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Mehr als 500 Punktspiele hat Andreas "Bubi" Hofmann in seiner Laufbahn für den TSV Södel bestritten.

Abschiedsspiel

Abschied eines großen Handballers beim TSV Södel

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Fast auf den Tag genau 20 Jahre hat Andreas "Bubi" Hofmann in der ersten Mannschaft des TSV Södel Handball gespielt. Nun gewährt im der Verein zum Abschied eine besondere Ehre.

Es war der 1. April 1999, als der Hüttenberger Stefan Mappes, damals Trainer des TSV Södel, den A-Jugendlichen Andreas Hofmann im Spiel gegen den TSV Lang-Göns erstmals in der ersten Mannschaft seines Heimatvereins einsetzte. Am Samstag ab 16 Uhr - also fast genau 20 Jahre später - will die Nummer sieben aus Södel, in Handballerkreisen weit über die Wetterau hinaus nur als "Bubi" Hofmann bekannt, seine Laufbahn in der ersten Mannschaft seines TSV beenden. Dazwischen liegen inzwischen etwa 500 Punktspiele und mehr als 1500 Tore - die vielen Freundschafts-, Turnier- und Pokaleinsätze erst gar nicht mitgezählt. Eine Bilanz, die in der Södeler Handballgeschichte bis dato unerreicht ist - und es wahrscheinlich auch (erst einmal) bleiben wird.

"Es fühlt sich komisch an, seinen Abschied zu geben. Die Spiele, bei denen ich in den vergangenen 20 Jahren nicht dabei war, kann ich an einer Hand abzählen", sagt Hofmann. "Ein Abschiedsspiel hört sich auch irgendwie brutal an, aber ich bleibe ja noch dabei." Denn, das steht für den 37-Jährigen Vater eines Zwillings bereits fest: Ganz dem Handballsport den Rücken kehren kann und will er nicht. So möchte er weiter in der zweiten Mannschaft der Södeler spielen, die in dieser Saison als C-Liga-Meister den Aufstieg in die Bezirksliga B geschafft hat, möchte außerdem auch weiter als Schiedsrichter die Farben seines Vereins in den Hallen der Region vertreten - und auch seinen Posten als Mitglied des Södeler Spielausschusses nicht aufgeben. "Trotzdem wird es komisch sein, nicht mehr so regelmäßig zu trainieren, nicht mehr jedes Spiel mitzumachen, aber meine beiden Kinder werden mich schon auf Trab halten", sagt er und lacht.

TSV Södel: Ein Wechsel kam für Andreas "Bubi" Hofmann nie infrage

Hofmann bildete mit seinen Jahrgangskollegen mehr als eine Dekade lang das Rückgrat einer Södeler Mannschaft, die in dieser Zeit regelmäßig zu den Favoriten in der Bezirksoberliga gehörte. In der Saison 2009/10 sicherte sich der TSV nach vielen Anläufen die Meisterschaft in der Bezirksoberliga Gießen und den Aufstieg in die Landesliga Mitte. Allerdings reichte es nur zu einem einjährigen Gastspiel in der zweithöchsten hessischen Spielklasse. Dennoch ist dieser Aufstieg eines der Highlights in Hofmanns Laufbahn. Ebenso wie die Relegationsspiele einige Jahre zuvor, als die Mannschaft vor ausverkauftem Haus bei bis zu 400 Zuschauern auflief oder noch ein paar Jahre zuvor in einem Entscheidungsspiel vor 600 Menschen beim damaligen TSV Lützellinden mit nur einem Tor Unterschied verlor.

Eines stand für Hofmann trotz der in der Folge sinkenden Formkurve samt Abstieg in die Bezirksliga A immer fest: Ein Wechsel kommt nicht infrage. "Ich bin immer in Södel geblieben, auch wenn es durchaus mal Angebote gab", sagt er. Aber es habe eben sportlich gepasst, außerdem habe er sich dem Verein immer verbunden gefühlt. Jenem Verein, zu dem er in jungen Jahren gekommen war, nachdem ihm Judo und Fußball als Sportarten nicht so zugesagt hatten wie der Handball, zu dem ihm eines Tages Schulfreunde einfach mitgenommen hatten. Seitdem ist er nicht mehr weggegangen.

TSV Södel: Vereinstreue und Engagement sind die Markenzeichen von Andreas "Bubi" Hofmann

Das alles will ihm sein Verein nun mit einem Abschiedsspiel zurückgeben. Im Vorfeld des Spiels schreibt der TSV in einer Pressemitteilung: "Mehr als alle Tore und Spiele steht der Name Andreas Hofmann beim TSV Södel für zwei Attribute, die die meisten Vereine heutzutage bei ihrem Nachwuchs so schmerzlich vermissen: Vereinstreue und ehrenamtliche Engagement."

Aus diesem Grund hat der Verein für diesen Samstag in die Södeler Turnhalle eingeladen. Es soll ein Nachmittag für den gesamten Verein werden: ein Abschiedsspiel für Hofmann mit aktuellen und ehemaligen Mitspielern des TSV sowie einstigen Gegnern aus der Region, aber auch mit der Ehrung der zweiten Mannschaft für den Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksliga C, mit einer Hüpfburg für die Kinder, mit Essen und Getränken - und sicher dem einen oder anderen Gespräch über alte Zeiten. Los geht es um 16 Uhr. "Das wird sicher ganz schön. Ich hoffe, dass auch ein paar Zuschauer zum Spiel da sind. Ich weiß grob, wer aufläuft, aber es haben sich auch so einige Leute angekündigt, die einfach nur in der Halle sein wollen. Das alles wird sehr komisch sein, aber ich werde dem Verein ja erhalten bleiben, denn Menschen im Vorstand und auch Schiedsrichter braucht sind ja heutzutage Mangelware." Und vielleicht kommt ja mit diesem Spiel noch ein weiteres Highlight einer langen Handballerlaufbahn für den Södeler Andreas "Bubi" Hofmann dazu.

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