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Ärger um Kunstrasen

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(dün). Es wirkt schon etwas widersprüchlich, zumindest auf den ersten Blick. Vor einer guten Woche fand die Partie von Kickers Offenbach beim TSV Eintracht Stadtallendorf statt - auf einem Kunstrasenplatz, den die Fußball-Regionalliga Südwest GbR für Vereine, die keine Rasenheizung haben, zur Pflicht erklärt hat. Auf diese Weise sollen Ausfälle im Winter vermieden werden, hieß es. Absagen gibt es dennoch. So musste unter anderem das eigentlich für vergangenen Samstag geplante Spiel des OFC beim FC Homburg verlegt werden, was bei vielen Fans für Unverständnis sorgt. Der FC Homburg hätte sich Rat in Stadtallendorf holen sollen, wurde unter anderem gespottet.

Andreas Herzog sieht das differenzierter. »Es gibt mehrere Aspekte zu berücksichtigen«, sagt der Manager des Stadions auf dem Bieberer Berg. So muss zunächst zwischen zwei Arten von Kunstrasenplätzen unterschieden werden: verfüllte (mit Granulat oder Sand) und unverfüllte. Bei unverfüllten ist das Abtragen des Schnees etwas einfacher. In beiden Fällen verbleiben aber oft Reste auf dem Platz. »Falls es über Nacht friert oder Eisregen gibt, bilden sich Schollen. Die Verletzungsgefahr wäre dann zu hoch.« In jeden Fall sei es hilfreich, den Schnee schnellstmöglich abzutragen. Der Einsatz von Taumitteln ist zwar möglich, aber zumeist nur in der Theorie. »Die Hersteller der Kunstrasenplätze machen oft nicht mit«, weiß Herzog. Der Grund: Es kann zu Verfärbungen kommen. Unter anderem besteht die Gefahr, dass Linien oder Untergrund ausbleichen. Der Einsatz dieser Mittel kann das Erlöschen der Gewährleistung zur Folge haben. Das ist allen Betreibern oft zu riskant, sagt der Geschäftsführer der städtischen Stadiongesellschaft Bieberer Berg.

Es gibt aber noch einen anderen rechtlichen Aspekt: die Haftung. Sollte sich ein Spieler verletzen, weil der Platz nicht anständig geräumt war, fällt das auf den Eigentümer oder Betreiber zurück - und das sind in der Regionalliga nicht immer die Clubs. Einige haben Plätze in anderen Gemeinden angemietet, die geben die Bedingungen vor.

Aber auch die Schneemenge und -beschaffenheit spielen eine Rolle. Herzog zufolge wurde in Stadtallendorf »relativ zeitnah« der Platz befreit. In Homburg war zudem die Marke von zehn Zentimetern überschritten. Und ab der wird es schwierig, den Platz fach- gerecht zu räumen. Geschieht dies mechanisch, sollten ein, zwei Zentimeter liegen bleiben (die dann alleine abtauen), damit die darunterliegenden Fasern nicht beschädigt werden. Bei einer vereisten Oberfläche ist das nicht möglich.

Rasenheizung läuft

In Offenbach hat man diese Problematik nicht, jedenfalls nicht mit Blick auf Punktspiele. Die Rasenheizung läuft bereits seit einigen Tagen, »um sicherzustellen, dass am Mittwochabend gute Bedingungen herrschen«, sagt der Stadionmanager. Dann hat der OFC ab 19 Uhr die SV Elversberg zu Gast.

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