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Absteiger-Zahl ist eine Sache für Mathematiker

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(sto) Die Klassenleiter der Fußball-Ligen auf Friedberger Kreisebene, Rainer Dreut, Helmut Schmid, Wolfram Fritz und Thorsten Bastian, hatten die Vereinsvertreter am Samstag in das Sportheim des VfR Ilbenstadt eingeladen. Die Mammutsitzung begann um 9.30 Uhr und endete gegen 15.30 Uhr. Dazu begrüßten die Ligenleiter auch den Kreisschiedsrichterobmann Thomas Nau, den Ansetzer für Seniorenspiele Reiner Klöpfel, den Kreissportgerichtsvorsitzenden Reinhold Wolfinger sowie die beiden Gremiumsmitglieder Horst Gruner und Klaus Häuser.

Die vier Klassenleiter zeigten sich mit dem Ablauf der bisherigen Saison zufrieden. Speziell hat das Wetter bislang mitgespielt. Nur gering war die Zahl der Ausfälle. Am stärksten betroffen war bis zu diesem Zeitpunkt die Kreisliga A mit zwölf Begegnungen. Diese Quote sollte sich am Wochenende noch um drei Spiele erhöhen. Alle bis dato ausgefallenen Spiele wurden neu terminiert, und zwar schwerpunktmäßig während der Wochen im Monat März. Frei gehalten wurden noch die Tage von Gründonnerstag bis Ostermontag, an denen unter Umständen zwei komplette Spieltage ausgetragen werden könnten. Und dies ist wohl notwendig. Schließlich sollen nach der Winterpause die Kreisober-, A-, B-, C- und Reserveligen bereits am 21. Februar mit einem kompletten Spieltag fortgesetzt werden.

Die Punktrunden müssen am Sonntag, den 30. Mai, beendet sein. Eine Woche zuvor ist Pfingsten. Die an Pfingsten ursprünglich terminierten Spiele werden in die Woche auf Mittwoch beziehungsweise Donnerstag vorgezogen. Sowohl der letzte als auch der vorletzte Spieltag müssen zeitgleich ausgetragen werden, um Ergebnismanipulationen auszuschließen. Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn in besagten Spielen beide Mannschaften mit dem Auf- und Abstieg nichts mehr zu tun haben werden.

Eindeutig sind die Aufstiegsklauseln. Der Meister der Kreisoberliga steigt direkt in die Gruppenliga Frankfurt West auf. Der Zweite relegiert in einer Viererrunde. Aus den Friedberger Kreisligen A, B und C steigen die beiden Erstplatzierten auf. Der jeweilige Abschlussdritte relegiert nach oben.

Zur Ermittlung der Absteiger sind mathematische Grundkenntnisse erforderlich. Die Richtzahl der Ligen im Kreis ist auch für die Saison 2010/11 wie bisher auf 20 festgelegt. Sollte aus der Gruppenliga keine der vier Friedberger Mannschaften absteigen, dann wird aus der Kreisoberliga nur ein Team den Gang in die Kreisliga A antreten müssen. Kommt ein »Friedberger« von oben, so gäbe es zwei Direktabsteiger aus der KOL. Bei zwei Rückkehrern von oben müssten drei Kreisoberligisten runter. Maximal steigen jedoch nur vier Mannschaften in die Kreisliga A ab. Die Anzahl der Absteiger aus den Kreisligen A und B ist identisch mit jener aus der KOL. Die jeweilige Mannschaft vor den Direktabsteigern aller drei Ligen relegiert mit dem Drittplatzierten der unteren Klasse.

Diese Rechnung gilt für die Situation vor der Relegation. Sollte der Friedberger Vizemeister der Kreisoberliga durch die Relegation noch in die Gruppenliga aufsteigen, würde sich die Anzahl der Absteiger nicht ändern, sondern das 20er-Feld würde von unten aufgefüllt. Dies wäre auch der Fall, wenn durch Bildung einer Spielgemeinschaft oder durch den Rückzug einer Mannschaft die Anzahl der Liga-Teams unter 20 fallen würde.

