09. Juni 2013, 13:33 Uhr

Bad Nauheim verpflichtet Jason Pinizzotto

(mn) Oberliga-Meister EC Bad Nauheim setzt Zeichen. Der Aufsteiger in die 2. Eishockey-Bundesliga hat nach dem US-Amerikaner Michael Dorr (EHC Klostersee) und Kevin Lavallee (Lausitz) nun einen weiteren klassischen Torjäger unter Vertrag genommen.
09. Juni 2013, 13:33 Uhr
Das wohl prägende Gesicht der Roten Teufel: Jason Pinizzotto. Der Torjäger wechselt vom Zweitliga-Finalisten Schwenningen nach Bad Nauheim. (Foto: Klein)

Vom Zweitliga-Finalisten Schwenningen wechselt Jason Pinizzotto zu den Roten Teufeln – und dies auch noch mit einem deutschem Pass. Der 33-Jährige war in der vergangenen Spielzeit mit 34 Toren und 25 Vorlagen in 64 Spielen zweitbester Scorer der Wild Wings, bester deutscher Torschütze in der gesamten Hauptrunde und zählte zu den Publikumslieblingen im Schwarzwald.

»Dass ein Spieler wie er, dem ein Dutzend Angebote vorliegen, nach Bad Nauheim kommt, passiert nicht einfach so. Bad Nauheim ist eine gute Adresse«, sagt Trainer Frank Carnevale über den Rechtsaußen, der von 2009 an in Schwenningen unter Vertrag stand und in den vergangenen drei Spielzeiten jeweils zu den Top-Drei-Scorern seiner Mannschaft zählte. Zuvor hatte Pinizzotto zwischen 2007 und 2009 für Düsseldorf und Hamburg 90 Spiele (14 Tore, zwölf Vorlagen) in der Deutschen Eishockey-Liga absolviert.

»Frank Carnevale hat mich immer wieder angerufen und mir keine Ruhe gelassen. Mir imponiert, wenn ein Coach dermaßen um mich bemüht ist«, sagt Pinizzotto, den die WZ-Redaktion im Ferienhaus seiner Eltern rund eine Autostunde nördlich von Toronto erreicht. »Ich habe - nach allem was ich gehört habe - bei dieser Entscheidung einfach ein gutes Gefühl«, sagt der begeisterte Golfer, der sehr wohl einräumt, Bad Nauheim weder als Stadt zu kennen noch das Stadion und die bislang feststehenden Teamkollegen. »Ich hab’s nicht weit nach Frankfurt«, scherzt er am Rande des familiären Barbecue, wo die Gedanken noch immer um die 2:4-Niederlage im Finale gegen Bietigheim/Bissingen kreisen. Mit 2:0 hatten die Wild Wings - quasi der Abonnement-Finalist - in der Best-of-seven-Serie geführt. »Das war verrückt. Aber danach haben wir einfach nicht mehr gewinnen können.«
Im Sommer 2005 war Pinizzotto von der York University nach Deutschland gekommen und hatte sich im zweiten Jahr beim REV Bremerhaven in den Fokus einiger Klubs der Deutschen Eishockey-Liga erspielt. Einer guten Saison in Düsseldorf folgte der Wechsel nach Hamburg. Bei den Freezers fand er aber nach einer Schulterverletzung nicht zu seiner Form und wechselte in den Schwarzwald. Viermal stand Pinizzotto in den letzten sechs Jahren im Finale – und ging stets als Verlierer vom Eis. In Bad Nauheim sind die Ziele ab August bescheidener. »Ja, ich habe immer in einem Top-Vier-Klub gespielt. Aber wer sagt denn, dass Bad Nauheim als Aufsteiger automatisch gegen den Abstieg spielt?«, fragt der Rechtsschütze mit dem typisch nordamerikanischen Optimismus. »Ich vertraue dem Trainer. Warum sollen wir denn nicht nach vorne blicken können, wenn er die richtigen Leute zusammenholt?«

In Schwenningen gehörte Pinizzotto nach vier Jahren eigentlich schon zum Inventar. »Ich habe eine wirklich sehr, sehr gute Beziehung nach Schwennigen und zu den Fans der Wild Wings, und ich hätte – wenn ich unbedingt gewollt hätte – sicherlich auch dort bleiben können. Aber ich wollte auch mal wieder unter einem kanadischen Coach arbeiten. Und ich bin mir sicher, dass ich diese Zeit genießen werde.«
Bereits zum Jahreswechsel hatte der RT-Coach an Jason Pinizzotto gebaggert. »Kein Spieler aus unserem Kader hat sich über Jahre hinweg gleichermaßen in der 2. Bundesliga bewiesen. Er ist ein richtiger Scorer«, sagt Carnevale, der Jasons jüngere Brüder Steven (spielt für inzwischen Vancouver in der NHL) und Marc (heute im Polizeidienst in Toronto) vor vielen Jahren als Teenager gecoacht hatte. Die Großeltern mütterlicherseits ermöglichen dem 1,89 Meter und 90 Kilogramm schweren Familienvater Jason Pinizotto (eine zweijährige Tochter) einen deutschen Spielerpass.

»Ich lege in diesem Jahr größen Wert auf die spielerischen, technischen und läuferischen Fähigkeiten als nur auf den Kampf«, erkärt Carnevale seine Vorstellungen und ist – mit den Namen potenzieller Kontingentspieler bereits im Hinterkopf – mit seinem Kader »sehr zufrieden. Wir werden eine gute Mannschaft haben«.
Terminiert wurden inzwischen die ersten Testspiele. Am 1. September kommt der amtierende Zweitliga-Meister Bietigheim/Bissingen ins Colonel-Knight-Stadion, am Sonntag der folgenden Woche sind die Roten Teufel dann im Ellental zu Gast. Geplant ist zudem der Vergleich mit Heilbronn. »Ich wünsche mir starke Gegner. Das macht es sicher nicht leicht, gleich zu überzeugen. Aber wir sind neu in der Liga und müssen wissen, was uns erwartet und woran wir arbeiten müssen.«

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