Handball-Gipfel

War Petterweil vs. Griedel ein Derby oder ein normales Spiel?

Mit dem TSV Griedel und dem TV Petterweil standen sich am Samstag die beiden klassenhöchsten Wetterauer Vereine gegenüber. Wurde das Handball-Duell Derbyansprüchen gerecht?
13. März 2018, 12:35 Uhr
Die große Derbystimmung will am Samstag in der Partie der beiden einzigen Wetterauer Landesliga-Vertreter zwischen Griedel mit Michel Stolte (unten) und Petterweil um Sebastian Alt nicht aufkommen. (Foto: Jaux)

Gemeinhin zeichnet ein klassisches Derby aus, dass zwei Vereine aufeinander treffen, zwischen denen eine über lange Jahre gewachsene Rivalität besteht. Insofern steht die Paarung Griedel vs. Petterweil unter einem anderen Stern. Beide Orte liegen 30 Kilometer voneinander entfernt. Über lange Jahre gehörte man nicht der gleichen Spielklasse an. Was vielleicht von noch größerer Bedeutung ist: Beide Klubs sind in unterschiedlichen Handball-Bezirken beheimatet. Ein ständiges Aufeinandertreffen von Mannschaften beiderlei Geschlechts und aller Altersgruppen ist nicht der Fall.

So erklärt sich auch, dass beim Landesliga-Duell am Samstag die Butzbacher Sporthalle nicht zum Bersten gefüllt war. Die Stimmung kochte während des Spiels nicht etwa über – und neutrale Zuschauer waren fast gar nicht vor Ort. Um der richtigen Einordnung des Spiels nahezukommen, haben wir uns vor, während und nach dem Spiel auf Stimmenfang begeben und Menschen befragt die »nahe dran« sind.

Timm Weiß (Mannschaftskapitän des TSV Griedel): »Für mich ist es einfach ein ›junges Derby‹, da wir bisher noch nicht so oft in Punktspielen gegeneinander gespielt haben. Es muss noch in die Rolle der alten Derby-Klassiker wachsen. Das sind für mich eher Spiele gegen Wettertal und Mörlen.«

Martin Peschke (Trainer des TV Petterweil): »Für mich sind Spiele gegen Ober Eschbach und neuerdings auch Oberursel die Klassiker. Mit Griedel gibt es einfach zu wenige Berührungspunkte, da wir in verschiedenen Bezirken spielen. Nun war der wichtigste Aspekt für mich, dass es um den Abstieg ging.«

Edmund »Ede« Peschke (Petterweils Mr. Handball und Verantwortlicher Spieltechnik beim TVP): »Der alte Klassiker gegen Ober-Eschbach fehlt uns schon, aber dieses Spiel hat auch einen besonderen Stellenwert. Obwohl wir zu Griedel ein gutes Verhältnis haben, werden Emotionen im Spiel sein. Wir hoffen, dass beide die Klasse halten und Friedberg aufsteigt. Dann können Griedel und Friedberg mit der Zeit in die Rolle von Ober-Eschbach wachsen und deren Fehlen kompensieren.
 

Marco Pajung (Torwarttrainer des TSV Griedel, wechselte vor Saisonbeginn nach Petterweil, kam verletzungsbedingt nicht zum Einsatz und ist seit Jahresbeginn wieder in Griedel): »Für mich gibt es wirklich angenehmere Spiele als dieses, da ich in der laufenden Runde bei beiden Vereinen tätig war und auf beiden Seiten viele nette Menschen kennengelernt habe. Von daher wünsche ich keiner von beiden Mannschaften den Abstieg.«

Ziad Rejab (ehemaliger irakischer Nationalspieler, war sowohl in Petterweil als auch in Griedel aktiv): »Für welche Mannschaft mein Handballherz heute höher schlägt, ist schwer zu beantworten. Da ich hier wohne und mein Sohn in der TSV-Jugend spielt, sicherlich etwas mehr für Griedel.« (vor dem Spiel)

»Der Griedeler Sieg geht in Ordnung und ist verdient. Sie zeigten mehr läuferische Bereitschaft und Einsatzwillen. Für mich war es ein richtiges Derby.« (nach dem Spiel)

Rolf Weckmann (Wetterauer Trainer-Ikone, war auch schon in Griedel aktiv, derzeit Co-Trainer bei Kleenheim II): »Es ist ein typisches ›Vier-Punkte-Spiel‹. Petterweil setzt nur auf seine Wurfkraft im Rückraum, scheitert aber zu oft am starken Griedeler Mittelblock. Der TSV hat durch die gute Spielführung von Constantin Jantos Vorteile und mehr Struktur im Spiel. Aufgrund des Heimvorteils und des größeren Einsatzwillens sollte Griedel am Ende den längeren Atem haben.« (in der Halbzeitpause)

Manfred Fink (Opern-Tenor, Ensemblemitglied der Deutschen Oper Düsseldorf, in jungen Jahren herausragender Kreisläufer beim TVP, mitverantwortlich für die Petterweiler Erfolgsjahre in der Regionalliga): »Das Spiel hat ein schwaches Niveau. Beide agieren nervös und machen zu viele technische Fehler. Für mein Empfinden sind zu wenige Zuschauer da, was sich auch auf die Stimmung auswirkt. Generell schlägt mein Handballherz nicht mehr so, wie es einmal war. Ich habe zu wenig Zeit, Spiele zu besuchen, mache es aber gerne. Ich freue mich, wenn wir gewinnen. Ein Abstieg wäre eine kleine Katastrophe.« (in der Halbzeitpause)

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