1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

A-Liga: Aufsteiger überraschen, Absteiger wackeln

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ab durch die Mitte – und an die Tabellenspitze: Erik Alessandro und die Spvgg. 08 Bad Nauheim stehen zum Jahreswechsel an der Tabellenspitze. Hier setzt sich Alessandro gegen die Fauerbacher Tobias Varadi (r.) und Jan Dombrowsky durch. 	(Foto: Nici Merz)
Ab durch die Mitte – und an die Tabellenspitze: Erik Alessandro und die Spvgg. 08 Bad Nauheim stehen zum Jahreswechsel an der Tabellenspitze. Hier setzt sich Alessandro gegen die Fauerbacher Tobias Varadi (r.) und Jan Dombrowsky durch. (Foto: Nici Merz) © Nicole Merz

Für die Teams in der Fußball-Kreisliga A Friedberg heißt es, die Winterpause zu nutzen, um die Resultate und das Abschneiden in der Hinrunde zu analysieren, Kräfte zu sammeln, Verletzungen auszukurieren sowie die Ziele für die zweite Saisonhälfte neu zu definieren. Denn diese verspricht eine gehörige Portion Spannung und stellt die Vereine aus mehreren Gründen vor große Herausforderungen.

Die aufstrebenden Aufsteiger: Da sind zum einen die aufstrebenden Aufsteiger, allen voran die Spvgg. 08 Bad Nauheim, die mit 41 Punkten aus ihren bisherigen 19 Saisonspielen auf eine famose Hinrunde zurückblickt und zur Winterpause an der Tabellenspitze rangiert. Mit 66 Toren stellen die Kurstädter die treffsicherste Offensive der Liga und haben mit Fran David Jimenez zudem den besten Torschützen aller 17 A-Ligisten in ihren Reihen. 28 Saisontore gehen auf das Konto des Bad Nauheimer Goalgetters mit kolumbianischen Wurzeln. Auch was die bisherigen Resultate angeht, setzte die Elf von Spielertrainer Bojan Blagojevic gegenüber der Konkurrenz neue Maßstäbe. Mit 22 Punkten in der Fremde sind die Kurstädter das beste Auswärtsteam der Liga und verzeichneten beim 12:0-Erfolg gegen den SV Steinfurth II den höchsten Saisonsieg. Bei gleichbleibenden Leistungen in der Rückrunde ist den Bad Nauheimern der Durchmarsch von der B-Liga ins Oberhaus des Friedberger Fußballkreises durchaus zuzutrauen. Gedämpft wird die Freude über eine ansonsten nahezu makellose Hinrunde aus Sicht der Kurstädter einzig bei einem Blick auf die Fairnesstabelle. Dort belegt die Blagojevic-Elf den letzten Platz.

Mit 63 Gelben, zehn Gelb-Roten und vier Roten Karten für die Nullachter ging es bei Spielen des Tabellenführers stets recht farbenfroh zu. Zu den fairsten Mannschaften der Liga gehören dagegen der SV Steinfurth II (20/0/3), der TFV Ober-Hörgern (32/0/0) und allen voran der FCO Fauerbach II (25/1/0). Zu den Überraschungen der Hinrunde zählt mit dem SV Hoch-Weisel ein weiterer Aufsteiger, der im bisherigen Saisonverlauf für Furore sorgte. Der Tabellensechste legte einen bärenstarken Saisonstart hin, musste sich in seinen 15 Saisonpartien lediglich dreimal geschlagen geben und rangierte zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze. Geht man von einem positiven Ausgang der Nachholspiele aus, könnten die Schützlinge des Trainerduos Robert Lang und Manuel Hofmann durchaus noch ein Wörtchen im Titelkampf mitreden.

Ostheimer Minimalisten

Die etablierten A-Ligisten: Für die etablierten A-Ligisten aus Trais, Ostheim und Dortelweil II verläuft die Saison bisher ebenfalls nach Plan. Nach der ersten Hälfte der Saison haben die Münzenberger zwölf Siege aus ihren bisherigen 19 Partien auf dem Konto. Demgegenüber stehen drei Unentschieden und nur vier Niederlagen. Macht summa summarum 39 Punkte für die Elf von TFC-Coach Steffen Becker und damit Tabellenplatz zwei unmittelbar hinter der Spvgg. 08 Bad Nauheim. Einzig der Aufsteiger aus der Kurstadt konnte im bisherigen Saisonverlauf mehr Spiele gewinnen als die Münzenberger, die zudem als einziges Team der Liga vor heimischem Publikum am Traiser Wäldchen noch ungeschlagen sind und mit Timo Gräf (18 Tore) den zweitbesten Torjäger der Liga in ihren Reihen haben. Dieser ärgerte sich besonders über die Spielabsage des SSV Heilsberg. Gegen den Tabellenletzten verbuchten die Geißböcke zwar drei Punkte am Grünen Tisch, allerdings wurde Gräf damit die Chance genommen, sein Torekonto weiter aufzubessern. Der Traiser Lokalrivale, der TSV Ostheim, präsentierte sich wie bereits in den Vorjahren enorm stabil. Erst zwei Niederlagen musste die Elf von Trainer Ralf Wanzke hinnehmen – im allerersten Saisonspiel gegen den SC Dortelweil II (0:2) und eben gegen den Traiser FC (1:4).

