10. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Tor des Monats

Wie ein Wetterauer das Handballtor des Monats erzielt haben könnte

Thomas Roth spielt für den TSV Södel in der A-Liga. Nun schaut aber ganz Handball-Deuschland auf ihn, denn eines seiner Tore könnte das Tor des Monats September werden.
10. Oktober 2018, 12:00 Uhr
Thomas Roth (am Ball) ist nicht nur der erfolgreichste Torschütze, sondern auch der Vorsitzende des TSV Södel, hier gegen Sebastian Ulm (HSG Dilltal). (Archivfoto: Nici Merz)

Das Ziel: das Tor des Monats September von ganz Handball-Deutschland. Die Konkurrenz: größtenteils gestandene Profis. Die Chance? Stand jetzt ziemlich groß. Thomas Roth von Handball-A-Ligist TSV Södel ist für die Wahl zum Tor des Monats der DKB Handball-Bundesliga nominiert worden.

Der 38-jährige Rückraum-Shooter, der gleichzeitig seit Frühjahr diesen Jahres auch Vorsitzender seines Heimatvereins ist, findet sich seit Freitag im Zentrum der deutschen Handballwelt wieder, denn eines seiner zehn Tore beim 32:29-Sieg über die KSG Bieber tritt an gegen das verrückte Gegenstoßtor von Julian Schöneborn vom Mittelrhein-Oberligisten TV Birkersdorf, ein Breakaway-Tor ähnlichen Kalibers durch Vyron Papadopoulos vom Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, ein Kempa-Tor von Hampus Wanne von Erstligist SG Flensburg-Handewitt, einen weiteren Gegenstoßkracher von Dirk Holz vom Zweitligisten TV Emsdetten und einen sehenswerten Außen-Treffer durch den Erstligaprofi Lukas von Deschwanden von TVB Stuttgart. »Ich würde lügen, wenn ich das nicht toll finden würde. Ich habe mich gefreut, dass mein Tor aufgenommen wurde, nachdem der Verein es hingeschickt hatte. So kann sich der TSV Södel präsentieren. Das ist für einen A-Ligisten auf jeden Fall etwas Besonderes«, sagt Roth.


Thomas Roth führt das Ranking für das DKB-Tor des Monats aktuell an

Seinen Treffer, ein ansatzloser Wurf über die rechte Schulter aus dem Rückraum direkt unter Latte, wurde von einer C-Jugend-Spielerin seines Vereins mehr oder weniger zufällig als Video aufgenommen. »Sie kam nach dem Spiel gleich zu mir und hat uns das Tor gezeigt. Dann haben wir es auf unsere Homepage gestellt, wo es schnell über 1000 Aufrufe hatte – und eine Verlinkung zur DKB Handball-Bundesliga«, erzählt Roth. »Viele haben direkt gesagt, dass das was werden könnte. Das hat schnell eine gewisse Dynamik angenommen. Inzwischen kommentieren und teilen es Viele, die ich überhaupt nicht kenne. Aber auch wenn ich derzeit vorne liege, warten wir mal ab. Ich bin ganz entspannt.« Mit 41 Prozent aller Stimmen führte Roth das Ranking am Dienstag deutlich an, mit 30 Prozent folgt Schöneborn auf Platz zwei.

Auch wenn ich derzeit vorne liege, warten wir mal ab. Ich bin ganz entspannt

Thomas Roth

Roth hofft insgeheim natürlich auf einen Sieg, denn der würde ihm die Verleihung der Trophäe für das Tor des Monats bei einem Heimspiel des TSV Södel einbringen – und damit erneut Werbung für den Verein und vielleicht auch ein paar Zuschauer mehr in der Halle. »Ich persönlich bräuchte das alles nicht, aber ich sehe es von Vereinsseite«, sagt Roth. Der gebürtige Södeler hatte nach seiner Jugend bei seinem Heimatverein zunächst beim WSV Oppershofen in der Oberliga, dann beim TV Petterweil in der Regionalliga gespielt sowie ein Doppelspielrecht für Bundesligist SG Dutenhofen/Münchholzhausen, dem Vorläufer der HSG Wetzlar, besessen. Aus alter Verbundenheit und nach einer schweren Knieverletzung ist er schließlich zu seinem Heimatklub zurückgekehrt, wo er inzwischen nicht nur den Posten des Vorsitzenden übernommen hat, sondern auch die Oberliga-D-Junioren seines Sohn trainiert – und in der ersten Mannschaft immer noch für reichlich Tore sorgt. In der vergangenen Saison wurde er Torschützenkönig der A-Liga, seine Mannschaft überraschend Dritter im Klassement. Ginge es nach Roth, soll in diesem Jahr eine noch etwas bessere Platzierung herausspringen, denn das kurzfristige Ziel des Familienvaters lautet klar, den TSV Södel zurück in die Bezirksoberliga zu führen. »Ich habe mir auf die Fahnen geschrieben, den Verein wieder auf gesunde Beine zu stellen, die Jugend auszubilden und in die erste Mannschaft einzubauen. In der Vergangenheit wurden leider viele Fehler gemacht«, sagt Roth.


Für Thomas Roth und den TSV Södel hat der baldige Aufstieg Vorrang

Der erste Schritt dorthin ist ihm bereits geglückt: Zum ersten Mal seit zehn Jahren sei es gelungen, zur neuen Saison gleich sechs A-Jugendliche in die erste Mannschaft zu integrieren. Diese sollen den gelernten linken Rückraum und einige seiner älteren Teamkollegen mittelfristig auf dem Feld ersetzen, sodass er endlich auf der Bank Platz nehmen und das kaputte Knie operieren lassen könne. »Wir stehen gut da. Die Mannschaft von Trainer Patrick Schlichting trägt meine Handschrift. Wir brauchen einen Trainer, der einen Draht zur Jugend hat«, sagt Roth. »Wenn wir so in diesem Jahr die A-Klasse verlassen, wäre das der absolute Knaller.« Und der Gewinn beim Tor des Monats wäre sicher ein netter Nebeneffekt.

Info

Jetzt für Thomas Roth vom TSV Södel abstimmen!

Ähnlich der ARD-Sportschau kürt die Handball-Bundesliga jeden Monat das Tor des Monats. Mitmachen kann laut Homepage jeder Handballer von der Bundesliga bis zur Kreisklasse. Das Tor muss nur als Video vorliegen und auf der Homepage der Liga hochgeladen oder via Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder andere geteilt werden. Dann wird online abgestimmt. Der Gewinner bekommt eine Trophäe mit Verleihung durch Offizielle der DKB Handball-Bundesliga bei einem der nächsten Heimspiele sowie die Chance, die Wahl zum Tor des Jahres zu gewinnen. Die Abstimmung für das Tor des Monats September mit dem Södeler Thomas Roth läuft noch bis zum 19. Oktober (17 Uhr) unter https://www.dkb-handball-bundesliga.de/de/s/tor-des-monats/

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