Der Bad Nauheimer Tennisplatz "In den Kolonnaden" war im Sommer Wettkampfstätte für die Medenrunde, die leicht eingeschränkt stattfinden konnte. 2021 sollen neuartige Bälle übers Netz fliegen - dann auch ohne Restriktionen. FOTO: NICI MERZ
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Der Bad Nauheimer Tennisplatz "In den Kolonnaden" war im Sommer Wettkampfstätte für die Medenrunde, die leicht eingeschränkt stattfinden konnte. 2021 sollen neuartige Bälle übers Netz fliegen - dann auch ohne Restriktionen. FOTO: NICI MERZ

Abstand als großes Plus

  • vonred Redaktion
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Die Tennis-Cracks stecken immerhin nicht ganz so tief im Lockdown fest wie fast alle andere Sportarten. Die Medenrunde ging mit Einschränkungen über die Bühne. Aktuell ist das Training im Einzel möglich. HFV-"Vize" Otto zieht Bilanz und blickt voraus.

Auch der Tennissport hat unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Medenrunde 2020 hat in reduzierter Form stattgefunden. Hoffnung machen derzeit geöffnete Hallen. Über eine Bilanz des Jahres 2020, einen Ausblick auf 2021, über das neue Leistungsklassen-System und die Initiative "HTV, der grüne Verband" haben wir mit Michael Otto, Vizepräsident des Hessischen Tennis-Verbands, gesprochen.

Herr Otto, wie ist die aktuelle Situation im hessischen Tennis?

Glücklicherweise ist der Tennissport in Hessen wieder - unter Einschränkungen - erlaubt. Hier gab es Anfang November ein paar Irritationen, doch glücklicherweise hat die Landesregierung am Ende die richtige Entscheidung für den Individualsport getroffen. Der Wettspielbetrieb im Tennis ist allerdings weiterhin untersagt. So haben alle Bezirke ihre Winterrunde einfrieren müssen, und der Hessische Tennis-Verband hat die für Dezember angesetzten Hessischen Meisterschaften absagen müssen.

Im Sommer konnte der Verband mit etwas Verspätung fast eine "normale" Medenspielsaison durchführen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Dass sich trotz aller Unsicherheiten und Risiken stolze 73 Prozent aller Mannschaften zur Medenrunde angemeldet haben, spricht eine klare Sprache. Mit diesem Wert steht Hessen an der Spitze der Verbände in Deutschland. In der Durchführung kam es zu keinerlei dem HTV bekannten Problemen. Vielmehr lief alles reibungslos ab, auch wegen des vorbildlichen Verhaltens der Spieler. Sicher hätten mehr Vereine gemeldet, wenn früher bekannt gewesen wäre, dass es am Ende mit Ausnahme der Mindestabstands- und Zuschauerregel zu wenigen Einschränkungen kommen würde. Viele Spieler, mit denen ich gesprochen habe, haben ihre Teams frühzeitig zurückgezogen, da sie dachten, wir würden ohne Doppel, ohne Fahrgemeinschaft, ohne Umkleiden und Duschen und ohne ein gemeinsames Essen nach den Matches spielen müssen. Insofern waren die Medenspiele ein großer Erfolg. Dass der Tennissport mit seinem großen Abstand zwischen den Akteuren die ideale Sportart in Corona-Zeiten ist, zeigen die über den Sommer verbuchten Mitgliederzuwächse vieler Tennisvereine in Hessen.

Welche Planungen sind für 2021 vorgesehen? Gehen Sie von einer normalen Saison aus?

Wir hoffen natürlich auf eine normale Saison. Die Planungen laufen auf Hochtouren, auch wegen der diesjährigen Ausnahmeregel die nur Aufstiege, aber keine Abstiege ermöglichte. Insofern wird die Saison 2021 eine besondere, da wir einige Ligen "bereinigen" müssen. Die Hessenliga der Herren wird zum Beispiel in zwei Sechser-Gruppen mit Playoffs und Playdowns gespielt. Hier hat sich der Sportausschuss darauf verständigt, diesen Modus im Jahr 2021 zu testen und mindestens bis 2022 weiterzuführen.

Der Verband hat einige Neuerungen, wie etwa das LK-System 2.0, eingeführt. Wie kam es dazu?

Die Neuerungen beim LK-System sind keine rein hessische Neuerung. Diese gilt deutschlandweit. Sie wurde vom Deutschen Tennis-Bund initiiert und soll das LK-System verbessern und attraktiver machen. Wir sind in einigen Bereichen etwas skeptisch, doch warten wir ab, wie die Spieler es annehmen.

Was gibt es zum Thema neuer Tennisball und der grüne Verband zu sagen?

Am Thema der grüne Verband arbeiten wir bereits seit gut einem Jahr mit Hochdruck. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Tennissport nachhaltiger zu machen und einen spürbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Der erste große Baustein dieses Konzepts ist die Einführung eines neuen Wettspielballs für die Saison 2021. Wir werden der erste Tennisverband sein, der mit dem "HTV Triniti Pro" einen ressourcenschonenden Ball mit einmaligem Recyclingkonzept einführen wird. Der ITF-lizensierte, druckgefüllte Ball bietet die perfekte Kombination aus innovativer Balltechnologie, hohem Spielkomfort und einzigartiger, umweltschonender Papierverpackung. Auf diese Entwicklung sind wir stolz, auch weil wir wieder Vorbild und Vorreiter unter den Verbänden sind.

Hat der Verband auch einen Plan B in der Schublade, falls die Corona-Pandemie die Saison 2021 massiv beeinträchtigen wird?

Das Team des Hessischen Tennis-Verbandes hat in diesem Jahr recht eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie schnell es auf geänderte Rahmenbedingungen und Verschiebungen reagieren kann. Insofern haben wir aktuell keinen Plan B in der Schublade, sind aber dennoch in der Lage, schnell auf etwaige Beeinträchtigungen reagieren zu können. Daher ist mir nicht bange, wobei ich sehr darauf hoffe, dass wir die Pandemie bis zum Frühjahr unter Kontrolle haben und eine wunderbare Teamtennis-Saison spielen. FOTO: PV

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