Dazwischen lagen 13 Spiele ohne Niederlage – die längste ungeschlagene Serie der Saison, der nur der Aufsteiger aus Dorheim am Nächsten kam, der als Tabellenzehnter neunmal ungeschlagen blieb. Überhaupt sind die Ostheimer die Minimalisten der Liga. Sowohl bei den erzielten Toren (27 Treffer in 17 Spielen) als auch bei den Gegentreffern (mit 16 Toren die wenigsten aller Mannschaften) kochen die Wanzke-Schützlinge auf Sparflamme. In Lauerstellung liegt der SC Dortelweil II als Rangvierter mit sieben Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze. Mit fünf Siegen in Folge hatten die Bad Vilbeler Vorstädter in der Hinrunde die längste Siegesserie aller Mannschaften zu verzeichnen.

Die schwächelnden Kreisoberliga-Absteiger: Sei es der FC Nieder-Florstadt, die SG Rodheim oder der FC Hessen Massenheim, der SV Germania Ockstadt oder gar der SSV Heilsberg – eines haben die fünf Kreisoberliga-Absteiger gemeinsam: Sie liegen allesamt (deutlich) hinter den eigenen Erwartungen zurück. Während der FC Nieder-Florstadt mit 32 Punkten aus seinen bisherigen 17 Saisonpartien immerhin in Lauerstellung zu den Spitzenrängen liegt, müssen die Teams aus Rodheim (8.

), Massenheim (9.) Ockstadt (11.) und Heilsberg (17.) deutlich kleinere Brötchen backen. In Massenheim gab es kürzlich einen Trainerwechsel, nachdem Stefan Geppert aus privaten Gründen zurückgetreten ist. Der bisherige Co-Trainer Dennis Matter übernimmt im Januar die Leitung der Ersten. Insbesondere das Tabellenschlusslicht aus Heilsberg schwebt nach 17 teils deutlichen Niederlagen aus den bisherigen 18 Saisonpartien in akuter Gefahr, von der Kreisoberliga in die B-Liga durchgereicht zu werden. »Unsere aktuelle Tabellensituation ist natürlich ernüchternd. Dennoch arbeitet der Trainer weiterhin akribisch an Technik und Taktik. Wir hoffen, dass dies irgendwann Früchte trägt. Unsere Hoffnungen ruhen auf der starken Jugend, die in der nächsten Saison nach oben kommen wird«, erklärt SSV-Pressesprecher Werner Weiß.

Die Kellerkinder: Nicht nur im Lager des SSV Heilsberg, auch in Ober-Hörgern, Wohnbach/Berstadt, Steinfurth und Fauerbach spukt das Abstiegsgespenst zur Winterpause kräftig. Beim Tabellenvorletzten aus Ober-Hörgern hat man daher in der Winterpause reagiert und mit Christian Teschner einen neuen Trainer für die Rückrunde verpflichtet, der Interimscoach Thomas Stein ablösen wird. Für Teschner ist es seine erste Station als Trainer. Der 30-Jährige kommt von der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf ins Wetterstadion und soll dort den Abstieg in die B-Liga verhindern. Wenig Aussagekraft hat auch das positive Torverhältnis der SG Wohnbach/Berstadt (36:35), denn als Tabellen-15. rangiert die Elf von Trainer Marco Walter derzeit auf einem Abstiegsplatz. Auch der Tabellen-13. aus Fauerbach wird in der zweiten Saisonhälfte noch den einen oder anderen Zähler sammeln müssen, um das Abstiegsgespenst vom Elachfeld zu vertreiben. Zumindest langweilig wird es bei Spielen der Olympianer wohl auch in der Rückrunde nicht werden. Mit 92 Toren (37:55) wird den Zuschauern stets etwas geboten, darunter schon einmal Resultate wie ein 4:5 gegen den Tabellenführer aus Bad Nauheim oder ein 2:8 in Steinfurth.

Am torreichsten Spiel der Hinrunde waren derweil die beiden Aufsteiger aus Hoch-Weisel und Bad Nauheim beteiligt, die sich in einer sensationellen Partie zu Saisonbeginn mit einem 11:3 für die Butzbacher Vorstädter trennten. Wie auch im bundesweiten Fußball ist das häufigste Ergebnis in der Friedberger A-Liga das 2:1 (22) vor dem 1:0 (15) und dem 3:1 (9).

Auch interessant

Kommentare