06. November 2011, 20:28 Uhr

Rote Teufel siegen 18:0 - Pohl verlässt Bad Nauheim

Der vierfache Torschütze Janne Kujala erhielt von den Fans der Roten Teufel ein musikalisches Ständchen zu seinem 30. Geburtstag, Keeper Markus Keller konnte sich den zweiten Shutout binnen 24 Stunden gutschreiben lassen - und für den EHC Netphen gab’s schlicht die nächste derbe Packung.
06. November 2011, 20:28 Uhr
Vierfacher Torschütze an seinem 30. Geburtstag: Janne Kujala. (Foto:Storch)

Den 11:0-Erfolg vom Freitagabend gegen Krefeld toppte Eishockey-Oberligist EC Bad Nauheim tags darauf durch ein 18:0 (4:0, 8:0, 6:0)-Schützenfest im Siegerland und holte damit den fünften Sieg in Serie.

»Wir wollten das Tempo 60 Minuten hoch halten und uns nicht auf eine Achterbahnfahrt einlassen. Und das ist uns ganz gut gelungen. Ab dem zweiten Drittel haben wir die Scheibe ordentlich laufen lassen«, fasste RT-Trainer Fred Carroll seine Eindrücke zusammen, während sein Kollege Reinhard Bruch angesichts der desaströsen Wochenend-Bilanz (0:34 Gegentreffer) des nach elf Spielen noch immer punktlosen Aufsteigers einzig als Psychologe gefragt war. »Wir werden heute Abend richtig feiern. Irgendwie muss ich die Jungs ja bei Laune halten.« Die Zahl seiner Party-Gäste war allerdings recht überschaubar. Bruch hatte neben zwei Torhütern gerade mal zehn Feldspieler aufzubieten, darunter zwei Akteure aus der zweiten Mannschaft.

Die wohl verantwortungsvollste Aufgabe - zumindest aus Sicht der Roten Teufel - hatte Dylan Stanley. Der Kanadier hockte sich mit Krücken auf die Mannschaftsbank und führte Buch. 18 Torschützen und 34 Assistenten hatte der am Knöchel verletzte Mittelstürmer auf einem großen Zettel zu notieren, um eine korrekte teaminterne Buchführung zu gewährleisten. Neben ihm saß im übrigen Philip Lehr, dessen Name erstmals auf dem Spielberichtsbogen der Hessen stand. Der 18-Jährige, der seit geraumer Zeit in der Wetterau mittrainiert, erhielt eine Förderlizenz in Kooperation mit DEL-Klub Adler Mannheim.

Auf Abschied stehen hingegen die Zeichen bei Maximilian Pohl. Der 20-Jährige, erst im Sommer vom Nord-Drittligisten Hannover Braves gekommen, fühlte sich in seiner Rolle als siebter Verteidiger nicht wohl und hat um Vertragsauflösung gebeten. Pohl, der in Netphen seinen ersten RT-Pflichtspiel-Treffer erzielte, wechselt zum Liga-Konkurrenten Eisbären Hamm.

Erfolgreichste Punktesammler vor 456 Zuschauern - darunter gut 200 mitgereiste Fans aus der Wetterau - waren Kevin Lavallee (acht Zähler) und Michel Maaßen (sieben). Janne Kujala, der dritte Mann in dieser Reihe, durfte sich mit vier Treffern als erfolgreichster Torschütze feiern lassen. Im Punktereigen blieben seitens der Gäste lediglich drei Feldspieler gänzlich ohne einen Zähler. »Andere Klubs gewinnen vielleicht 7:0 oder 8:0. 18 Tore muss man auch erstmal schießen«, sagt RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein, der ebenso wie Alleingesellschafter Wolfgang Kurz die Mannschaft ins knapp 100 Kilometer entfernte Netphen begleitet hatte.

Im Grunde mit dem ersten ernsthaften Torschuss erzielte Lanny Gare nach 3:36 Minuten die Führung - in Unterzahl. Bis zur zehnten Minute waren die Machtverhältnisse beim Stand von 3:0 für Bad Nauheim geklärt, zumal abzusehen war, dass die Gastgeber das für ihre Verhältnisse und ihre Kadergröße hohe Tempo nicht lange würden halten können.

Nach ziemlich exakt einer halben Stunde (und sechs Gegentoren binnen sechs Minuten) hatte dann auch EHC-Torwart Hendrik Sirringhaus genug, verließ seinen Platz zwischen den Pfosten und verschwand schnurstracks in der Kabine. Stellvertreter Nils Isselshorst brachte den zweiten Durchgang achtbar über die Bühne, ehe im Schlussabschnitt doch noch eine Torflut über ihn hereinbrechen sollte - zumal EHC-Angreifer Tim Linke passen musste, und gerade einmal neun Feldspieler irgendwie bemüht waren, das Resultat in ohnehin schon weitgesteckten Grenzen zu halten. Die Moral sei dennoch intakt, wusste Reinhard Bruch, dem gerade ein gelernter Verteidiger zur Verfügung gestanden hatte, aus der Kabine zu berichten. »Mehr ist nunmal nicht drin.«

Die RT-Fans nahmen die Partie, die spätestens ab dem zweiten Drittel kaum Trainingsspiel-Charakter hatte, weniger als sportlichen Wettbewerb, sondern vielmehr als Samstagabend-Event an und ließen ihr Team und insbesondere Janne Kujala, der in Badeschlappen und mit einem Handtuch um die Hüften aus der Kabine noch einmal auf das Eis zurückkam, hochleben.

EC Bad Nauheim: Keller - Baum, Mangold, Pöpel, Franz, Ketter, Kohl, Pohl - Schwab, Gare, Weibler, Kujala, Lavallee, Maaßen, Cardona, Baldys, Wex, May.

Tore : 0:1 (4.) Gare (4-5), 0:2 (6.) Kujala (4-4), 0:3 (10.) Kujala, 0:4 (20.) Kujala, 0:5 (25.) Lavallee, 0:6 (27.) Weibler, 0:7 (27.) Weibler, 0:8 (28.) Maaßen, 0:9 (31.) Wex, 0:10 (31.) Schwab, 0:11 (32.) Weibler, 0:12 (38.) Maaßen, 0:13 (43.) Gare (5-4), 0:14 (48.) Maaßen, 0:15 (56.) Pohl, 0:16 (57.) Wex, 0:17 (58.) Baum, 0:19 (59.) Kujala. - Strafminuten: Netphen 8 plus zehn Minuten (Linke), Bad Nauheim 6. - Zuschauer: 456. Michael Nickolaus

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