Kreisfußballwart Rainer Dreut ging auf die Kritik der vielen Wochentagsspiele ein. Hier stellte er klar, dass der Kreisfußballauschuss nur vier Wochentag-Spieltage in den Monaten August bis Oktober terminiert hatte. Dies sei notwendig gewesen, um die 38 Spieltage der Saison abwickeln zu können. Alle anderen Punktspiele während der Wochen seien durch Verlegungen innerhalb der Vereine zu Stande gekommen. Der dicht gedrängte Terminplan erfordere, so Dreut, keine leichtfertigen Spielausfälle. Bezugnehmend auf Absagen in der letztjährigen Saison, habe der Kreisfußballausschuss Friedberg wieder die Platzbeauftragten eingeführt.

Mit Hinweis auf die Vereinbarung des Hessischen Fußball-Verbandes und des Hessischen Städte- und Gemeindebundes sind die Vereine bei drohenden Spielausfällen aufgefordert, sich mit dem Klassenleiter in Verbindung zu setzen und eine Platzbesichtigung mit einem Beauftragten des Platzeingentümers (Kommune) und einem Verbandsmitarbeiter, der nicht den betreffenden Verein angehört, zu arrangieren. Die Spielabsage könne bei schriftlicher Benachrichtigung der Platzkommission nur durch den Klassenleiter erfolgen, betonte Dreut.

Von letztlich fairem Fußball auf den Feldern des Kreises Friedberg sprachen die Klassenleiter und die Mitglieder des Kreissportgerichts. 234 Urteile sind bislang im Jugend- und Seniorenbereich der laufenden Saison aufgelaufen, was noch zu reduzieren sei.

Die Anzahl der Beleidigungen von Schiedsrichtern durch Spieler, Betreuer und Trainer nach Spielschluss sei größer geworden, während Tätlichkeiten rückläufig waren.

Reinhold Wolfinger wertete die seit dem 1. Juli erfolgte Trennung von Verwaltung und Gerichtsbarkeit als gut. Auch das elektronische Postfach zur Zustellung von Urteilen habe sich als positiv erwiesen. Wolfinger forderte die Vereine auf, im Eigeninteresse dort täglich reinzuschauen. Die Hallenrunde, so Wolfinger, gehöre nicht zum Pflichtspielbetrieb. Dementsprechend können die dortigen Spiele nicht zur Reduzierung von Spielsperren aus den Punktrunden herangezogen werden.

Kritisch beleuchtete Wolfinger den Spielabbruch bei Verletzungen von Spielern. Hier müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Es könne aber nicht sein, dass eine Mannschaft, die einen verletzten Spieler zu beklagen hat, zurückliegt, das Spiel beendet und auf eine Neuansetzung setze.

Rainer Dreut ging noch auf die anstehende Hallenrunde des Sparkassen-Cups ein. Hier gelte nun ein anderer Modus. So werde jede Mannschaft an den beiden Vorrunden-Abenden drei Spiele absolvieren. 40 Mannschaften sind in zehn Gruppen eingeteilt. In den fünf Hallen Butzbach, Friedberg-West, Echzell, Ober-Florstadt und Groß-Karben wird am 8. und 15. Januar gespielt. Aus jeder Halle qualifizieren sich die beiden Gruppensieger und der beste Zweite für das Endturnier am 29. und 31. Januar in Friedberg. 16. Teilnehmer ist dort der letztjährige Kreismeister KSV Klein-Karben.

Durch Um- beziehungsweise Neubau von Sportplätzen wandern drei Vereine in ein neues Umfeld. Der Türkische SV Bad Nauheim trägt ab sofort seine Heimspiele im Waldstadion aus. Der TSV Rödgen zieht im neuen Kalenderjahr nach Wisselsheim, und die SG Rodheim bestreitet ihre Heimspiele ab dem 18. April in Ober-Rosbach und Ober-Wöllstadt.

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