18. Oktober 2015, 22:53 Uhr

Rämö hält – Frosch trifft im Derby

(mn) Henri Laurila, der Verteidiger, der erst am Mittwoch in Bad Nauheim eingetroffen war, erkundigte sich bei seinen Teamkollegen gleich nach einem Handy-Video. »Das muss ich nach Hause schicken. Das glaubt mir ja sonst keiner«, sagte der Finne, nachdem seine Mannschaft vor der Fankurve stimmgewaltig umjubelt worden war.
18. Oktober 2015, 22:53 Uhr
Nick Dineen vom EC Bad Nauheim scheitert an Antti Ore im Tor der Löwen Frankfurt. (Foto: Andreas Chuc)

4500 Zuschauer im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion hatten sich von einer durch Leidenschaft und Begeisterung geprägten Partie mit Playoff-Intensität und -Charakter mitreißen lassen und die Roten Teufel nach dem 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)-Erfolg gegen die Löwen Frankfurt mit stehenden Ovationen minutenlang hochleben lassen. Im Fokus: Mikko Rämö. Am zwölften Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga 2 blieb der Keeper das EC Bad Nauheim erstmals ohne Gegentreffer und gewann das Duell mit seinem Landsmann Antti Ore. Am Vorabend erst war Rämös Familie aus Finnland eingetroffen. »Ein großartiger Abend«, sagte der Keeper, das gesamte Team habe »großartig gespielt«. Neben dem Torwart avancierte Dusan Frosch zum Matchwinner. In der achten Minute nahm er Löwen-Verteidiger David Cespiva den Puck vom Schläger und erzielte den letztlich spielentscheidenden Treffer. »Eigentlich wollte ich hoch schießen, aber ist der Puck doch flach gekommen«, musste der Topscorer am Ende schmunzeln. Im nunmehr sechsten Spiel hintereinander hat Frosch getroffen. Der Wille und der Kampfgeist hätten den Unterschied ausgemacht, glaubt er.

In der Tat: Wer am Sonntagabend die rot-weißen Farben im Herzen trug, konnte berauscht vom entschlossenen, geschlossenen und bislang attraktivsten Auftreten der Gastgeber in dieser Saison nach Hause gehen. Endlich einmal ist es der Mannschaft vor großer Kulisse gelungen, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Mit Vehemenz wurde vom Eröffnungsbully bis zur Schlusssirene jeder Zentimeter Eis regelrecht beackert, wurden die Löwen, die zum vierten Mal in Folge das Eis als Verlierer verließen, in einen Abnutzungkampf verwickelt.

»Wir haben mehr verdient als wir bekommen haben. Wir waren gut, aber Rämö war besser«, meinte Löwen-Trainer Tim Kehler, während Petri Kujala die Arbeit in der eigenen und der neutralen Zone hervorhob.

Beide Mannschaften hatten - mit vier Reihen spielend - ein sehr hohes Tempo vorgelegt und mussten auf Fehler des jeweils ebenso taktisch-disziplinierten Gegners warten. Das Tor durch Frosch beflügelte die Roten Teufel, bei denen neben Rämö und Frosch auch Verteidiger Joel Keussen herausstach. Offensiv stemmten sich Harry Lange, Andreas Pauli und der im Abschluss noch immer glücklose Vitalij Aab zumeist gegen die Top-reihe der Löwen um den pfeilschnellen Richie Mueller und Nick Mazzolini, zudem schien Dominik Lascheit durch seinen Torerfolg am Freitag für Neuwied, Selbstvertrauen getankt zu haben und erfüllte seine Rolle im dritten Block .

Bange Momente hatten die Gastgeber vor allem während der drei Unterzahl-Situationen zu überstehen (das Löwen-Powerplay zählt zu den Effektivsten der Liga), doch war Rämö nicht zu bezwingen - auch nicht, als Frankfurt 70 Sekunden vor Schluss mit einem sechsten Feldspieler den letzten Trumpf auszuspielen versucht.

EC Bad Nauheim: Rämö - Laurila, Gerstung, Keussen, Kohl, Kaisler, Baum, Ketter – Frosch, Dineen, Cameron, Pauli, Lange, Aab, Niederberger, Helms, Lascheit, Strauch, May, Alanov.

Löwen Frankfurt: Ore - Vogl, Tomassoni, Henry Martens, Card, Thomas, Cespiva - Kirsch, Reimer, Opree, Liesegang, Mazzolini, Mueller, Brett Breitkreuz, Laub, Clarke Breitkreuz, Norman Martens, Brine, Schaub, Kabitzsky.

Steno: Tore: 1:0 (8.) Frosch. - Schiedsrichter: Elvis Melia. - Strafminuten: Bad Nauheim 6, Frakfurt 2. - Zuschauer: 4500 (ausverkauft).

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