dazu. Es ist keine Idee, die aus Langeweile in der Corona-Pause entstanden ist", sagt Michael Rüspeler (TSV Butzbach). "Als ich den TSV-Vorsitz 2018 übernommen habe, war für mich ein wesentlicher Punkt die HSG K/P/G/Butzbach weiter nach vorne zu bringen. Ende des vergangenen Jahrs habe ich offiziell Kontakt zu Nils Wittig aufgenommen. Nach unserem Signal haben es die vier Vorsitzenden der einzelnen Vereine auf den Weg gebracht." Jürgen Reitz ergänzt: "Sie haben es auf dem kurzen Dienstweg geregelt ohne zu viele Vereinsmitglieder einzubinden. Darüber kann man sicher diskutieren. Aber es war halt so und wichtig ist, dass es, so wie es jetzt ist, gut gelaufen ist."

Unterschiedliche Assets:Der HSV Butzbach bringt im Männerbereich das Startrecht in der Bezirksklasse A und den Standort Butzbach mit, den der TSV 2002 in Richtung Mehrzweckhalle Kirch-Göns aufgegeben hatte. Die HSG dagegen eine funktionierende Jugendarbeit und den Frauenbereich mit der Spielklasse Bezirksoberliga. "Diese Umstände waren kein Thema, jeder hatte aus seiner Warte den Zugewinn durch den neuen Partner vor Augen. Das nicht mehr vorhandene Kirchturmdenken früherer Jahre hat vieles erleichtert", sagt Reitz.

Der Standort Butzbach:"Wenn es mit Corona ruhiger wird, werden wir diesbezüglich Gespräche mit der Stadt suchen. Wie bei anderen Vereinen auch, sind fehlende Trainingstermine ein Thema", sagt Rüspeler. Präsenz in der Butzbacher Halle sei angedacht. "Wir haben in unserem Kooperationsvertrag auch Spieltage in der Butzbacher Halle vorgesehen", sagt Carsten Dannwolf von der HSG K/P/G/Butzbach.

Ohne diesen Standort würde zudem der Zugriff auf Kernstadtkinder fehlen, sagt Rüsepeler.

Philosophie und Pläne:Konkrete Pläne und Ziele hat der noch zu wählende neue Vorstand zu definieren. "Auf Basis der guten Jugendarbeit sollen die Aktiven-Mannschaften aufgefüllt werden", sagt Dannwolf. Rüspeler sagt dazu: "Punktuell darf es Ergänzungen geben, doppelt schön, wenn dies durch Ehemalige geschieht, die sich zur Rückkehr entschließen."

Die Aushängeschilder:Erfolg definiert sich für Außenstehende über die Leistungen der 1. Mannschaften. "Bei den Frauen sollen Michael Hagel und Markus Schepp dafür sorgen", sagt Nils Wittig (HSV Butzbach-Degerfeld), der gemeinsam mit Stefan Euler, und Carsten Dannwolf bei den Männern ein schlagkräftiges Trainergespann bilden soll.

Der Nachbar:In Butzbach fungiert der TSV Griedel als derzeitiger Platzhirsch. "Mit dem Gedanken an eine leistungsorientierte HSG liegt eine Allianz mit dem TSV nahe. Es ist nicht dazu gekommen. Von unserer Seite ist die Tür offen", sagen die Vereinsvorsitzenden der neuen HSG unisono. " Wir haben uns in den letzten Jahren mit dem TSV immer wieder in Bezug auf Jungenspielgemeinschaften unterhalten. Griedel ist für mich hier immer der erste Ansprechpartner", sagt Dannwolf.

Konkurrenzsituation in der Stadt:"Wir sehen es nicht als Konkurrenz, sondern betrachten es als Weiterentwicklung im heimischen Raum", sagt Dannwolf. Es sei keine Konkurrenz der Vereine, sondern ein politisches Problem, das nur durch die Schaffung neuer Kapazitäten gelöst werden könne. "Butzbach braucht eine weitere, neue Halle", fordert deshalb Rüspeler.

Handball-Power:Mit Aktiven, Jugend, Minis und Wichtel werden mehr als 300 Menschen in sechs Aktiven- und 13 Jugendmannschaften sowie diversen Mini- und Wichtelgruppen bei der HSG Handball spielen.

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