+
Der BMW M 6 GTR 3 von Falken Motorsports wird nach 24 Stunden am Ende Sechster - und ist damit der erste und einzige BMW in der höchsten Klasse, der ins Ziel kommt.

24-Stunden-Rennen

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring - Sven Schnabl und sein Rennteam aus Butzbach dabei

  • schließen

Mehr als 150 Teams, über 230 000 Zuschauer auf den Rängen, jede Menge Motorsport vom allerfeinsten: Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war auch bei seiner 47. Auflage ein unfassbares Spektakel. Mitten drin: Sven Schnabl und sein Rennteam aus Butzbach.

Sonntagmorgen halb 10 auf dem Nürburgring: die Sonne scheint, der Wind treibt Motorengeräusche und Gerüche verbrannten Gummis und frischen Benzins über das Gelände, und die ersten Zuschauer lassen sich eine Currywurst mit Pommes samt Dosenbier schmecken. Ob sie noch wach sind, oder schon wieder - wer weiß das schon? Das 24-Stunden-Rennen auf dem legendären Kurs in der Eifel übt auch bei seiner 47. Austragung eine geradezu magische Anziehungskraft auf Motorsportfans aus aller Welt aus. Alleine am Sonntag waren mehr als 230 000 von ihnen an die 25,378 Kilometer lange Strecke aus der Kombination von Grand-Prix-Strecke und Nordschleifen-Kurs gepilgert. Die Zahl derer, die auf den unzähligen offiziellen und inoffiziellen Campingplätzen am Rande der Strecke liegen, dürfte noch deutlich darüber liegen.

Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring - Bilder

 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler
 © Kessler

Mittendrin in einem der größten und wichtigsten Motorsport-Spektakel der Welt ist - wie inzwischen jedes Jahr - Sven Schnabl mit seinem Team. Seine Butzbacher Firma Schnabl Engineering ist seit Ende 2010 das Einsatzteam des japanischen Reifenherstellers Falken (lesen Sie hier das Interview mit Teamchef Sven Schnabl). Und das nimmt mit gleich zwei Autos zum einen an der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring teil, doch das 24-Stunden-Rennen ist zweifellos der Höhepunkt des Jahres. Für Falken war es bereits die 20. Teilnahme in Folge. "Motorsport liegt in unserer DNA", sagte Markus Bögner, Präsident von Falken Europa, vor dem Start. Und auch die acht Fahrer der beiden Autos konnten beim Pressegespräch ihre Vorfreude auf das Rennen nicht verbergen - allen voran Peter Dumbreck. Für den Briten war es bereits der 13. Start. "Das ist das beste Rennen der Welt. Es ist so herausfordernd für einen Fahrer, es ist so viel Verkehr, man braucht viel Glück und darf keinen Fehler machen, denn der Nürburgring verzeiht einem nichts", sagte er. Am Ende reichte es für ihn und den BMW M 6 GT 3 zu Rang sechs, nachdem es von Rang 31 ins Rennen gegangen war. Der Porsche 991 GT 3 R landete auf Platz 21, nachdem er mit einem Reifenschaden zwischenzeitlich auf Rang 60 zurückgefallen war, und nach einer Aufholjagd bis auf Platz 15 noch einen schlimmen Dreher kurz vor Schluss verkraften musste (lesen Sie hier den Bericht über den Schnabl-Chefmechaniker).

24-Stunden-Rennen am Nürburgring: 56 Fahrzeuge schaffen es nicht bis ins Ziel

Der Falken-Porsche 911 GT 3 R wird nach einem Reifenschaden und einem Dreher am Ende 21., obwohl er zwischenzeitlich 45 Plätze aufgeholt hatte.

Fazit: immerhin ein Auto unter den ersten Zehn, auch wenn Falken und Schnabl Engineering beim Jubiläum mit einem Platz auf dem Podium geliebäugelt hatten. Nach mehr als 4000 gefahrenen Kilometern jubelte die Mannschaft von Phoenix Racing mit ihrem Audi R 8 LMS vor Vorjahressieger Manthey (Porsche 911 GT 3 R (991 II)) und dem Black-Falcon-Team (Mercedes-AMG GT 3). Zuvor war es zwar für den Nürburgring in Sachen Wetter ungewöhnlich ruhig und vor allem vollkommen trocken geblieben, dennoch lieferten sich die insgesamt 158 Teams ein hartes Rennen, bei dem gleich 56 ihr Fahrzeug nicht bis ins Ziel bringen konnten.

Unterdessen feierte ein Großteil der Fans bereits seit Dienstag eine Dauer-Party. Viele hatten schon da ihre Plätze entlang der legendären Strecke bezogen, auf der einst Niki Lauda seinen schweren Unfall hatte. Die Motorsport-Enthusiasten hatten nicht nur ihre Wohnanhänger, Wohnmobile oder Zelte an die Strecke gekarrt, sondern nicht selten auch Teile von Gerüsten oder Lkw-Ladungen voller Holz, mit der sie sich Terrassen, Aussichtsposten, Pools und oder teilweise sogar kleine Discos errichteten. Sobald die Dunkelheit hereinbrach, erhellten Dutzende Grills und Lagerfeuer die hügelige Waldlandschaft im Norden von Rheinland-Pfalz.

24-Stunden-Rennen am Nürburgring: Besondere Atmosphäre für Motorsport-Fans

Julian Osthues aus Rodheim-Bieber hatte sich am Samstag ebenfalls unter das motorsportbegeisterte Partyvolk gemischt. "Die Kombination aus Distanz auf der längsten, gefährlichsten und anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt sowie der Möglichkeit, als Zuschauer teilweise nur wenige Meter von den Fahrzeugen entfernt stehen zu können, macht für mich die Faszination des Nürburgrings aus", erzählt er. "Das Gesamtpaket aus Fans und Weltklasse-Motorsport stimmt einfach." Das Verkehrschaos am Rennwochenende, der Andrang im für Zuschauer offenen Fahrerlager, vor den Dutzenden Souvenier-Shops oder bei Unterhaltungseinlagen wie der spektakulären Falken-Drift-Show im historischen Fahrerlager sind da sicher ein weiterer Bonus.

Nichtsdestotrotz war die Veranstaltung einmal mehr auch eine Kraftanstrengung für die Ordnungs- und Rettungskräfte, darunter etwa 100 Mann medizinisches Personal, 600 Kassierer und Ordner sowie Hunderte weiterer Helfer, die das Gelände bereits im Vorfeld binnen weniger als sieben Tagen von "Rock am Ring" zum "24-Stunden-Rennen" umgebaut hatten - ebenso wie die Leistung der Fahrer und der Rennteams wohl einmalig. Sie alle tragen Jahr für Jahr zur Weiterentwicklung des "Mythos Nürburgring" bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare