Abreibung im Hessen-Derby

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(pie). Die HSG Wetzlar hat vor allem in der ersten Halbzeit eine Lehrstunde von der MT Melsungen erteilt bekommen. Mit 25:33 (7:16) unterlagen die Grün-Weißen den Nordhessen in einer coronabedingt leeren Arena und haben jetzt eine Woche Zeit zum Wunden lecken, ehe es am Sonntag in Berlin weitergeht.

Es war ein Tag zum Vergessen für die Wetzlarer. Bis zum 4:4 von Olle Forsell Schefvert (10.) bestand noch Hoffnung, der MT Paroli bieten zu können. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt schon der erste Niederschlag erfolgt. HSG-Torhüter Till Klimpke hatte nach zwei Paraden zu Beginn aus nächster Nähe einen Kopftreffer von Melsungens Kreisläufer Arnar Arnarsson kassiert und musste für Tibor Ivanisevic Platz machen. Klimpke kam zwar nach einer Viertelstunde wieder zurück, konnte jedoch ebenso wenig ausrichten wie der Serbe, der die zweite Halbzeit allein bestritt. Klimpke begab sich nach der Partie ins Krankenhaus - es bestand der Verdacht, dass er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hat.

In der Folge dauerte es zwölf (!) Minuten, ehe den Hausherren der nächste Treffer gelang. MT-Keeper Silvio Heinevetter mimte den HSG-Schreck und machte sich zur Pause mit 46 Prozent gehaltener Bälle und einem Grinsen in Richtung Kabine auf. Den sonst so sicheren Siebenmeterschützen Maximilian Holst hatte er gleich zwei Siebenmeter und einen Ball von außen weggenommen. Aber auch aus dem Rückraum fanden die Wetzlarer in Heinevetter ihren Meister und schafften es in den ersten 30 Minuten lediglich siebenmal, den Ball an ihm vorbei im Tor unterzubringen. Unterstützung erhielt er dabei von einer sehr beweglichen, aggressiven und offensiv ausgerichteten Abwehr, die schon vor dem Neun-Meter-Raum ordentlich aufräumte.

"Wir haben in allen Belangen alles vermissen lassen, die Einstellung in Angriff wie Abwehr", analysierte HSG-Spielmacher Alexander Feld hinterher. "Da kann man auch nicht die Ausrede gelten lassen, dass keine Zuschauer da waren. Da müssen wir uns mehr aus der Mannschaft heraus pushen, wenn es mal nicht läuft." Und es lief auch hinten schlecht.

Nach Wiederanpfiff kamen die Grün-Weißen etwas besser in die Partie, kassierten durch Julius Kühn in der 35. Minute aber dennoch das 8:19. Kurze Zeit später verordnete Wandschneider seiner Mannschaft eine 4:2-Abwehrformation, mit der die Gäste mehr Schwierigkeiten hatten. Dadurch gelang es den Wetzlarern, das Spiel ausgeglichener zu gestalten und die Nachlässigkeiten der Melsunger auszunutzen. Entscheidend verkürzen konnten sie aber nicht und kassierten eine 25:33-Abreibung.

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Srsen, Henningsson (1), Björnsen (2), Mirkulovski, Weissgerber (3/1), Holst (1/1), Fredriksen, Forsell Schefvert (4), Gempp, Mellegard (4), Rubin (3), Lindskog (1), Cavor (5).

Melsungen: Heinevetter, Simic; Maric (3), Kühn (6), Lemke, Reichmann (1/1), Kunkel (3), Mikkelsen, Danner, Arnarsson (1), Allendorf, Pregler, Häfner (5), Salger (2), Kastening (7/2), Pavlovic (5).

Im Stenogramm / SR: Blümel/Loppaschewski (Berlin). - Zu.: keine. - Zeitstrafen: 8:4 Min. - Siebenmeter: 5/2:3/3.

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