Glücksmoment: Bei seinem ganz eigenen 100-km-Lauf passiert Sven Höller in Florstadt die Ziellinie. FOTO: PRIVAT
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Glücksmoment: Bei seinem ganz eigenen 100-km-Lauf passiert Sven Höller in Florstadt die Ziellinie. FOTO: PRIVAT

Ultramarathon

100-km-Debüt für Sven Höller vom LT Florstadt

  • vonTanja Weber
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Langstreckler war früher Fußballer, ist jetzt Ultraläufer, und sagt über sich selbst, dass er immer neue Herausforderungen brauche. Nun absolvierte er einen Distanz von 100 Kilometern.

(web). Gegen 16 Uhr erreichte Sven Höller am vorvergangenen Samstagnachmittag das Ziel am Messeplatz in Florstadt: Exakt 100 Kilometer war der ehemalige Fußballer gelaufen. 9:06,25 Stunden zeigte seine Trainingsuhr an. "Vor vier Jahren bin ich vom Fußball zum Laufen umgestiegen. Hier habe ich schnell neue Herausforderungen gesucht", sagt Höller (LT Florstadt). "Letzten Sommer habe ich mich für den Ultramarathon 2020 in der Lüneburger Heide angemeldet. Da dieser am 13. Juni wegen Corona nicht stattfinden konnte, habe ich kurzfristig entschieden, auf meiner Lieblingslaufrunde an der Nidda die gleiche Distanz am selben Tag zu laufen."

Genau 83,5 Runden à 1,2 km rannte der Langstreckler. Eine Verpflegungsstation baute er bei seinem Freund Stefan, der an der Strecke wohnt, auf: Käsewürfel, Salzkartoffeln, Carbanossi, Bananen, Gels, Nüsse, Brezeln, Powerade und Red-Bull standen auf dem Campingtisch. Gerade das regelmäßige Trinken und Kühlen war wichtig. Um 7 Uhr morgens beim Start waren es schon 23 Grad, mittags auf der sonnigen Strecke 29 Grad.

Florstädter feuern Ultraläufer an

Alleine war Höller auf der kurzen Runde nie. Seine Familie, Freunde, Vereinskollegen und Spaziergänger feuerten seine Challenge an. "Im Vorfeld war mein längster Lauf ein 60er. Zwei 50-Kilometerläufe, und zwar in Marburg und Rodgau, hatte ich vor Corona schon in der Tasche", blickt Höller zurück. Die erste Marathondistanz hatte er am Vormittag in 3:20 Stunden bewältigt. "Das schafft er nie, der ist viel zu schnell", befürchtete ein Vereinskollege des LT Florstadt schon. Aber der Einbruch blieb aus.

Begleitet wurde Höller auf den ersten 60 Kilometern von Timo, der seinen Einstand über diese Distanz lieferte. "Ganz allein war ich nie, auf dem Rad oder zu Fuß, immer war jemand über mehrere Runden neben mir", freut sich der Florstädter. Auch Neffe Jan Dillemuth, im DLV-Nachwuchskader über 1500 Meter, begleitete seinen Onkel über drei Runden. 4:11 Stunden zeigte die Uhr für den "zweiten Marathon". Auf den letzten 16 Kilometern fühlte sich Höller weiterhin körperlich gut, legte alle zwei bis drei Runden eine Stehpause ein, um sich ordentlich zu kühlen.

Trainingsuhr erlischt

Bei Kilometer 97,3 gab auf einmal der Akku der Trainingsuhr, die die Aktivität aufzeichnete, seinen Geist auf. Vereinskollege Dirk, der die letzten Runden an Höllers Seite lief, übernahm daraufhin das Stoppen des letzten Teilstückes. Strahlend und mit lockeren Beinen finishte der 33-Jährige, der nach Zeit, Lust und Laune im Schnitt um die 100 Kilometer in der Woche läuft, um 16.06 Uhr in Nieder-Florstadt. "Mal sehen, was als Nächstes kommt", kommentierte er hinterher im Ziel. "Ich brauche immer neue Herausforderungen."

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