Alexander Jüngst gewinnt Wimpernschlag-Finale vor Freymann

(mü) Die Premiere zum 16. Oberhessen-Cup ist, obwohl die teilweise vereiste Strecke hohe Anforderungen stellte, vollauf gelungen. Der "Oldie" dieser hochkarätigen Langlauf-Serie, der Altenstädter Dreikönigs-Lauf, erfuhr bereits seine 32. Auflage, ohne seine Attraktivität eingebüßt zu haben. Sollte der Schwung, den die große Läuferschar aus 52 Vereinen oder Laufgemeinschaften am vergangenen Sonntag in Altenstadt an den Tag gelegt hat, bleiben, stehen den Ausdauerspezialisten noch weitere elf "knackige" Stadt-, Dorf- oder Landschaftsläufe bevor.

In Altenstadt, wo wieder symbolisch der Startschuss den Auftakt der neuen Saison signalisierte, wurde auf kaum noch schneebedecktem, aber teilweise eisglattem Geläuf ein Höchstmaß an Kondition gefordert, wobei es weiterhin galt, bei strömendem Regen die Kräfte ökonomisch sorgsam einzuteilen. Dass keine Superzeiten zu erwarten waren, lag bei den widrigen Streckenverhältnissen, einige Läufer hatten unter ihrem speziellen Schuhwerk sogar Schneeketten montiert, von Anfang an klar auf der Hand.

Was den diesjährigen Lauf in Altenstadt unvergesslich machen wird, ist die knisternde Spannung, die sich erst kurz vor dem Zieleinlauf entlud. Denn bis hierher lieferten sich Alexander Jüngst von Spiridon Frankfurt und Carsten Freymann, der die Farben des TV Kefenrod vertritt, ein beeindruckendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Siameschen Zwillingen gleichend, hingen sie bis fünf Meter vor dem Zielstreifen wie die Kletten aneinander. Die restliche Kräfte mobilisierend, setzte Jüngst zu einem Wimpernschlagfinale an, das ihm den Tagessieg in 37:17,0 Minuten bescherte. Nur sechs Zehntelsekunden später überquerte Freymann den Zielstreifen. Spannender geht es wohl kaum mehr. "Bei diesem schweren Lauf, der einem wirklich alles abgefordert hat, hat nicht der Bessere, sondern der Glücklichere gewonnen", lautete der O-Ton von Alexander Jüngst, nachdem ihm Carsten Freymann zum Sieg gratuliert hatte.

Wie eindeutig Jüngst und Freymann die Konkurrenz in Schach hielten, wird dadurch belegt, dass der Drittplazierte Andrea Trobitius vom FV Wehrda erst nach 38:38,8 Minuten über die Ziellinie lief.

Bei den Frauen verfügte das Siegertrio Haimanot Haile (LG Eintracht Frankfurt - 44:04,9 Minuten), Meseret Bogale (ebenfalls LG Eintracht Frankfurt - 44:22,4 Minuten) und Astrid Staubach (BSG Sparkasse Oberhessen 44:33,6 Minuten) nicht nur über die schnellsten Beine, sondern auch ganz augenscheinlich über den lockersten Laufstil. In der Team-Wertung bei den Frauen waren die Ausdauerspezialistinnen vom LLT Wallernhausen das Maß aller Dinge. In der Besetzung Silke Welt, Silke Bertschy-Abele und Petra Schremmer hatten sie in 2:38:44,9 Stunden unangefochten die Nase vorn. Beim Jugend- und Jedermannslauf, bei dem es eine Distanz von 4200 Meter zu überwinden galt, siegte Sven Schaper von der LG Altenstadt in 17:11,4 Minuten. Sein weibliches Pendant Laura Bunzendahl, ebenfalls für die LG Altenstadt an den Start gehend, war mit 17:47,4 Minuten die Zeitschnellste.

Im Schüler/innenlauf über 1600 Meter durften sich Nils Schindel, Schüler B, (ESV Bischofsheim - 4:37,7 Minuten), Maximilian Böhler, Schüler C, (TGV Schotten - 6:47,9 Minuten), Jonas Rapp, Schüler D, (SSC Hanau/Rodenbach - 7:18,9 Minuten), Kirsten Schindler, Schülerinnen B, (TV Nidda - 7:25,6 Minuten), Sabrina Raudies, Schülerinnen C, (vereinslos - 7:08,5 Minuten) und Ronja Schindel, Schülerinnen D, (ESV Bischofsheim - 7:39,9 Minuten) über den Sieg freuen.

Fazit des 32. Altenstädter Dreikönigs-Laufs: die Teilnehmerzahl beim Hauptlauf über 10 000 Meter mit exakt 202 Läuferinnen und Läufern war unter Berücksichtigung der nicht gerade lauffreudigen Bedingungen akzeptabel.

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