Hessenpokal

Wetterauer Derby im Hessenpokal: Bad Vilbel ist Favorit

Fußball-Verbandsligist FV Bad Vilbel bestreitet am Freitag sein erstes Pflichtspiel in der Saison 2017/18. Im Hessenpokal trifft der FV auf Ligakonkurrent Viktoria Nidda.
28. Juli 2017, 07:00 Uhr
Der FV Bad Vilbel um Benjamin Sabic qualifizierte sich durch einen souveränen 4:0-Sieg im Kreispokalendspiel gegen den SV Staden für die erste Runde des Hessenpokals. (Foto: uc)

Auf kommunaler Verwaltungsebene bilden die früher eigenständigen Kreise Friedberg und Büdingen seit etlichen Jahren als Wetteraukreis eine Einheit. Nur gut, dass im Fußball Bestrebungen ähnlicher Art keine Chance hatten, denn dann wäre das heute Abend ab 19.30 Uhr auf dem Bad Vilbeler Niddasportfeld steigende Hessenpokal-Duell zwischen Gastgeber FV Bad Vilbel (Friedberger Kreispokalsieger) und Viktoria Nidda (Büdinger Kreispokalsieger) ein Ding der Unmöglichkeit.

Dass die Auslosung der ersten Hessenpokalrunde, die unter regionalen Gesichtspunkten erfolgte, exakt diese Paarung ergab, könnte man durchaus als Glücksfall bezeichnen: Erstens ist der Begriff »Derby-Charakter« angebracht, und zweitens können beide Verbandsligisten, die im Rahmen der Meisterschaftsrunde am 22. September an gleicher Stelle erneut die Klingen kreuzen, schon einmal ausloten, welches Potenzial der Liga-Rivale hat.

Aus Bad Vilbeler Sicht sehr erfreulich: Nach teils deftigen Vorbereitungs-Niederlagen gegen Bayern Alzenau oder den TSV Lehnerz präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Amir Mustafic am Dienstagabend mit nahezu komplettem Kader wieder von ihrer besseren Seite und landete gegen den Wiesbadener Gruppenligisten DJK Flörsheim nach Toren von Ugur Erdogan (4), Lukas Knell sowie Krystian Palcewski einen 6:0 (1:0)-Kantersieg.

Der Weg zum Hessenpokal: Vor dem Kreispokal-Finalsieg über den SV Staden (4:0 nach Verlängerung) ließ der FV Bad Vilbel ab der ersten Runde in Ober-Rosbach (2:0), beim Türkischen SV Bad Nauheim (3:0), in Bruchenbrücken (2:0), in Ober-Wöllstadt (2:1) und beim VfB Petterweil 4:0) nichts anbrennen. Derweil triumphierte Viktoria Nidda unter Ex-Trainer Stephan Belter nach deutlichen Erfolgen über Hirzenhain/Merkenfritz (6:0), Rudingshain (4:0), Eschenrod (4:0) und Rainrod (6:0) im »Büdinger« Endspiel gegen die SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen mit 6:0.

Prognosen zum Spiel: »Bad Vilbel ist klarer Favorit«, stapelt Niddas sportlicher Leiter Gunther Schneider ausgesprochen tief. Davon abgesehen, gelte die Pokalpartie beim künftigen Verbandsliga-Konkurrenten ohnehin nur als zusätzliche Einheit in der Vorbereitungsphase. Viel wichtiger sei ein guter Saisonauftakt am 9. August zu Hause gegen den SC 1960 Hanau: »Der Hessenpokal mag eine interessante Sache sein, aber man kommt nicht weit, weil es spätestens im Achtelfinale gegen einen übermächtigen Gegner nichts mehr zu gewinnen gibt.« Auch Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic erklärt, dass die Meisterschaft Priorität habe: »Aber im Hessenpokal die Runden eins und zwei überstehen, und dann auf ein prominentes Team aus der Hessenliga oder aus der Regionalliga treffen, ist durchaus reizvoll«, betont der Bad Vilbeler Coach. Eben deshalb werde die Mannschaft heute Abend mit voller Konzentration versuchen, den Sprung in die zweite Runde zu realisieren: »Als Favorit sehe ich uns dennoch nicht, zumal Pokalspiele ihre eigenen Gesetze haben.«

Die Personal-Situation: Sowohl Amir Mustafic als auch Carsten Weber sind zu beneiden, denn von den wirklich wichtigen Spielern der Saison 2016/17 hat keiner die Fronten gewechselt. Dennoch steht den Trainern das Stammpersonal heute Abend nicht komplett zur Verfügung: Auf Bad Vilbeler Seite fehlt Abwehraußen Dennis Geh (Urlaub), während im Niddaer Lager Belter-Nachfolger Carsten Weber auf Robin Sommer und Sebastian Wagner verzichten muss. Die Neuzugänge Ugur Erdogan und Markus Hofmeier (Bad Vilbel) sowie Semun Biber (Nidda) haben beste Chancen, in die Startelf zu rücken.

Bisherige Bilanz: In Sachen Hessenpokal-Teilnahme verfügen die Brunnenstädter als viermaliger Kreispokalgewinner der letzten fünf Jahre über jede Menge Erfahrung und erreichten in der Saison 2015/16 nach Siegen über Hochstadt (5:4) und Neu-Anspach (3:1) sogar das Achtelfinale, ehe gegen den Regionalligisten Hessen Kassel (0:6-Niederlage) das erwartete Aus kam. Viktoria Nidda überstand vor Jahresfrist durch einen 5:4-Erfolg über die Usinger TSG zwar die erste Runde, doch in Runde zwei erwies sich der damalige Hessenligist SF Seligenstadt als eine Nummer zu groß.

Hessenpokal-Modus: 32 Teams bestreiten ab dem heutigen Freitag bis zum kommenden Mittwoch in 16 Spielen die erste Runde. Auch die zweite Runde findet unter regionaler Berücksichtigung statt. So richtig interessant wird es allerdings erst ab dem Achtelfinale, zumal dann neben acht übriggebliebenen Klubs die Top-Teams FSV Frankfurt, SV Wehen Wiesbaden (Titelverteidiger), Hessen Kassel, TSV Steinbach, Kickers Offenbach, SC Watzenborn/Steinberg, Hessenliga-Meister SC Hessen Dreieich und »Fairplay-Gewinner« TSV Korbach in den Wettbewerb einsteigen.

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